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Mehr als nur ein Finale: Derby, Emotionen und große Erwartungen

Die Vorfreude wächst mit jeder Stunde, die Spannung ist greifbar. Am Samstag (15.30 Uhr) steigt das Bitburger-Pokalfinale 2026 des FVM, und die Bühne könnte kaum größer sein: Derby, Emotionen, Rivalität und ein Spiel, auf das ganz Fußball-Köln hinfiebert. Der S.C. Fortuna geht mit dem Rückenwind des Aufstiegs und einer Welle der Euphorie in das Duell mit Viktoria. Auf dem Papier dürfte der Drittligist leichte Vorteile besitzen. Doch Pokalspiele schreiben seit jeher ihre eigenen Geschichten, und in 90 Minuten können kleinste Nuancen über Jubel oder Enttäuschung entscheiden.

„Das ist ein anderer Wettbewerb. Dass wir Meister sind, hat in Hinblick auf das Pokalfinale gar nichts zu bedeuten. Im Pokal hatten wir immer wieder andere Herangehensweisen, unterschiedliche Gegner, mit teilweise anspruchsvollen Aufgaben gegen Bonn oder Aachen. Wir freuen uns einfach auf dieses Spiel. Wir versuchen viele Dinge mitzunehmen, die wir in der Saison richtig gemacht haben, die Begeisterung, den Enthusiasmus. Die Zuschauer werden uns tragen, das ist ein wichtiger Aspekt“, sagt Fortuna-Trainer Matthias Mink.

Auch Viktoria-Coach Marian Wilhelm blickt voller Vorfreude auf das Finale und zollt dem Gegner Respekt. Gleichzeitig richtet er den Blick bereits auf das bevorstehende gemeinsame Jahr in der 3. Liga: „Die Fortuna hat sich in der Liga verdient durchgesetzt, das war über die gesamte Saison eine stabile Leistung. Wir wissen um die Stärken der Fortuna, in einem Spiel kann jeder als Sieger vom Platz gehen. Ich freue mich auf eine sehr kurze Auswärtsfahrt. Stadtderby, ausverkauftes Haus, Finale, da gibt es ja nicht viel mehr.“

Während bei der Fortuna bislang lediglich Kian Hekmat verabschiedet wurde, steht bei Viktoria ein größerer Umbruch bevor. Gleich neun Spieler werden den Verein verlassen. Besonders emotional wird dabei der Abschied von Simon Handle, der nach neun Jahren seine Karriere beendet. Zudem gehen Soichiro Kozuki, Florian Engelhardt, Robin Velasco, Tobias Eisenhuth, Joel Agyekum, Leander Popp, Frank Ronstadt und David Richter. „Das Ziel der Mannschaft war es dieses Jahr das Pokalfinale zu Hause zu erreichen. Dass es für den einen oder anderen das letzte Mal ist, macht es zusätzlich besonders. In so einem Spiel holt man die letzten Prozentpunkte raus. Für uns hat das eine große Bedeutung, auch finanzieller Natur. Das Geld hilft bei der Stabilisierung des Vereins. Es ist der Mittelrheinpokal. Ein Derby. Das wäre ein Titel, der es besonders macht“, so Wilhelm.

Während die Fortuna nach sieben Jahren endlich in den Profifußball zurückkehrt, steht für Viktoria bald die achte Drittliga-Saison in Folge an. Matthias Mink erkennt Parallelen, sieht aber ebenso klare Unterschiede zwischen den beiden Vereinen: „Die Wege der Fortuna und Viktoria sind nicht unbedingt vergleichbar. Die Viktoria hat in den letzten Jahren viel richtig gemacht, nicht nur sportlich, sondern auch was das Thema Infrastruktur und Administration angeht, ist das vorbildhaft. Wir sind aber auch durch den Rhein getrennt und die Südstadt ist schon anders. Auch deswegen muss man eine andere Herangehensweise pflegen. Wir können positive Dinge transportieren, müssen aber gleichzeitig auch unseren eigenen Weg gehen. Infrastrukturell haben wir viel aufzuarbeiten, wir müssen schauen, dass wir uns in allen Bereichen schnellstmöglich professionalisieren. Da ist Viktoria weit weg von uns.“

Rund um das Südstadion hat Mink in den vergangenen Tagen eine ganz besondere Stimmung gespürt. Die Aufmerksamkeit ist größer geworden, die Fans präsenter, die Begeisterung überall spürbar, dieses Finale elektrisiert den gesamten Verein. „Man merkt, dass die Fans danach lechzen, es gibt eine hohe Erwartungshaltung: Jeder wünscht uns viel Glück und natürlich auch Erfolg. Für den Verein ist es ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Ein Pokalsieg bringt nochmal eine Extraportion Euphorie. Auch im Hinblick auf die Sommervorbereitung. Das öffentliche Interesse ist viel größer als sonst. An dem Tag gilt es das, als Mannschaft und als Verantwortliche beiseitezuschieben. Das Momentum wird in Phasen auch immer wieder entscheidend sein. Auh die Spieler sind spannungsgeladen. Man merkt auch im Training, dass jeder dabei sein will.“

Dass die Fortuna im Höhenberger Sportpark antreten muss, spielt für Mink dagegen keine große Rolle. Vielmehr setzt der Fortuna-Trainer auf die Wucht der eigenen Anhängerschaft und den emotionalen Rückhalt der Ränge: „Ich denke nicht, dass das für die Spieler eine entscheidende Rolle spielt. Anhand der verkauften Karten ist zu sehen, dass wir viel Publikum mitbringen. Das wird unser Faustpfand sein. Es wird darauf ankommen, wie die Spieler dies leben und annehmen. Wie sie in der Lage sind, mit guten und schlechten Phasen umzugehen. Auch die Frische wird bei Temperaturen an die 30 Grad eine Rolle spielen. Das ist Tagesform abhängig.“

Nächste Begegnung
vs.
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Viktoria Köln
Höhenberger Sportpark