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Über defensive Konstanz nach oben - Der MSV Duisburg will zurück in die 2. Bundesliga

Noch kein Tabellenführer der dritten Liga hat zum aktuellen Saisonstand so wenig Tore erzielt wie der MSV Duisburg. Gleichzeitig hat aber auch noch kein Tabellenführer in dieser Liga so wenig Tore kassiert wie die Zebras. Duisburg führt die Liga derzeit dank einer herausragenden Defensive an. Wenn jetzt auch noch die Offensive in Schwung kommt, wird im Aufstiegskampf kaum ein Weg an den Zebras vorbeiführen.

Aktuelle Lage

Während andere Mannschaften der Liga zwischen Abstiegs- und Aufstiegsrängen pendeln, besticht der MSV Duisburg mit konstanten Leistungen und hat sich dadurch ganz oben festgebissen. Seit dem vierten Spieltag befindet sich der MSV auf einem Aufstiegsplatz. Seit dem neunten Spieltag ist das Team nicht mehr von der Tabellenspitze zu verdrängen. Erst zwei Niederlagen musste die Mannschaft von Ilia Gruev in der laufenden Spielzeit verkraften. In den letzten fünf Spielen konnte man immer etwas Zählbares mitnehmen. Allerdings: Vier der letzten fünf Partien endeten mit einem Unentschieden. Erst am letzten Spieltag gab es wieder drei Punkte für die Dusiburger zu feiern. Mit 2:0 gewann man bei den Sportfreunden Lotte. Dass man dabei in Unterzahl am Ende souverän gewann, dürfte dem MSV zusätzlich einen Schub geben.

Findungsphase in der Offensive

Schon in der Abstiegssaison 15/16 herrschte in Duisburg ein Offensiv-Problem. Am Ende der Spielzeit standen Kingsley Onuegbu und Giorgi Chanturia mit je vier Treffern in der Liga ganz oben auf der vereinsinternen Torschützenliste. Zum Vergleich: Bei Mitabsteiger Paderborn hatte Sven Michel doppelt so viele Tore geschossen. Auch wenn die Stürmer Onuegbu und Janjic in dieser Saison zusammen immerhin siebenmal getroffen haben, ist die Offensive nur phasenweise wiederbelebt. Seit dem Auswärtssieg gegen Jahn Regensburg am 15. Oktober herrschte in Duisburg bis zum 26. November Torflaute: Zusammengerechnet 403 Minuten schaffte es Aufstiegskandidat Duisburg nicht, ein Tor zu erzielen. In den letzten beiden Spielen traf man dann aber direkt doppelt. Die Torflaute war wohl nur ein kleiner Fleck auf einem sonst sehr sauberem blau-weißen Trikot. Die Zebras sind in der Offensive breit und vor allem mit Qualität aufgestellt. Onuegbu und Janjic schoss den MSV schon in der Saison 2014/15 von der 3. Liga in die 2. Bundesliga. Dahinter lauern Simon Brandstetter und Stanislav Iljutcenko: Brandstetter hat sich in Erfurt seine Sporen im Angriff verdient. Iljutcenko machte in der Saison 2014/15 auf sich aufmerksam, als er für den VfL Osnabrück 14 Tore schoss. MSV-Trainer Gruev hat in unterschiedlichsten Konstellationen alle vier Stürmer schon zusammen spielen lassen. Dabei haben alle vier Angreifer schon mehrfach getroffen.

