Fortuna beim 0:1 in Münster im Pech: Wieder blieb die Belohnung aus
„Im Hinblick auf das, was in der zweiten Halbzeit passierte, hätte es eigentlich nur einen Sieger geben müssen. Wir haben den Gegner als Aufsteiger in den zweiten 45 Minuten dominiert, phasenweise haben wir sie an die Wand gespielt. Fußball ist halt ab und an ungerecht und hässlich“, sagte Matthias Mink nach der Partie. Der Trainer wollte trotz der erneuten Enttäuschung den Kopf nicht hängen lassen: „Wir müssen weiter die Energie und Leidenschaft auf den Platz bringen. Wenn wir im Laufe der nächsten Wochen diese vielen Chancen haben, wird auch mal der eine oder andere reingehen. Wir haben großes Vertrauen in den Kader.“ Nach dem 0:1 gegen den VfB Stuttgart II nahm Mink drei Veränderungen in der Startelf vor. Für den gesperrten Tom Geerkens sowie Cedric Harenbrock und Nico Thier rückten Romeo Aigbekaen, Adrian Stanilewicz und Timo Bornemann ins Team.
Münster kontrollierte in der ersten Halbzeit zunächst das Geschehen. Die Fortuna verteidigte konsequent und ließ die Hausherren trotz ihrer optischen Überlegenheit kaum gefährlich werden. Die beste Chance gehörte sogar den Kölnern: In der 43. Minute drehte Max Fischer im linken Halbraum auf, marschierte in Richtung Strafraum und zog aus 18 Metern ab. Sein strammer Flachschuss krachte an den linken Pfosten. Es fehlten nur Zentimeter zur Führung.
Nach dem Seitenwechsel zeigte sich die Fortuna wie verwandelt. Die Kölner übernahmen komplett die Kontrolle, setzten Münster unter Druck und erspielten sich mehrere hochkarätige Möglichkeiten. Allen voran Kevin Krumme hätte die Gäste in Führung bringen können. In der 56. Minute nahm der Mittelfeldspieler einen Ball aus der zweiten Reihe volley, doch Münsters Torhüter Matthis Harsmann machte sich lang und fischte die Kugel aus dem linken Winkel. Nur eine Minute später kam Krumme erneut frei zum Abschluss. Diesmal setzte er seinen Volley im Strafraum hauchdünn neben den rechten Pfosten.
Die Fortuna drängte, Münster wankte, doch dann kam der bittere Rückschlag. In der 78. Minute schlug Lucas Zeller von der rechten Seite eine butterweiche Flanke an den zweiten Pfosten. Charalambos Makridis schraubte sich hoch und köpfte zur Führung für die Hausherren ein. Ein Treffer wie aus dem Nichts, der den Spielverlauf komplett auf den Kopf stellte.
Doch die Fortuna gab sich nicht geschlagen. Im direkten Gegenzug bot sich Joker Jannik Mause die große Chance zum Ausgleich. Freistehend kam der Angreifer aus acht Metern zum Abschluss, scheiterte aber am erneut stark reagierenden Harsmann. Auch danach warfen die Kölner alles nach vorne. In der 84. Minute verhinderte Krumme mit einer spektakulären Rettungstat sogar das mögliche 0:2, als er einen Lupfer von Makridis gerade noch von der Linie kratzte.
Am Ende blieb die Fortuna trotz einer starken zweiten Halbzeit ohne Lohn. „Ich denke, wir können uns nichts vorwerfen, wir haben alles reingeworfen. Die Tore wollen im Moment einfach nicht fallen. Es sollte nicht sein, wir müssen weitermachen. Wir hatten genug Chancen heute“, sagte Krumme.
„Wir haben in der ersten Halbzeit das Spiel kontrolliert, waren die bessere Mannschaft, ohne sehr gefährlich zu werden. Der Gegner macht das sehr gut. Man hat gemerkt, dass die beste Abwehr stellen. In der zweiten Halbzeit hätten wir in Rückstand geraten können, unser Torwart hat gut gehalten. Wir wussten, dass die Null gegen die Fortuna die Basis sein muss, und dann wirst du die eine Chance brauchen, und so kam es dann. Wir haben heute einen dreckigen Sieg geholt, der sich sehr gut anfühlt“, sagte Münsters Trainer Thomas Wörle.
Fortuna: Winkler, Strauch, Fünger, Al-Azzawe, Fischer, Krumme (87. Al Ghaddioui), Stanilewicz, Bröger (66. Harenbrock), Bornemann (82. Thier), Wirtz (66. Mause), Aigbekaen (82. Garcia).
Tor: 1:0 Makridis (78.).
Zuschauer: 13.182.