News

Vom grünen Tisch in die Transferoffensive

Mit dem grünen Tisch kennt sich nicht nur die Fortuna aus: Weil 1860 München keine Zulassung zur 3. Liga erhielt, feierte der TSV Havelse am 3. Juni den Klassenerhalt. Der Lohn für eine starke Rückrunde, in der sich die Niedersachsen noch bis auf Platz 17 vorgearbeitet hatten. Danach ging es Schlag auf Schlag. Der Vertrag mit Trainer Semir Ferchichi wurde verlängert, die Kaderplanung mit Siebenmeilenstiefeln vorangetrieben. Mit Björn Benke wurde zudem ein neuer Geschäftsführer Profifußball installiert, allein die Berufsbezeichnung unterstreicht, was man sich in Garbsen vorgenommen hat.

Havelse im Kaufrausch: Am 3. Juli verpflichtete der TSV gleich sechs Spieler. Rechtsaußen Eric Voufack kam auf Leihbasis vom Kolding IF aus Dänemark, Marc Richter und Mittelstürmer Kwasi Wriedt von Alemannia Aachen. Dazu gesellten sich Mittelfeldspieler Jesse Tugbenyo (MSV Duisburg), Linksaußen Kevin Schumacher (VfL Osnabrück) und Linksverteidiger Max Lamby (SpVgg Unterhaching). Eine Woche später folgten mit den Stürmern Alexander Guiddir (FC Schalke 04 II) und Finn Kiszka (HSC Hannover), Innenverteidiger Donald Nduka (FC Ingolstadt) und Abwehrspieler Niklas Tauer (FSV Mainz 05 II) vier weitere Neuzugänge.

Den Abschluss bildete ein Transfer-Dreierpack: Innenverteidiger Yannick Mausehund wurde für ein Jahr vom 1. FC Köln ausgeliehen, dazu kamen Rechtsaußen Robin Velasco (zuletzt Viktoria Köln) und Torhüter Omer Hanin (zuletzt MSV Duisburg). Mausehund wird gegen die Fortuna allerdings aufgrund einer Gelb-Roten Karte aus dem Spiel beim MSV fehlen. Insgesamt stießen inklusive der vereinsinternen Transfers 24 neue Spieler zur Profimannschaft, die meisten davon jung und entwicklungsfähig.

Einer hat dabei bislang besonders auf sich aufmerksam gemacht: Alexander Guiddir. Zwölf Tore in der Mittelrheinliga für Eintracht Hohkeppel sowie einige Joker-Einsätze für Schalke 04 II standen vor seinem Wechsel nach Havelse zu Buche. In der 3. Liga kommt der 19-Jährige bereits auf vier Tore in sechs Spielen. Sein schneller Antritt, seine Durchsetzungsfähigkeit und sein starker Abschluss machen ihn zu einer der auffälligsten Offensivkräfte beim TSV.

Trotzdem steht Havelse vorerst am Tabellenende. Ausschlaggebend sind vor allem drei knappe Auswärtsniederlagen: 0:1 bei Rot-Weiss Essen, 1:2 bei Preußen Münster und 1:2 beim MSV Duisburg. Zuhause lief es besser, trotz des verpatzten Auftakts mit dem 2:3 gegen den VfB Stuttgart II. Gegen Waldhof Mannheim drehte der TSV einen 0:2-Rückstand noch in einen 3:2-Sieg. Gegen die SG Sonnenhof Großaspach gab es ein 2:2.

„Ich schätze Havelse als gefährliche Mannschaft ein. Sie haben schon einige Tore geschossen, auch gute Tore, und für jeden einzelnen Spieler ist das eine Chance, sich auf diesem Niveau zu behaupten. Deshalb werden sie uns mit Sicherheit nichts schenken“, sagt Stürmer Enzo Wirtz. 

Eigentlich wollte der TSV Havelse seine Heimspiele auch nach dem Klassenerhalt weiterhin im Eilenriedestadion in Hannover austragen. Doch daraus wurde nichts. Der Klub muss in die Heinz von Heiden Arena umziehen. Grund ist die fehlende Genehmigung für die Zusatztribünen. Diese waren nach dem sportlichen Abstieg zunächst abgebaut und nach dem verspäteten Klassenerhalt wieder errichtet worden. Eine Genehmigung des Deutschen Fußball-Bundes liegt allerdings noch nicht vor. Ohne die Zusatztribünen wird die für die 3. Liga vorgeschriebene Mindestkapazität von 5.001 Plätzen nicht erreicht.

Nach der Spielverlegung treffen sich Fortuna und Havelse nun also am Freitagabend in Hannover. Und beide Seiten haben dabei dasselbe Ziel: einen Auswärtssieg.

 

Nächste Begegnung
1:3
TSV Havelse
Fortuna Köln
Heinz von Heiden Arena