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Unger Fründe - Dominik Ernst: Bei Fortuna entsteht was richtig Gutes"

Für Trainer Uwe Koschinat ist Dominik Ernst ein "Mentalitätstier". Die Verpflichtung des aus Aachen gekommenen rechten Außenverteidigers erwies sich bislang als Volltreffer für die Fortuna. Kompromisslos schirmt der 27-Jährige seine Seite ab und schont dabei weder sich noch den Gegner. Bei den Südstädtern erfüllt sich der Blondschopf seinen Traum von der 3. Liga. Und mit Fortuna hat er noch einiges vor.

Dominik, Du hast fast 200 Partien in der Regionalliga absolviert und bist jetzt 27 Jahre alt. Aber die 3. Liga ist noch Neuland für Dich. Wie sind die ersten Wochen bei Fortuna für Dich gelaufen?

Dominik Ernst: Ich habe mich schnell in Köln eingelebt, schnell eine Wohnung gefunden und mich mit den Jungs auch schon angefreundet. Wir waren sofort ein Team.

Wie schwer oder leicht ist Dir die Umstellung gefallen?

DE: Ich war am Anfang schon aufgeregt, weil die 3. Liga Neuland für mich ist. Nach dem ersten Spiel ist mir auch ein Stein vom Herzen gefallen, weil ich es gut gemacht habe und mit Aalens Matthias Morys gleich einen der besten Spieler der 3. Liga im Griff hatte. Die weiteren Spiele liefen auch sehr gut. Bis auf das Spiel gegen Bremen, bei dem ich einen etwas unglücklichen Tag erwischt und gelb-rot gesehen habe, bin ich hochzufrieden.

Wie bewertest Du den Saisonstart der Fortuna?

DE: Der Auftakt war wie gemalt. Wir hätten die Geschichte nicht besser schreiben können. Damit konnte keiner rechnen. Wir hatten intern gehofft, dass wir einen guten Start hinlegen und so viele Punkte wie möglich sammeln würden, aber dass es so gut laufen würde, haben wir nicht erwartet. Auf der anderen Seite kommt es auch nicht von ungefähr, weil wir schon eine super Einheit geworden sind.

Und das, obwohl es vor der Saison einen größeren personellen Umbruch im Kader gegeben hat.

DE: Ich glaube, dass Fortuna viele junge Spieler geholt hat, die in der Regionalliga gezeigt haben, was sie können. Jeder bringt auf seiner Position seine Qualitäten ein. Fortuna ist ein Verein, der viel Wert auf Wille, Mentalität und Herz legt. Bei uns passt die Mischung aus älteren und jüngeren Spielern perfekt. Alle sind heiß, alle sind hungrig. Im Moment läuft es von selbst, aber es darf kein Selbstläufer werden.

Der Trainer hat Dich als "Mentalitätstier" bezeichnet und als "modernen, aggressiven und sprintstarken Außenverteidiger" gelobt. Wie ist Dein Verhältnis zu Uwe Koschinat?

DE: Wir kennen uns schon seit ein paar Jahren und sind uns immer wieder über den Weg gelaufen. Und wir hatten auch schon länger Kontakt. Ich kann dem Trainer nur recht geben. Ich komme eher über mein Herz, meinen Willen und meine Leidenschaft. Bei mir gibt es keine fünf Prozent weniger. Ich gebe immer 100 Prozent und das sieht man auch auf dem Platz.

Hast Du auf Deiner Position Vorbilder gehabt?

DE: Ich bin gebürtiger Gelsenkirchener und bekennender Schalke-Fan. Ich habe über einen langen Zeitraum den Weg von Rafinha verfolgt, der erst auf Schalke und jetzt bei den Bayern spielt. Was er für Wege gemacht hat und wie er spielt und hinten seine Seite dicht macht, fand ich schon immer sehr stark.

Du hast in der letzten Saison noch für Alemannia Aachen gespielt und bist die Tivoli-Atmosphäre gewöhnt. Wie nimmst Du die Stimmung im Südstadion wahr?

DE: Es ist schon ein Unterschied, ob Du vor 7.000 Zuschauern wie in Aachen oder 3.000 bei Fortuna spielst. Aber für mich ist das nicht relevant, weil ich immer meine Leistung bringen will. Ich will jedes Spiel gewinnen. So gehe ich auch ins Spiel.

