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Mit Sieg aus dem Tabellenkeller - Fortuna empfängt formschwachen Halleschen FC

Am Sonntag kommt es im Kölner Südstadion zum nächsten direkten Duell im Kampf um den Klassenerhalt. Mit dem Halleschen FC empfängt die Fortuna ein Krisenkind der Liga. Nach zuletzt sieben Spielen ohne Sieg und nur vier Punkten Vorsprung auf die Aufstiegsplätze, braucht das Team aus Halle an der Saale wichtige Punkte. Aufschwung könnte bei den Gästen der Trainerwechsel unter Woche geben.

Ursprünglich erst für die neue Saison verpflichtet, übernimmt Rico Schmitt bereits jetzt das Amt an der Seitenlinie. Seine größte Erfolge als Trainer waren 2010 der Aufstieg in die 2. Bundesliga mit Erzgebirge Aue und das Erreichen des Pokal-Viertelfinales mit Kickers Offenbach in der Saison 2012/13. Zudem verpasste er mit den Hessen in der vergangenen Saison nur knapp den Aufstieg in die 3. Liga. In der Relegation scheiterte Offenbach am 1. FC Magdeburg. Schmitt übernimmt in dieser Woche, früher als gedacht den Trainerposten von Vorgänger Stefan Böger, der ebenfalls mit sofortiger Wirkung das Amt als Sportdirektor antritt. Nach Jahren der Kontinuität auf dem Cheftrainerposten grüßt damit bereits das dritte neue Gesicht an der Seitenlinie. Acht Jahre lang war der Hallesche FC eng verbunden mit dem Namen Sven Köhler. Nach einem Saisonstart mit fünf Niederlagen aus den ersten sechs Spielen wurde Köhler jedoch von Stefan Böger ersetzt, der nach seiner Entlassung bei Dynamo Dresden als Experte beim MDR agierte. Pikanterweise fügte eben jener Sven Köhler der Halle-Elf von Böger am vergangenen Wochenende mit seinem neuen Club dem Chemnitzer FC im Erdgas-Sportpark eine 1:2-Niederlage zu. Als neuen Impuls von außen setzt man nun die Hoffnungen auf einen schnellen Klassenerhalt also in Rico Schmitt.


Bertram verletzt - Personalpuzzle beginnt

Dabei sorgte die Niederlage gegen den CFC nicht nur für die Verlängerung des Negativlaufs und den Trainerwechsel. Auch personell muss der HFC auf einen Eckpfeiler verzichten: Nach einem Kreuzbandriss fällt Schmitt Offensivspieler Sören Bertram lange aus. Somit ist das kongeniale Sturm-Duo Bertram/Osawe (zusammen 19 Tore/ 15 Vorlagen) für den Rest der Saison getrennt. Für Bertram ist es besonders bitter, da er immer wieder mit einem Wechsel in die Bundesliga im Sommer in Verbindung gebracht wurde. Im Winter soll er laut Medienberichten den Hallensern mitgeteilt haben, seinen im Sommer auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen.
Halle droht ohnehin ein Umbruch: Bertrams Sturmkollege Osawe wird Halle in Richtung 1. FC Kaiserslautern verlassen. Zudem plant der Verein ohne die Dienste von Ivica Banovic und Tim Kruse. Auch die Zukunft von Sascha Pfeffer und Marco Engelhardt ist fraglich. Zunächst dürften Einzelschicksale in Halle jedoch hinten angestellt werden. Im Vordergrund steht der Klassenerhalt in der 3. Liga. Das entsprechende Signal gab Böger selbst mit dem sofortigen Trainerwechsel: "Das zeigt, dass er an die Sache denkt, dass er sein Ego hinten anstellt. Das ist nun von uns allen gefordert. Es ist egal, wer spielt oder wer auf der Bank sitzt. Es geht nur darum, dass der Hallesche FC in der dritten Liga bleibt", so Abwehrchef Stefan Kleineheismann. Halles Publikumsliebling Toni Lindehahn schlägt in die gleiche Kerbe: "Das ist eine Entscheidung, die man erstmal treffen muss. Dafür hat er unseren Respekt verdient. Jetzt wollen wir aber auch den Bock umstoßen.“  

Erstes Tor richtungsweisend

Ein Zünglein an der Waage könnte dafür am Sonntag ein mögliches erstes Tor sein: Nach Rückstand erreichte die Fortuna bisher nur noch fünf Punkte, Halle gar nur drei. Rico Schmitt will mit Halle den Bock nun schnellstmöglich umstoßen. Das Restprogramm des HFC klingt machbar. Nach dem Duell mit der Fortuna gastiert zwar Aufstiegskandidat VfL Osnabrück im Erdgas Sportpark. Anschließend warten mit den Stuttgarter Kickers, dem VfR Aalen und Hansa Rostock jedoch drei Teams, die ebenfalls im unmittelbaren Abstiegskampf hängen. Punktet Halle am Sonntag bei der Fortuna könnte das noch einmal einen Schub geben in Sachen Saisonendspurt.

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