Wirtz trifft wieder: Fortuna macht den nächsten Schritt
„In erster Linie geht es immer um den Sieg. Ich bin ein Stürmer, der immer Gas gibt und nicht nur über seine Tore definiert. Natürlich tut ein Tor immer gut“, sagte Enzo Wirtz später. An Rechenspielen im Aufstiegskampf wollte er sich dennoch nicht beteiligen: „Wir müssen auf uns schauen und unsere Hausaufgaben machen. Wir denken von Spiel zu Spiel. Wenn es irgendwann soweit, dann ist es soweit.“
Während Oberhausen am Dienstag noch das Nachholspiel in Bonn bestreitet, liegen die Südstädter drei Spieltage vor Schluss mit dem deutlich besseren Torverhältnis bereits acht Punkte vorn.
Trainer Matthias Mink reagierte auf das 0:3 beim FC mit zwei Änderungen in der Startelf: Für Hamadi Al Ghaddioui rückte Enzo Wirtz ins Team, zudem begann Nico Thier für Max Fischer. Georg Strauch übernahm die Position des Rechtsverteidigers, Seymour Fünger rückte ins Zentrum der Abwehr.
Doch zunächst musste die Fortuna eine heikle Situation überstehen. Bereits in der sechsten Minute traf Seymour Fünger den Ball nach einem weiten Schlag nicht richtig, sodass Moussa Doumbouya plötzlich allein auf Lennart Winkler zulief. Der Angreifer geriet leicht ins Straucheln, Winkler blieb wach und entschärfte die Situation mit starkem Nachfassen. Es war die größte Gelegenheit der Gäste, und zugleich ein Weckruf für Fortuna.
Mit zunehmender Spielzeit gewann die Mannschaft Sicherheit und Kontrolle. In der 21. Minute brachte Adrian Stanilewicz eine Ecke scharf in den Strafraum, Torwart Marcel Hölscher war noch mit den Fingerspitzen am Ball, verlängerte ihn aber unglücklich genau auf den Kopf von Enzo Wirtz, der aus kurzer Distanz zur Führung einnickte, das Südstadion jubelte.
„Die individuelle Qualität hat den Ausschlag gegeben. Die Fortuna ist aus meiner Sicht die beste Mannschaft der Liga. Wir haben uns teuer verkauft, wir hatten gute Übergänge, im letzten Drittel hat uns die Wucht und Dynamik gefehlt. Wir hatten vor dem 1:0 eine sehr gute Chance. Für uns wären es Bonuspunkte gewesen. Wir versuchen weiter das Unmögliche möglich zu machen“, sagte Gästetrainer Dominik Sammer.
Nach einer Stunde setzte die Fortuna den nächsten Wirkungstreffer. Eine scharfe Hereingabe von Robin Afamefuna von der linken Seite drückte Timo Bornemann in der Mitte zum 2:0 über die Linie. Nur drei Minuten später hätte Nico Thier beinahe nachgelegt, doch sein wuchtiger Linksschuss aus 16 Metern krachte an die Latte. Wirklich ins Wanken geriet die Fortuna bis zum Schlusspfiff nicht mehr.
„Es sind noch drei Spiele zu gehen. Alle Spiele sind eng. Wir haben uns in der Anfangsphase schwergetan. Mit Fortlauf der Halbzeit haben wir Rhythmus aufgenommen. Gerade über die rechte Seite haben wir gute Angriffe gefahren. Ein Standard führt dann zum 1:0. Das 2:0 fällt aus einem Umschaltverhalten. Wir konnten wieder die Null halten zu Hause. Es war eine außergewöhnliche Atmosphäre bei traumhaftem Wetter. Es war ein rundum gelungener Nachmittag“, sagte Trainer Matthias Mink.
Und genauso fühlte es sich an: wie ein Nachmittag, an dem vieles zusammenpasste. Der erlösende Treffer von Enzo Wirtz, die konzentrierte Vorstellung der Mannschaft, die ausgelassene Stimmung im Südstadion und die Schützenhilfe aus Oberhausen.
Fortuna: Winkler, Strauch, Fünger, Al-Azzawe, Afamefuna, Geerkens (46. Michelbrink), Stanilewicz, Thier (87. Telle), Garcia (83. Hekmat), Wirtz (83. Al Ghaddioui), Bornemann (72. Majetic).
Tore: 1:0 Wirtz (21.), 2:0 Bornemann (60.).
Zuschauer: 3.048.