Muss man sich bei Fortuna nach dem Superstart schon Gedanken machen, ob man die Saisonziele nach oben korrigiert?

DE: Ich glaube, dass wir gut beraten sind, wenn wir nur von Spiel zu Spiel gucken und uns gar nicht darauf konzentrieren, was andere machen. Wir haben noch rund 30 Spiele vor uns und müssen unsere Leistung abrufen, der Rest ergibt sich von alleine. Die ersten Spiele haben schon sicherlich etwas über unsere Leistungsstärke ausgesagt. Aber über Ziele können wir vielleicht sprechen, wenn die Hinrunde vorbei ist.

Welche Perspektiven siehst Du bei Fortuna? Wie plant der Trainer mit Dir?

DE: Ich glaube, dass Uwe Koschinat ein sehr guter Trainer gerade auch für junge Spieler ist. Er zeigt ihnen immer wieder den richtigen Weg auf. Seine Ansprachen sind immer sehr motivierend. Ich glaube, dass bei Fortuna die Kontinuität stimmt und hier in den nächsten Jahren etwas richtig Gutes entsteht.

Was schätzt Du an der Fortuna?

DE: Ich wusste, dass es ein sehr familiärer Verein ist und hier nicht in großen Sprüngen gedacht wird. Man ist auf Kontinuität bedacht, arbeitet solide und haut nicht das Geld raus. Es soll peu à peu immer ein Stück weit nach vorne gehen. Und so machen wir es auch gerade sehr gut.

In einem Video auf Youtube hast Du angekündigt, dass Du in Köln in einer WG mit Jannik Löhden leben wirst.

DE: Das ist auch noch aktuell. Er hat die Wohnung besorgt und spielt momentan bei Rot-Weiß Oberhausen. Es klappt gut, wir ergänzen uns gut und gehen uns auch nicht auf die Nerven, weil wir beide viel unterwegs sind. Und wenn man mal jemanden zum Quatschen braucht, wie ich nach meinem Platzverweis in Bremen, ist es schön, wenn jemand da ist.

Wie ist die Aufgabenverteilung?

DE: Er ist mehr die Frau und übernimmt die häuslichen Arbeiten. Trotzdem muss man ihm manchmal in den Hintern treten. (lacht)

Welche Hobbies hast Du?

DE: Abseits des Fußballs versuche ich viel Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Meine Familie wohnt in Gelsenkirchen, meine Freundin lebt und studiert in Würzburg. Ich versuche so oft wie ich kann, zu ihr zu fahren. Und wenn FIFA18 herauskommt, zocke ich gerne auf der Playstation 4 mit Fortuna Köln.

Hast Du einen Beruf erlernt?

DE: Nein, ich musste mich damals entscheiden zwischen Regionalliga-Fußball oder Ausbildung. Da mein Traum immer der Fußball war, habe ich die Ausbildung hinten angestellt. So lange mich meine Füße und mein Herz über den Platz tragen, spiele ich Fußball. Das werde ich auch durchziehen und beruflich werden sich dann auch neue Türen öffnen.

Was für Musik hört Dominik Ernst?

DE: Ich bin eher der gemischte Typ. Rock oder Techno auf keinen Fall. Ich schwanke zwischen Schlager zur späteren Stunde und R&B.

Wo würdest Du gerne mal einen Traumurlaub verbringen?

DE: In den USA. Florida oder New York reizen mich.

Hast Du Tattoos?

DE: Ich habe zwei Tattoos an beiden Unterarmen, eins mit meinem Namen. Die habe ich mir mit 18 stechen lassen. Sie sind jetzt nicht der Rede wert. Ob noch eins dazukommt, weiß ich nicht.

Wir befinden uns hier in den Räumlichkeiten des Fortuna-Partners Lax-online. Da wollen wir natürlich wissen, welche Hausgeräte Du Dir schon gegönnt hast?

DE: Man sollte schon vernünftige Sachen haben, sich nicht irgendetwas zusammenkaufen und nicht an der Qualität sparen. Ich habe mir einen schönen freistehenden Kühlschrank gegönnt, der denen ähnelt, die hier im Laden stehen. Und an dem hochwertigen Toaster von SMEG habe ich auch meinen Spaß.  

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