Kapitän Robin Afamefuna im Interview: „Aachen wird ein Gradmesser für uns“
Robin, die schwere Verletzung von Jasper Löffelsend und die 0:1-Niederlage in Großaspach, die vergangenen Tage waren sicherlich nicht die erfreulichsten.
„Der Start hätte deutlich besser verlaufen können. An dieser Stelle noch einmal gute Besserung an Jasper. Wir sind alle bei ihm. Es war schlimm, dass wir das im Training kurz vor der Abfahrt erleben mussten. Wir hoffen, dass er eine gute Reha haben wird. Auch das Spiel lief nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir wollten defensiv stabil stehen, haben aber mehr Torchancen zugelassen, als wir das sonst von uns gewohnt sind. Darüber haben wir auch in dieser Woche im Training gesprochen. Wir hatten in der vergangenen Saison eine Identität, die uns ausgezeichnet hat. Die dürfen wir nicht verlieren. Gleichzeitig war es aber auch nur ein Spiel. Jetzt geht es darum, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen.“
Dass du Alemanne bist, hast du oft genug betont. Schlägt dein Herz im dritten Jahr auch langsam ein wenig für Fortuna?
„Ich habe mich von Tag eins an hier wohlgefühlt und bin unglaublich glücklich darüber, dass ich im zweiten Jahr Kapitän dieser Mannschaft sein darf. Ich habe hier einen wunderschönen Aufstieg erlebt, den ich niemals vergessen werde. Ich lebe mittlerweile in Köln, und die Stadt ist zu meinem Zuhause geworden. Natürlich will ich deshalb auch gegen die Alemannia erfolgreich sein. Sicherlich spielt es eine Rolle, wenn man mit einem Verein eine Vergangenheit hat. Ich hatte in Aachen sehr schöne Momente, nicht zuletzt den Aufstieg, und habe dort viele Jahre in der Jugend verbracht. Jetzt spielen wir mit Fortuna in der 3. Liga, genau dahin wollten wir alle. Nun müssen wir diese Herausforderung annehmen. In der Regionalliga wurde in jedem Spiel ein Sieg von uns erwartet, jetzt sind die Umstände andere. Das müssen wir annehmen. Jede Herausforderung ist noch einmal ein Stück größer als im vergangenen Jahr.“
Dein 60. Meisterschaftsspiel für Fortuna steht an, bislang hast du noch kein Tor erzielt. Ausgerechnet gegen Aachen wäre also ein guter Zeitpunkt.
„Das wäre natürlich ein super Zeitpunkt. Offiziell habe ich auch für Aachen kein Tor erzielt. Ich habe einmal eines gemacht, dass ich mir nach wie vor selbst zuschreibe, aber am Ende wurde es als Assist gewertet. Tore schießt jeder gerne. Ich hatte im vergangenen Jahr viele Assists. Wer das Tor schießt, ist aber egal. Natürlich würde ich mich freuen, wenn ich treffe. Meine Aufgaben und meine Stärken liegen allerdings woanders. Es geht darum, keine besonderen Dinge machen zu wollen, sondern das auf den Platz zu bringen, was uns bisher erfolgreich gemacht hat.“
Aachen schaltet sehr schnell um, spielt mit hoher Intensität. Es gibt sicherlich leichtere Aufgaben für den ersten Heimauftritt.
„Wir müssen von der ersten Sekunde an bereit sein. Ich habe das Spiel gegen Verl gesehen, da kommt eine enorme Wucht auf uns zu. Genau das erwartet uns in der 3. Liga. Mit der Alemannia haben wir einen Gegner, der prädestiniert dafür ist, mit hoher Intensität zu spielen, sowohl mit als auch gegen den Ball. Dafür müssen wir Lösungen finden und diese Intensität annehmen. Ich kenne das auch von den Aachener Fans, die ihre Mannschaft zusätzlich antreiben. Aber auch wir haben eine unglaubliche Unterstützung im Südstadion. Die müssen wir mitnehmen, um das Wochenende erfolgreich zu gestalten. Wir müssen leidensfähig sein. Aachen wird ein Gradmesser für uns. Danach werden wir sehen, wie bereit wir für die 3. Liga sind.“
Auch die hohen Temperaturen dürften am Samstag eine Rolle spielen.
„Das ist für beide Mannschaften ein Thema. Gerade zu Beginn der Saison bekommen Spieler bei solchen Temperaturen schon einmal Krämpfe. Das ist absolut normal, weil man diese Intensität in der Vorbereitung nur schwer simulieren kann. Die Trinkpausen werden deshalb sehr wichtig sein. Wenn am Ende die Kräfte nachlassen, werden wir sehen, ob das vielleicht entscheidend ist. Zum Glück können wir mittlerweile auch fünfmal wechseln.“
Das Südstadion ist ausverkauft, Fortuna seit langer Zeit zu Hause ungeschlagen. Wie groß ist die Vorfreude auf den ersten Heimauftritt in der 3. Liga?
„Die Vorfreude ist riesig. Seitdem ich hier bin, war es immer ein schönes Gefühl, im Südstadion zu spielen. Das war auch geprägt von vielen schönen Siegen und Erfolgen im Pokal. Wir wollen diese Serie so lange wie möglich aufrechterhalten. Das ist aber nicht der vorrangige Gedanke. Grundsätzlich wollen wir unsere Spiele erfolgreich gestalten. Wir sind alle sehr gewillt, in unserem ersten Heimspiel eine gute Partie abzuliefern und zu zeigen, dass wir an den Dingen gearbeitet haben, die in Großaspach nicht funktioniert haben. Wir wollen unseren Fans zeigen, dass wir bereit sind.“