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Abgekocht im Derby: Fortuna mit schwacher erster Hälfte und am Ende fehlender Durchschlagskraft

Die Enttäuschung stand den Fortuna-Spielern nach dem Schlusspfiff ins Gesicht geschrieben. Das 0:3 im Franz-Kremer-Stadion vor 2.375 Zuschauern tat weh, nicht nur wegen des Ergebnisses, sondern auch wegen einer über weite Strecken unzureichenden Leistung. Statt eines möglichen Matchballs gab es einen herben Dämpfer, dessen Ursprung in einer schwachen ersten Halbzeit lag.

„In der ersten Hälfte ist beim FC vieles aufgegangen, bei uns gar nichts. Mit Beginn der zweiten Halbzeit haben wir viel Druck entwickelt. Wir haben auch die Konter der schnellen Spieler dann besser kontrolliert. Es wäre spannend geworden, wenn ein Tor gefallen wäre, aber dazu waren wir heute nicht in der Lage. Der FC hat es extrem gut gemacht. In der ersten Halbzeit haben sie uns abgekocht. Eine gute Hälfte reicht nicht, um ein Derby zu gewinnen. Zumal wir diese auch mit 0:1 verloren haben. Solche Spiele gibt es, davon hatten wir diese Saison nicht sehr viele. Wir können damit umgehen. Wir haben noch vier Aufschläge“, sagte Trainer Matthias Mink, der nach dem 4:1 gegen die U23 des FC Schalke auf dieselbe Startelf setzte.

Die Partie nahm früh eine bittere Wendung. Zweimal wurde die Fortuna im ersten Durchgang bei Umschaltsituationen eiskalt erwischt. Mit dem Rücken zum Tor legte Sargis Adamyan auf Patrik Kristal ab, Youssoupha Niang überlief auf dem Flügel Max Fischer, und in der Mitte rutschte Haider Al-Azzawe die Kugel über die Linie zum unglücklichen 0:1 (14.). Kurz vor der Pause folgte der nächste Nackenschlag: Nach einem geblockten Schuss von Tom Geerkens schaltete der FC blitzschnell um, Adamyan bediente Fynn Schenten, der querlegte auf den freistehenden Niang, der in die kurze Ecke zum 0:2 traf.

Nach dem Seitenwechsel zeigte die Fortuna ein anderes Gesicht. Mit mehr Mut, Tempo und frischen Kräften entwickelte das Team zunehmend Druck. Nico Thier, Enzo Wirtz und Luca Majetic brachten neuen Schwung, und plötzlich lag ein möglicher Anschluss in der Luft. Doch so groß der Einsatz auch war, der Ball wollte einfach nicht über die Linie. Immer wieder fehlte das letzte Quäntchen Präzision oder ein wenig Glück.

Sinnbildlich dafür die Szene in der 64. Minute: Mikolaj Marutzki klärte vor dem einschussbereiten Thier, und beim Nachschuss traf Hamadi Al Ghaddioui ausgerechnet den am Boden liegenden Mitspieler. Es war einer dieser Momente, die den Spielverlauf perfekt widerspiegeln, viel Aufwand, kein Ertrag.

Als die Fortuna alles nach vorne warf, nutzte der FC die sich bietenden Räume konsequent. Joker Bernie Lennemann setzte sich auf der linken Seite gegen Georg Strauch durch, und in der Mitte drückte Niang den Ball aus kurzer Distanz unter die Latte zum 0:3 (77.).

„Die Niederlage ist bitter. Die Unterstützung war top, alles war angerichtet, der Ball wollte einfach nicht über die Linie, gerade in der zweiten Halbzeit. Wir dürfen nicht in Rückstand geraten, das müssen wir uns ankreiden. Da muss ich mich und die Jungs in der Viererkette in die Verantwortung nehmen. Wir waren bei den Toren schlecht postiert, so dass der FC seine Geschwindigkeit ausspielen konnte. Dann klingelt es halt. Phasenweise war es sicherlich ein gebrauchter Tag. Und jetzt stehen wir null Punkten da“, sagte Georg Strauch.

Fortuna: Winkler, Fünger (72. Statovci), Fischer, Al-Azzawe, Afamefuna, Strauch, Geerkens (61. Wirtz), Stanilewicz, Garcia (61. Thier), Bornemann (61. Majetic), Al Ghaddioui (79. Galjen). 

Tore: 1:0 Eigentor Al-Azzawe (14.), 2:0 Niang (39.), 3:0 Niang (77.). 

Zuschauer: 2375.

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3:0
1. FC Köln II
Fortuna Köln
Franz-Kremer-Stadion