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Unger Fründe - Tim Boss: "Der Relegationsplatz ist machbar"

In seiner dritten Spielzeit bei Fortuna hat sich Tim Boss endgültig durchgesetzt und als Nummer eins im Tor etabliert. Der gebürtige Kölner verpasste als einziger Fortuna-Profi keine einzige Spielminute in der Saison. Im Interview spricht der 24-Jährige über die Perspektive der Südstädter, warum er gelegentlich gerne Helene Fischer hört und welcher Fortuna-Spieler die größte Stimmungskanone ist.

Tim, das erste Punktspiel im Jahr 2018 steht auf dem Programm. Wie ist die Vorbereitung gelaufen?
Tim Boss: Die Vorbereitung ist gut gelaufen. Es gab keine neuen Verletzten. Manuel Farrona Pulido und andere sind wieder mit dabei. Dazu haben wir mit Christoph Menz einen Neuzugang aus Erfurt bekommen. Er passt richtig gut in unsere Mannschaft rein undr schließt eine Lücke, die sich ein bisschen in der Innenverteidigung aufgetan hatte. Er ist ein spielstarker Innenverteidiger. Das war eine gute Verpflichtung. Es sieht also ganz gut aus.

Wie ordnest Du das erste Halbjahr der Saison sportlich ein?
TB: Wenn man die Hinrunde Revue passieren lässt, können wir alle stolz und zufrieden auf den 5. Platz sein. Am Anfang der Saison galten wir für viele als Abstiegskandidat Nummer eins. Für uns war das ein Ansporn zu zeigen, dass wir das überhaupt nicht sind und einen ganz anderen Anspruch an uns selbst haben. Das haben wir in den ersten 15 Spielen komplett gezeigt. Am Ende sind wir leicht eingebrochen, auch aufgrund der vielen Verletzten. Deshalb bin ich froh, dass jetzt wieder viele Spieler zurückgekommen sind und der Trainer wieder fast aus dem Vollen schöpfen kann.

Gibt die Tabelle die Kräfteverhältnisse richtig wieder?
TB: Ich denke schon. Wir haben die ersten zehn Spiele richtig konstant gespielt und es den Gegnern richtig schwer gemacht. Die Tabelle spiegelt unsere Resultate korrekt wieder.

Wie wichtig war der Last-Minute-Ausgleich im letzten Spiel vor der Winterpause beim 1:1 in Aalen?
TB: Nach der Niederlage in Paderborn im Spiel zuvor war das Unentschieden ganz wichtig. Die letzten Spiele gegen Mannschaften wie Paderborn, Magdeburg oder Rostock hatten es in sich. Genau in diesen Partien wollten wir zeigen, dass wir zurecht dort oben stehen. Ergebnistechnisch hat das gegen die drei leider nicht geklappt. Deshalb war es wichtig, dass wir das letzte Spiel positiv bestritten haben, zumal wir mit zwei Spielern in der Innenverteidigung gespielt haben, die das nicht gelernt haben. Der späte und für mich mehr als verdiente Ausgleich in Aalen zeigte dann, welcher Geist in der Mannschaft ist. Wir kämpfen immer, ganz egal wie schwierig die Situation auch ist. So ein Jahresausklang war dann richtig gut für den Kopf.

Wie sehen die Ziele für 2018 aus?
TB: Wir wollen da wieder anknüpfen, wo wir zum Start der Hinrunde angefangen haben, und wieder direkt mit Schwung in die restlichen 18 Spiele starten. Wir wollen wieder dem Gegner ein dominantes Spiel aufzwingen, unbequem sein, griffig sein, aggressiv sein.

Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt nur drei Punkte.
TB: Eben, das ist machbar. Aber es bringt jetzt auch nichts, großartig auf die Tabelle zu schauen. Wenn wir konstant punkten, kommt der Rest von ganz alleine.

Wie bewertest Du Deinen persönlichen Werdegang bei Fortuna?
TB: Mein klares Ziel 2015, als ich zur Fortuna gekommen bin, war, die Nummer eins zu werden. Ich bin froh, dass ich jetzt das absolute Vertrauen des Trainers habe, und es in der Hinrunde rechtfertigen konnte.

Der "Kicker" hat Dich unter den Torhütern der 3. Liga auf Rang 5 einsortiert.
TB: Hat er das? Das habe ich nicht so richtig verfolgt. Der Fußball ist so schnelllebig. Es ist eine schöne Momentaufnahme. Mein Ziel für die Rückrunde ist dann, in der Rangliste ein paar Plätze nach oben zu klettern (grinst).

