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Zu viele Gegentore, zu wenig Ertrag

Seit fünf Spielen wartet Preußen Münster auf einen Sieg. Nach einem starken Saisonstart ist der Zweitliga-Absteiger in der Tabelle vom dritten auf den zwölften Rang abgerutscht. Beim Auswärtsspiel in Großaspach verspielten die Adlerträger zum dritten Mal in Folge eine Führung. Zur Halbzeit lag Münster noch mit 2:0 vorne, doch innerhalb von 22 Minuten drehte der Gegner die Partie mit drei Treffern.

Es war der ernüchternde Schlusspunkt einer enttäuschenden englischen Woche. Gegen Rot-Weiss Essen führte Münster zwischenzeitlich mit zwei Toren, musste sich am Ende aber mit einem 3:3 begnügen. Wenige Tage später lag der SCP auch gegen Düsseldorf mit 1:0 in Führung, ehe die Fortuna die Partie durch einen Last-Minute-Treffer noch drehte. Der Vorsprung auf die Abstiegszone beträgt inzwischen nur noch zwei Punkte.

Im Westfalen-Pokal gelang am Dienstagabend immerhin ein Erfolgserlebnis. Bei der SG Wattenscheid 09 drehte die Mannschaft von Trainer Thomas Wörle nach einem 0:1-Rückstand nach der Pause die Partie. Haralambos Makridis, Joshua Mees und Niklas Varelmann trafen im Achtelfinale zum 3:2-Sieg. Ein Erfolg, der angesichts der zuletzt verspielten Führungen durchaus Balsam für die geschundene Münsteraner Seele gewesen sein dürfte.

Das große Manko des Tabellenzwölften ist derzeit die Defensive. Bereits 21 Gegentore kassierte der SCP an den ersten zehn Spieltagen. Die Offensive hält dagegen: Mit 18 Treffern stimmt zumindest die Ausbeute vor dem gegnerischen Tor.

Nach dem Durchmarsch von der Regionalliga bis in die 2. Bundesliga ist Preußen Münster inzwischen zurück in der 3. Liga. Auch das modernisierte Preußenstadion präsentiert sich mittlerweile in neuem Look. Vom damaligen Aufstiegskader gehören mit Simon Scherder, Niko Koulis, Rico Preißinger und Malik Batmaz allerdings nur noch vier Spieler zum Kreis der Leistungsträger. Mit Aufstiegen kennt sich auch Trainer Thomas Wörle bestens aus: Mit dem SSV Ulm gelang ihm 2023/24 der Sprung aus der 3. Liga in die 2. Bundesliga, nachdem er mit den Spatzen bereits im Jahr zuvor den Aufstieg aus der Regionalliga geschafft hatte.

Nach dem Abstieg war ein größerer personeller Umbruch unvermeidbar. Insgesamt 16 Spieler verließen den SCP. Die Hoffnungen ruhten unter anderem auf Innenverteidiger Tim Dietrich, der von der zweiten Mannschaft des FC Schalke 04 kam, sowie auf Rechtsaußen Ryan Johansson von Wehen Wiesbaden und Mittelstürmer Felix Higl von Greuther Fürth. Der gebürtige Kölner Higl traf bislang viermal.

Zu den Entdeckungen der bisherigen Saison zählen jedoch zwei andere Neuzugänge. Montell Ndikom wechselte von Hannover 96 II nach Münster und erzielte bereits vier Saisontore. Beim Pokalspiel in Wattenscheid musste der 21-Jährige allerdings frühzeitig mit einer Zerrung des Bauchmuskels ausgewechselt werden. Ebenfalls positiv in Erscheinung trat Niklas Varelmann. Der erst 19 Jahre alte Linksverteidiger spielte zuvor in der Oberliga Westfalen für die eigene Reserve und hat sich inzwischen bei den Profis in den Vordergrund gespielt.

„Münster ist ein großer Traditionsverein. Dort gibt es sehr viel Unterstützung aus der Stadt und von den Fans. Münster musste sich nach dem Abstieg zunächst neu finden, kommt aber immer besser in die Saison. Die Mannschaft ist für mich sehr solide aufgestellt und verfügt über einen starken Drittliga-Kader. Das wird wieder eine große Herausforderung. Uns wird ein heißer Fight erwarten, in dem uns alles abverlangt wird“, sagt Hamadi Al Ghaddioui. 

 

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