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Personalkarussell in Münster - Fortuna empfängt Preußen Münster im Südstadion

Nach enttäuschendem Start soll beim SC Preußen Münster der sportliche Aufschwung eingeleitet werden. Damit das gelingt, hat man beinahe den kompletten Verein umgekrempelt und mit Benno Möhlmann einen erfahrenen Trainer installiert. Gegen die Fortuna will der SCP die ersten Auswärtspunkte der Saison einfahren und hofft dafür auf den Anführer im Sturm.

Aktuelle Lage

Preußen Münster hat die Schnelllebigkeit der 3. Liga wohl wie kein anderes Team in dieser Saison am eigenen Leib erfahren müssen. Vor der Saison als Aufstiegsaspirant gehandelt, muss man die Tabelle im Münsterland plötzlich von ganz unten betrachten. Gerade einmal neun Punkte holten die Preußen in der aktuellen Spielzeit. Damit hat man als einziges Team noch keine zweistellige Anzahl an Punkten auf dem Konto. Mut machen der neue Mann auf der Trainerbank, Benno Möhlmann und der aktuelle Trend. In den letzten fünf Spielen setzte es einen Sieg, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen. Bei beiden Niederlagen verlor man zudem nur mit einem Tor Unterschied. Insgesamt geht man aus den vergangenen fünf Spielen mit fünf Punkten und einem positiven Torverhältnis von 7:5. Münster holte damit mehr Punkte und schoss mehr Tore als in den vorherigen acht Partien zusammen. Es wächst die zarte Hoffnung auf Besserung in Münster, auch wenn man nach dem Trainerwechsel noch auf den ersten Sieg wartet. Ein gutes Omen gibt es dabei: Als Trainer gastierte Benno Möhlmann bislang dreimal im Südstadion, alle drei Spiele gewann der 62-Jährige.

Umstrukturierungen im Verein

Wohl kaum ein anderer Verein in Deutschland hat in den letzten Wochen personelle Veränderungen erlebt wie Preußen Münster. Anfang Oktober fiel der erste Stein: Horst Steffen musste seinen Platz räumen. Für ihn besetzt nun Benno Möhlmann den Trainerstuhl. Der Wechsel brachte anschließend eine ganze Kette an Veränderungen ins Rollen. Personalien in den Führungsgremien mussten ihren Platz räumen bzw. räumten diesen im Zeichen des angekündigten Neuanfangs freiwillig. Zuletzt verließ der Geschäftsführer Sport Carsten Gockel nach fast zehnjähriger Amtszeit die Preußen. Mit neuen Entscheidern soll ein neuer Weg im Münsterland eingeschlagen werden. Bekannte Namen aus der breiten Öffentlichkeit, wie beispielsweise Christoph Metzelder, sollen den Verein neu strukturieren. Präsident wurde vor zwei Wochen Christoph Strässer. Zum Präsidium gehört seitdem auch Walther Seinsch, der einst den FC Augsburg von der Regionalliga in die Bundesliga führte. Mit der neuen Führung machten direkt auch Pläne von einem Stadionumbau die Runde. Langfristig will Münster in andere Tabellenregionen, als die, in denen man sich jetzt befindet. Möhlmanns Ziel lautet kurzfristig aber erst einmal Klassenerhalt. Dafür gab es schließlich auch Veränderungen bei der Mannschaft: Möhlmann nahm Neuzugang Michele Rizzi die Kapitänsbinde und übertrug sie Adriano Grimaldi.

Auswärts drückt der Schuh

Die letzten Jahre eigentlich stetig im oberen Mittelfeld der Tabelle anzufinden, muss man sich nun bei Preußen Münster also mit einer neuen Situation auseinandersetzen. Ein Grud für die derzeitige Lage dürfte die Auswärtsbilanz der Preußen sein: In sechs Spielen setzte es bislang sechs Niederlagen bei nur zwei geschossenen Toren. Das ist Negativwert in der noch jungen Drittliga-Historie: Noch nie hat ein Team nach 13 Spieltagen auswärts weniger Tore geschossen und weniger Punkte geholt. Das Münster mit Akteuren wie Rizzi, Rühle und Bischoff die individuelle Qualität für mehr hat, deutete man dabei durchaus an: Bereits elfmal lag der SCP in dieser Saison zurück, so häufig wie kein anderes Team. Allerdings nahm man aus drei Spielen noch einen Punkt mit, wenn auch keinen Sieg. Zudem scheint Münster bislang vor allem Anlaufzeit zu brauchen, um in die Partien zu finden: Zehn der dreizehn Tore erzielte man im zweiten Abschnitt. Zudem kassierte Münster bislang nach dem Seitenwechsel auch weniger Gegentore als noch in Halbzeit eins.

Im Fokus: Adriano Grimaldi

Adriano Grimaldi ist der Hoffnungsträger bei Preußen Münster, obwohl er mit dem VfL Osnabrück einen Erzfeind des SCP in seiner Vita hat. Der Stürmer erspielt sich in dieser Saison aber mit Leistung das Vertrauen des Publikums. Nach neun Spielen stehen bereits fünf Tore zu Buche - gleichbedeutend mit der fünftbesten Quote der Liga. Dabei gelangen dem 25-Jährigen seine Tore in seinen letzten vier Spielen. Umso bitterer für Münster, dass er sich nach dem 9. Spieltag einen Muskelfaserriss zuzog und für die folgenden Partien keine Option war. Dem Stellenwert von Grimaldi hat das indes keinen Abbruch getan: Preußens neuer Trainer machte den verletzten Grimaldi zum Kapitän.
Bereits vor der letzten Partie gegen Kiel sehnten die Preußen das Comeback des Stürmers herbei. Allerdings warf ihn eine Nervenreizung im Oberschenkel wieder zurück. Gegen die Fortuna soll der torgefährlichste Preuße nun wieder auf dem Rasen stehen. Allein seine Erfahrung spricht für sich: Grimaldi kam bereits in der ersten und zweiten Bundesliga zum Einsatz. Sein Debüt in der 1. Bundesliga gab es damals beim FSV Mainz 05 unter Trainer Thomas Tuchel: Grimaldi wurde für den heutigen Nationalspieler Andre Schürrle eingewechselt und holte einen Elfmeter beim 2:1-Sieg gegen Hertha BSC heraus. Mit seiner Erfahrung und seinen Toren soll Grimaldi nun Preußen Münster aus dem Tabellenkeller führen.

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Südstadion