Prunkstück Defensive

Das große Ausrufezeichen setzt der MSV im Defensivbereich. Dort liegen die Stärken der Zebras. Kapitän und Abwehrchef Branimir Bajic ist die zentrale Figur der Verteidigung. Der Defensiv-Verbund profitiert enorm von der Erfahrung des 37-Jährigen. Neben Bajic blüht der einstige verlorene Sohn Dustin Bomheuer auf. Das Ergebnis der guten Abwehrarbeit: Zehn Spiele ohne Gegentor, nur zweimal mehr als einen Gegentreffer kassiert, insgesamt erst zehn Gegentore bekommen: Der MSV wandelt auf historischen Spuren: Noch nie kassierte ein Drittligist nach 17 Spielen weniger Gegentore! Einzig der FC Heidenheim kommt mit elf Gegentoren zum gleichen Zeitpunkt mal an die Zebras heran. Das war in der Saison 2013/14, als die Heidenheimer in die 2. Bundesliga aufstiegen.
Dem Verein dürfte es somit gänzlich egal sein, dass Medien sie als Minimalisten abstempeln. Sechs der acht Saisonsiege feierte der MSV Duisburg bislang mit nur einem Tor Unterschied. Getreu dem Motto "offence wins games, defence wins championships" arbeitet Duisburg am direkten Wiederaufstieg.

Rückkehrer Gruev - Gemeinsam mit Herzblut

Ilia Gruev kennt den MSV Duisburg bestens, verbrachte vier Jahre als Spieler bei den Zebras. Im Jahr 2012 kehrte der heute 47-Jährige nach seiner aktiven Zeit zurück zu den Gestreiften - zunächst allerdings noch als Co-Trainer unter Kosta Runjaic und später unter Karsten Baumann. Anschließend ging es für ihn zusammen mit Runjaic nach Kaiserslautern, ehe er vor gut dreizehn Monaten zurück an die Wedau kehrte. Zwar rettete Gruev den Verein noch in die Relegation, den Abstieg konnte er aber nicht verhindern. Nun soll es direkt wieder nach oben gehen. Im Schnitt holt Gruev in der aktuellen Saison 1,82 Punkte pro Spiel. Rechnet man diesen Durchschnitswert hoch, würde Duisburg mit 69 Punkten aus der Saison gehen. In den letzten Jahren hätte diese Punktausbeute nicht für einen direkten Aufstiegsplatz gereicht. In der aktuellen Drittliga-Konstellation spricht aber einiges für ein Aufstiegsszenario mit Duisburg an der Spitze. Der Verein hat nach dem Abstieg im Sommer eine beinahe intakte Mannschaft halten können. Gemeinsam will man Duisburg wieder zurück in die Zweitklassigkeit führen.

Im Fokus: Fabian Schnellhardt 

Fabian Schnellhardt ist der Schlüssel zwischen Verteidigung und Angriff. Mit seiner Spielintelligenz kann er ein Spiel beleben und mit seiner Kreativität für Gefahr sorgen. Der Mittelfeldspieler wechselte schon in jungen Jahren von Erfurt zum 1. FC Köln. In der Saison 10/11 gelangen ihm in der B-Junioren-Bundesliga siebzehn Tore und elf Vorlagen in 27 Spielen. Im Durchschnitt konnte er sich also in jedem Spiel an einem Treffer beteiligen. Den ganz großen Sprung schaffte er beim 1. FC Köln jedoch trotzdem nicht, weshalb er 2014 zum MSV Duisburg wechselte. Schnellhardt brauchte zwar etwas Eingewöhnungszeit, ist nun aber einer der Leistungsträger. Nachdem er letzte Saison an Holstein Kiel ausgeliehen war und sich mit 12 Torbeteiligungen in 35 Partien ins Rampenlicht spielte, soll er nun die Offensive der Zebras dirigieren. Es kommt vielleicht nicht von ungefähr, dass sich die Torflaute des MSV mit drei Nullnummern genau dann ereignete, als Schnellhardt eine Rotsperre absaß. Auch wenn der 22-Jährige in der Scorerliste bislang noch nicht groß auftauchte, so bereitet er in der Offensive der Zebras viel vor. Zuletzt plagte ihn ein grippaler Infekt. Von diesem meldete sich Schnellhardt aber wieder zurück. Wenn er fit bleibt, könnte er zum Unterschiedsspieler für den MSV Duisburg werden.

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