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Nach Pokalerfolg: Bielefelds Hoffnung auf die Trendwende

 

Den Start in die 3. Liga dürfte sich Zweitliga-Absteiger Arminia Bielefeld anders vorgestellt haben: Bei bereits sechs Punkten Rückstand auf die Aufstiegsplätze will die Elf von Trainer Norbert Meier den Kontakt zur Tabellenspitze nicht bereits frühzeitig abreißen lassen. Nicht zuletzt auf Grund der Transfers gilt die Arminia für viele als Aufstiegsfavorit Nummer 1.

Bislang konnte die Arminia in der 3. Liga ihre Qualität aber noch nicht auf den Platz bringen. Zwar gewann man den Auftakt bei der U23 von Mainz 05. Der 2:1-Siegtreffer durch Hemlein fiel dabei aber erst in der Nachspielzeit. Zuvor überrannten die jungen Nullfünfer den Zweitliga-Absteiger phasenweise und verpassten gleich eine Reihe guter Möglichkeiten. Spätestens mit der 1:5-Niederlage in der heimischen SchücoArena war der Fehlstart der Arminia perfekt: „In Mainz ist der Kelch noch einmal an uns vorübergegangen. Vielleicht war die Niederlage jetzt der Wachmacher für einige Spieler“, hoffte Trainer Norbert Meier nach der Partie gegen Halle auf Besserung.

Der misslungene Saisonstart der Bielefelder aber setzte sich fort: Zwar holte man beim Chemnitzer FC einen Punkt. Im Derby gegen den VfL Osnabrück setzte es aber die nächste Heimniederlage: Nachdem man die erste Halbzeit verschlief, lag Bielefeld durch den Doppelpack von Iljutcenko mit 0:2 zurück. Der Anschluss von Testroet und eine Leistungssteigerung in Halbzeit zwei blieben schließlich unbelohnt. „Alle haben uns hochgelobt, aber die Fallhöhe ist groß. Das erleben wir gerade am eigenen Leib“, rekapitulierte Verteidiger Schuppan die ersten Spiele. Auch Trainer Meier fand nach der Derbyniederlage deutliche Worte: „Wir müssen die Liga schnellstmöglich kämpferisch annehmen.“

DFB-Pokal zur rechten Zeit

Insofern kam dem DSC die Pause in der 3. Liga am vergangenen Wochenende nicht ungelegen. In der 1. Runde des DFB-Pokals war man gegen den Zweitligist SV Sandhausen endlich mal nicht in der Favoritenrolle. Prompt gab es zumindest ergebnistechnisch das erste Erfolgserlebnis: Mit einem 4:1-Sieg vor eigenem Publikum machte man den Einzug in die 2. Runde perfekt. Es war zugleich der erste Heimsieg der Arminia seit dem 8. März diesen Jahres.

„Man musste uns vorwerfen, dass wir in den letzten zwei Spielen nicht in die wichtigen Zweikämpfe gekommen sind. Heute hat man gesehen, wenn man die gewinnt, wird die Brust immer breiter. Dann kommen auch gute Aktionen“, beschrieb Schuppan den Pokalerfolg. Spielerisch war aber noch nicht alles Gold, was glänzte: „Wir haben nicht überragend gespielt, aber wir haben drei Standards in Tore umgemünzt. So kannst du Spiele natürlich auch relativ klar gewinnen“, ordnete Schuppan den Erfolg ein.

Erfolgserlebnis in den Aufstiegskampf transportieren

„Wir werden den Sieg jetzt genauso ruhig behandeln, wie die Niederlagen zuletzt. Es gibt noch viel Arbeit. Das wichtigste ist jetzt der Ligaalltag und da haben wir mit Sicherheit noch etwas gut zu machen“, gibt Schuppan nach dem Sieg gegen Sandhausen die Marschrichtung vor. Ab sofort wird die Arminia in der 3. Liga zunächst wieder mit der Favoritenrolle Leben müssen. Allein die Transfers unterstreichen die Saisonziele auf der Alm: So holte man sich mit den Verpflichtungen von Daniel Brinkmann, Julian Börner, Florian Dick, Peer Kluge und Sebastian Schuppan die Erfahrung von 891 Spielen in der 1. und 2. Bundesliga ins Team. Die Arminia wird somit wissen, wie mit der Situation in der Liga umzugehen ist.

Eine Siegesserie und Bielefeld klopft in einer ausgeglichenen 3. Liga ganz schnell wieder an die Aufstiegsplätze an. Zwar fehlt Trainer Meier Mittelfeldakteur Christian Müller nach seiner roten Karten gegen Osnabrück. Zudem fällt Kluge voraussichtlich mit muskulären Problemen aus. Trotzdem ist der Kader gespickt mit Routine und individueller Klasse. Allein Torjäger Fabian Klos symbolisiert dies: 31 Treffer und 15 Vorlagen in 70 Spielen sind ein deutliches Qualitätsmerkmal in dieser 3. Liga. Nicht umsonst schloss der sportliche Leiter Samir Arabi im Sommer einen Abgang des 26-Jährigen trotz einiger Angebote von Zweitligisten aus. Schließlich will die Arminia mit Klos schnellstmöglich zurück in die 2. Bundesliga.

Fortuna will an gute Leistungen anknüpfen

Für die Fortuna geht es gegen die Arminia um die nächsten Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Die Elf von Trainer Uwe Koschinat nutzte dabei die pflichtspielfreie Zeit mit zwei Testspielen: Gegen die luxemburgische Nationalmannschaft verbuchte man einen 1:0-Erfolg. Zudem gab es für die Kölner bei Kreisligist Bergisch Born einen 19:0-Kantersieg. Mit dem Auftritt in der SchücoArena wartet wieder nun wieder ein Drittliga-Highlight auf die Fortuna: Allein die 4.710 Dauerkartenbesucher der Bielefelder werden für eine imposante Kulisse sorgen. Dass so eine Atmosphäre nicht das schlechteste Vorzeichen für die Fortuna sein muss, bewiesen die Kölner mit ihrem Auftritt beim Halleschen FC: Vor 8.568 Zuschauern im ERDGAS-Sportpark sammelte man schließlich mit einem 2:0-Erfolg die ersten drei Punkte der Saison ein.

Die Partie der Fortuna bei Arminia Bielefeld ist dabei ein TV-Spiel. Ab 14 Uhr überträgt der WDR das Traditionsduell live.

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vs.
Rot Weiss Ahlen
Fortuna Köln
Wersestadion