Du bist schon bei einigen Traditionsvereinen gewesen, in Leverkusen, bei Fortuna Düsseldorf, dem Wuppertaler SV und Wattenscheid 09. Was hast Du aus diesen Stationen mitgenommen?
TB: Wenn ich nur auf den Seniorenbereich gucke, habe ich bei Fortuna Düsseldorf eine Riesenerfahrung machen können. Im ersten Jahr stand ich im Bundesliga-Kader. Es hat mir sehr viel gebracht, mit den erfahrenen Spielern zu trainieren. Von den Torhütern Fabian Giefer und Robert Almer konnte ich viel lernen. Das waren zwei Torhüter, die auf einem sehr hohen Niveau gespielt haben. Ich konnte mir viel von ihnen abgucken. Im zweiten Jahr ging es durch den unerwarteten Abstieg der Fortuna etwas drunter und drüber. Trotzdem bin ich immer näher an die Mannschaft herangerückt. Dann habe ich mich entschieden, für ein Jahr nach Wattenscheid zu gehen, um Spielpraxis zu sammeln. Nach der Station war die logische Konsequenz, dass ich mit Fortuna Köln in der 3. Liga angreifen wollte.

Spielst Du aktuell Deine beste Saison als Profi?
TB: Das weiß ich nicht. Ich spiele sicherlich sehr konstant, alles läuft sehr gut. Sowohl im Training als auch im Spiel rufe ich meine Leistung ab.

Kommen wir zum Abschluss auf ein paar persönliche Dinge unter dem Motto "Tims Top 3" zu sprechen. Im Fußball. Wer ist Dein bester Kumpel im Team?
TB: Da kann ich sicher Manuel Farrona Pulido nennen. Er ist seit Sommer dabei. Wir sind uns auf Anhieb sympathisch gewesen. Manu und ich ticken in sehr vielen Dingen gleich. Wir machen viel zusammen, das harmoniert sehr gut.

Wer ist die größte Stimmungskanone in der Kabine?
TB: Dominik Ernst. Er hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen. Wenn die Stimmung mal am Kippen ist oder alle vom Training völlig kaputt sind, ist er derjenige, der einen Spruch bringt und die Stimmung auflockert. Da ist Dominik unsere Nummer eins.

Wer war oder ist Dein Vorbild unter den Torhütern?
TB: Nach wie vor Gianluigi Buffon. Er ist eine große Persönlichkeit und strahlt sehr viel aus. Von so einem Keeper möchte man sich gerne etwas abgucken. Er hat sein Spiel auch an das moderne Torwartspiel angepasst. Das ist riesig. Und den Spanier David de Gea von Manchester United würde ich nennen.

Deine Top 3 in der Musik?
TB: Ich höre sehr gerne Hip-Hop, R'n'B, aber auch Schlager. Die dürfen meiner Meinung auch in manchen Situationen einfach nicht fehlen. Ab und an höre ich auch Helen Fischer, auch wenn das in der Mannschaft nicht so gut ankommt. Ich habe einen gesunden Mix aus allem.

Top 3 Urlaub. Was sind Deine bevorzugten Ziele?
TB: Im Winter bin ich immer sehr gerne in Ischgl, um einfach mal abzuschalten und zu entspannen. Gleiches gilt im Sommer für Ibiza und Zypern, wo ich schon eine sehr schöne Zeit hatte. Im Urlaub mit Freunden oder der Freundin sollte man dann relaxen, aber auch Party machen. In der Sommerzeit haben wir mal ein bisschen Zeit für uns. Da können wir dann machen, was wir wollen.

Wie wichtig ist Dir eine gesunde Ernährung?
TB: Sehr wichtig. Und wenn ich mich hier bei Lax-Online umschaue, entdecke ich da sehr viele coole Herde und andere Hausgeräte. Ich fühle mich wohl hier. (lacht) Eine gesunde Ernährung gehört dazu, um gute Leistungen bringen zu können. Das wird immer wichtiger, auch weil es immer mehr Verführungen gibt.

Kannst Du selbst kochen?
TB: Mittlerweile schon. Nachdem ich schon vor einiger Zeit zuhause ausgezogen bin und anfangs etwas hilflos war, geht es inzwischen. Ich bin gut aufgestellt und habe mir einen tollen Mixer für Smoothies und einen Hausgrill gekauft. Das sind im Moment meine Favoriten.

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