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Neuanfang in Liga 3 – Der FSV Frankfurt kommt in Fahrt

Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga sucht der FSV Frankfurt den Neuanfang in Liga 3. Dabei brauchte der große Kaderumbruch im Sommer inklusive neuem Trainer etwas Anlaufzeit zu Beginn. Die Hessen scheinen sich aber immer besser zufinden und holten zuletzt drei Siege in Folge.

Aktuelle Lage

Der FSV Frankfurt steht derzeit auf dem 13. Tabellenplatz. Doch das Team um Ex-Bundesligist Patrick Ochs kommt jüngst stärker daher, als es die aktuelle Tabellensituation vermuten lässt. Schaut man sich die Tabelle vom 7. Spieltag an, so entdeckt man den Zweitliga-Absteiger auf dem vorletzten Platz. Zu diesem Zeitpunkt hatte man noch kein Spiel gewonnen. Lediglich drei Unentschieden sprangen in den ersten sieben Spielen für die Elf von Roland Vrabec heraus. Dabei machte das DFB-Pokal Spiel gegen den VfL Wolfsburg noch Hoffnung, in dem man sich nur knapp mit 1:2 geschlagen geben musste.
Nach dem 10. Spieltag ist das Thema Hoffnung in Frankfurt nun wieder aktueller denn je. Am 8. Spieltag gewann man 4:1 gegen Preußen Münster. Es folgten Siege gegen den VfR Aalen und die Sportfreunde Lotte. Nur der 1.FC Magdeburg und Hansa Rostock konnten die letzten drei Spieltage auch die volle Punktezahl einfahren. Dazu kommt, dass man bislang nach einer Führung noch kein Spiel verlor. Frankfurt scheint in der Saison endgültig angekommen zu sein.

Nach Jahren im unteren Mittelfeld – der Abstieg des FSV

Nach der WM 2006 im eigenen Land ging es mit dem Fußball in Deutschland bergauf. Das galt auch für den FSV Frankfurt. Unter Thomas Oral gelang in der Saison 2006/2007 der Aufstieg in die Regionalliga Süd. Es folgte der Durchmarsch: Noch vor Gründung der 3. Liga verabschiedete sich Frankfurt aus der dritthöchsten deutschen Spielklasse direkt in die zweithöchste. Dort machte man es sich gemütlich: Stolze achte Jahre war Frankfurt Teil der 2. Bundesliga - mit wechselhaften Erfolgen. Frankfurt war zumeist ein Stammgast im unteren Mittelfeld, ohne die ganz großen Abstiegssorgen. Vielmehr gelang in der Spielzeit 2012/2013 fast der ganz große Wurf, als man nur knapp den Bundesliga-Aufstieg verpasste und überraschend vor dem 1.FC Köln auf Platz vier landete. Allerdings konnte man sich anschließend nicht in der Spitzengruppe festsetzen. Vielmehr rutschten die Hessen wieder ins untere Mittelfeld ab. In der letzten Saison reichte es nicht mehr für den Klassenerhalt – ein Neuanfang musste her.

Kaderumbruch im Sommer

Der Neuanfang hatte vor allem einen ordentlichen Kaderumbruch zur Folge. 26 Spieler verließen den FSV Frankfurt im Sommer. Als Ersatz kamen 23 Zugänge. Darunter bekannte Namen aus den ersten beiden deutschen Fußball Ligen, wie Patrick Ochs (zuvor VfL Wolfsburg) oder Yannick Stark (zuvor SV Darmstadt 98). Dementsprechend sah man zu Saisonauftakt gegen Holstein Kiel eine komplett erneuerte Truppe auf dem Feld, als noch zum Saisonende in Liga zwei. Viele der neuen Spieler hatten vor der Saison noch keinerlei Drittligaerfahrung und wurden ins kalte Wasser geworfen: Insgesamt feierten 13 Spieler des FSV ihr Ligadebüt. Doch die Debutanten wissen zu überzeugen: Kein anderes Team in der 3. Liga hat mehr Tore durch Neuzugänge erzielt, als die Frankfurter.

Startelf gesucht – und gefunden

Nach den anfänglichen Schwierigkeiten und der großen Anzahl an neuen Spielern hat der FSV Frankfurt nun scheinbar seine Startelf gefunden: Die letzten drei Spiele wurden in Folge gewonnen - alle mit der gleichen Startelf. Die ersten sieben Spieltage schickte Trainer Roland Vrabec noch jedes Spiel eine andere Elf aufs Feld. Erst der klare 4:1-Heimsieg gegen Preußen Münster spühlte eine Startelf hervor, auf die Vrabec nun zu setzen scheint. Man spielt sich langsam ein in Frankfurt. Der 42-Jährige Trainer sieht aber noch Luft nach oben. Nach dem Sieg gegen den VfR Aalen sagte er im Interview mit dem Kicker: "Wir befinden uns auf einem anderen Level als zu Beginn der Saison, aber wir sind noch nicht bei 100 Prozent. Von der Mentalität her waren die beiden letzten Spiele stark, aber bei den Abläufen hat es teilweise noch gefehlt. Wir sind noch nicht hundertprozentig eingespielt." Der FSV scheint mit etwas Verzögerung aber den Schlüssel  für die 3. Liga gefunden zu haben.

Im Fokus: Fabian Schleusener

Derzeit nicht wegzudenken aus der Frankfurter Mannschaft ist dabei vor allem Fabian Schleusener. Der gebürtige Freiburger spielte vor zwei Jahren neben dem Studium noch für den Bahlinger SC in der Oberliga Baden-Württemberg. Als er 2014/15 mit 27 Treffern Torschützenkönig wurde, klopfte der SC Freiburg an. Letzte Saison kam Schleusener anschließend überwiegend für die zweite Mannschaft der Breisgauer zum Einsatz. Dabei erzielte er 13 Tore in der Regionalliga Südwest und legte zudem sechs weitere auf. Diese Leistungen blieben in der ersten Mannschaft der Freiburger nicht unbeachtet, sodass Schleusener am 22. November 2015 gegen den SC Paderborn sein Zweitliga-Debüt feierte. Drei weitere Male stand er für die Breisgauer im Kader. Anstatt ihn in die 1. Bundesliga mitzunehmen, verlieh ihn Freiburg-Trainer Christian Streich an den FSV Frankfurt. Dort zeigt Schleusener, dass er wohl für mehr berufen ist, als nur die 3. Liga: Für die Hessen konnte er bereits fünf Liga-Treffer markieren. Damit ist er bislang für knapp die Hälfte der Frankfurter Treffer verantwortlich. Auffällig dabei: Trifft Schleusener, punktet Frankfurt: In vier Spielen tauchte Schleusener als Torschütze auf - drei konnten gewonnen werden, eins endete Remis. Zudem war er es auch, der im DFB-Pokal gegen den VfL Wolfsburg den 1:2-Anschlusstreffer erzielte. Dass Fabian Schleusener der Feldspieler mit der meisten Einsatzzeit bei den Hessen ist, scheint da beinahe eine Randnotiz. In einem Team mit viel individueller Qualität ragt Linksaußen Schleusener derzeit heraus.

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