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Trotz Platz fünf im Abstiegskampf - Der VfR Aalen im Gegnercheck

Fotograf: Florian Fischer

Rein sportlich läuft es für die Mannschaft von Rekordtrainer Peter Vollmann mehr als gut: 47 Punkte aus 30 Spielen, dem Aufstieg deutlich näher als dem Abstieg – zumindest vorübergehend. Denn die Schwaben stehen vor einem Punktabzug, neun Zähler will der DFB dem VfR Aalen auf Grund der Planinsolvenz abziehen. Grund genug, um sich mit dem Abstieg zu befassen – Dabei spielt die Mannschaft von der Ostalb dafür eigentlich eine viel zu solide Saison.

Aktuelle Lage:

Die Mannschaft von Trainer Peter Vollmann startete mit einem Lauf in die Saison 2016/2017: aus den ersten zehn Partien verloren die Schwaben nur eine (1:2 gegen den FSV Frankfurt), allerdings sprangen dabei auch nur drei Siege heraus. Im weiteren Verlauf der Serie punktete man solide weiter, was am 12. Spieltag auch die Fortuna erfahren musste: 0:2 hieß es am Ende aus Sicht der Südstädter, Wegkamp und Vasiliadis sicherten dem VfR im Hinspiel den Sieg. Aus den letzten fünf Partien konnte das Team von der Ost-Alb vier für sich entscheiden, am vergangenen Spieltag gewann Aalen mit 2:0 bei den Sportfreunden aus Lotte. Vor dem Rückspiel gegen die Fortuna rangiert die Mannschaft aus dem Schwabenland mit 47 Zählern auf einem starken 5. Platz – zumindest vorübergehend. Denn der Verein steht vor der Planinsolvenz, neun Punkte Abzug durch den DFB stehen im Raum. Aalen hat Einspruch eingelgt, das Verfahren geht vor das DFB-Präsidium. Da der Worst-Case immer noch eintreten und Aalen am Ende neun Punkte fehlen können, spricht man auf der Ost-Alb trotz Platz fünf vom Abstiegskampf. Trainer Peter Vollmann hat somit die 55 Punkte-Marke ausgerufen, um im die Liga sicher zu halten. Das Kuriose: Trotz des schwebenden Punktabzugs herrscht in Aalen viel Optimismus. Die Mannschaft zeigt sich vom Insolvenzthema unbeeindruckt und punktet wie ein Spitzenteam.

Zu viele Unentschieden:

Dabei sammelt man zumeist mindestens einen Punkt. Zwar verliert der VfR Aalen kaum, die Siege bleiben aber meistens auch aus: mit nur fünf Niederlagen aus 30 Spielen haben die Schwaben die zweitwenigsten Misserfolge der Liga – nur Spitzenreiter MSV Duisburg ist besser (vier). Der VfR Aalen ist somit nur schwer zu schlagen. Hinzu kommt, dass die Mannschaft von der Ost-Alb oft in Führung geht: 18 Mal erzielten die Schwaben das erste Tor der Partie, bei elf Spielen konnte man dabei einen Sieg einfahren. Das Manko: Die Mannschaft von Trainer Peter Vollmann kann den Vorsprung oftmals nicht halten. Mit insgesamt 14 Unentschieden steht man in der Liga nur dem FC Hansa Rostock (15) nach. Wer weiß, wo Aalen stehen würde, wenn man ein paar knappe Spiele zu seinen Gunsten entschieden hätte.

Aalen fängt die Abgänge auf:

Beeindruckend ist die Art und Weise, wie die Mannschaft von Trainer Peter Vollmann mit den Abgängen umgeht: Neben dem Innenverteidigerduo Oliver Barth (Karriereende) und Sebastian Neumann (Würzburger Kickers) verlor man vor der Saison auch Dennis Chessa an den österreichischen Bundesligisten SV Ried. Trotz der Verluste stellt man aber die drittbeste Abwehr der Liga (27 Gegentore).
Auch in der Offensive hat sich etwas getan: Dominick Drexler, mit neun Toren und sieben Vorlagen teaminterner Topscorer der vergangen Saison, verließ die Ost-Alb in Richtung Holstein Kiel. Doch auch diesen Abgang kompensierten die Schwaben hervorragend: Mit Matthias Morys (10 Saisontore) hat man einen sehr guten Ersatz in den eigenen Reihen gefunden. Der 30-Jährige, der vor kurzem seinen Vertrag bis 2020 verlängerte, ist mit seiner Dynamik eine echte Waffe in Aalens Offensive.

Ausgeglichene Bilanz:

Erst drei Mal standen sich die Fortuna aus Köln und der VfR Aalen gegenüber. Die Bilanz ist dabei ausgeglichen: jeweils ein Sieg steht für beide Teams zu Buche, hinzu kommt ein Unentschieden. Das Torverhältnis der beiden Mannschaften steht bei 3:3., die letzte Begegnung entschieden die Schwaben im Südstadion mit 2:0 für sich.

Im Fokus: Peter Vollmann

191 Drittligaspiele seit der Einführung der Liga im Jahr 2008 und damit alleiniger Rekordhalter: Peter Vollmann hat in den vergangenen 21 Jahren und 16 Trainerstationen viel erlebt. Auf seine Rekordmarke ist er stolz: „In erster Linie habe ich mich über den Sieg in Lotte gefreut. Dass ich damit auch noch Frank Schmidt als Rekordtrainer abgelöst habe, kommt sozusagen obendrauf.“, sagte der 59-Jährige nach der Partie bei dfb.de. „Für mich ist es nach wie vor ein Privileg, als Trainer arbeiten zu dürfen. Ich empfinde es durchaus als Kompliment, dass ich in der 3. Liga so lange dabei bin.“
Als seinen schönsten Moment bezeichnet Vollmann den 7:2-Sieg mit Hansa Rostock gegen die SpVgg Unterhaching in der Saison 2010/2011, die schlussendlich auch mit dem Aufstieg endete.
Übrigens: Auch mit der Fortuna verbindet den 59-Jährigen etwas. In der Saison 2000/2001 coachte der heutige VfR-Trainer die Südstädter in der Regionalliga-Nord – und verpasste mit 62 Punkten und Platz vier nur knapp den Aufstieg. Schaut man sich das Punktekonto des VfR Aalen sein, so könnte sich Vollmanns Schicksal wieder holen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der VfR am Saisonende ohne Punktabzug auf über 60 Zähler kommt. Mit Punktabzug werden den Aufsteig aber wohl andere Teams ausmachen.

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