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Der Dorfklub mischt die Liga auf - Sonnenhof Großaspach im Gegnercheck

Fotograf: Florian Fischer

Nach der ersten Saisonniederlage gegen die Sportfreunde Lotte (0:3) möchte die Fortuna gegen Sonnenhof Großaspach zurück in die Erfolgsspur finden. Der Dorfklub steht mit 15 Punkten auf einem guten 6. Platz, kam am vergangenen Spieltag gegen Wehen Wiesbaden aber gehörig unter die Räder. Alle wichtigen Infos zur Partie gegen die SG Sonnenhof Großaspach erfahrt ihr hier!

Der Dorfklub mischt die Liga auf 

Trotz der bereits vierten Saison in der dritthöchsten deutschen Spielklasse gilt die SG Sonnenhof Großaspach weiterhin als Exot in der 3. Liga. Der Dorfklub aus der schwäbischen Provinz hält sich seit nunmehr vier Jahren mit relativ bescheidenen Mitteln souverän in der 3. Liga. Gemeinsam mit der Fortuna stieg die SG Sonnenhof Großaspach 2014 auf und überzeugt seitdem mit konstant guten Leistungen. Denn der Dorfklub – eine Bezeichnung, die keinesfalls despektierlich gemeint ist, sondern viel mehr von der SG selbst als Markenname verwendet wird -  hatte seit dem Aufstieg vor drei Jahren nicht ein einziges Mal etwas mit dem Abstiegskampf zu tun. Diese Saison startete die Spielgemeinschaft gleich mit einer faustdicken Überraschung in die neue Spielzeit. Am ersten Spieltag wurde der Aufstiegsfavorit Magdeburg mit 4:1 in der heimischen mechatronik-Arena besiegt. Man merkt also sofort: Gerade zu Hause kann die SG es mit jedem Gegner aufnehmen.

Ein Team der Extreme

Großaspach scheint ein Team der Extreme zu sein. In sechs der ersten zehn Begegnungen blieb die Spielgemeinschaft ohne eigenes Tor. Schon nach dem 0:0 gegen Jena bemängelte Trainer Hildmann die Durchschlagskraft seiner Offensive: „Was mir zuletzt auch beim 0:0 in Jena gefehlt hat, war der finale, manchmal auch der vorletzte Pass im Spiel nach vorne“. In den restlichen vier Partien erzielte Großaspach allerdings ganze elf Treffer – ein starker Wert. Dabei wird klar: Wenn die Offensive funktioniert, dann richtig. Bei zwei der vier Siege erzielte Großaspach jeweils vier Treffer. Den 1. FCM schlug man am ersten Spieltag souverän mit 4:1, in Unterhaching gewannen die Männer von Trainer Sascha Hildmann mit dem gleichen Ergebnis. Das Paradoxe: Mit Daniel Hägele führt ein defensiver Mittelfeldspieler die teaminterne Topscorerliste mit vier Treffern an. Dass bei der Spielvereinigung auch defensiv noch nicht alles rund läuft, zeigt das Torverhältnis nach den ersten zehn Spielen. Sonnenhof Großaspach stellt mit 13 Gegentreffern die fünftschwächste Defensive der Liga. Dabei fallen vor allem die beiden Niederlagen gegen Paderborn und Wiesbaden (jeweils 0:5) schwer ins Gewicht. Nimmt man diese beiden Spiele raus, kassierte Großaspach in acht Partien nur drei Gegentreffer. Das ist ein potenzieller Topwert in der Liga.

Hildmann muss den (nächsten) Umbruch meistern

Die inkonstanten Leistungen sind sicherlich auch mit dem personellen Umbruch am Fautenhau zu begründen. Denn Säulen wie Defensivroutinier Marlon Krause, Mittelfeldmann Nicolas Jüllich und besonders Stürmer Lucas Röser (14 Saisontore) verließen den Verein. Dafür kamen mit Przemyslaw Placheta, Özgür Özdemir oder Sebastian Bösel junge Toptalente nach Großaspach, die in dieser Saison schon eine entscheidende Rolle für den Dorfklub übernehmen sollen. Es bleibt also noch abzuwarten, wie die jungen Spieler die Verantwortung und die neuen Umgebung meistern. Jetzt schon ein Urteil zu fällen, ist zu früh. Der Saisonstart hat allerdings gezeigt, dass die SG in der Lage ist, auch mit den ganz großen der Liga mitzuhalten. Mit dem Abstieg wird Sonnenhof Großaspach wohl auch zum vierten Mal hintereinander nichts zu tun haben. 

Im Fokus: Joseph Claude-Gyau

Auch, weil Spieler wie Joseph Claude-Gyau in Großaspach spielen. Der 25-Jährige ist ein vielversprechender Flügelstürmer und kommt in dieser Saison nach zehn Spielen bereits auf einen Treffer und drei Vorlagen.
Gyau wechselte 2011 aus den USA in die Jugend der TSG 1899 Hoffenheim. Dort arbeitete Gyau sich innerhalb einer Saison von der U19 bis in die Profimannschaft, wurde aber auf Grund mangelnder Perspektive an den FC St. Pauli verliehen. Für die Kiezkicker kam er in 15 Partien zum Einsatz und steuerte einen Assist bei. Als hoffnungsvolles Talent wechselte Gyau 2014 von Hoffenheim zu Borussia Dortmund und sollte sich dort über die zweite Mannschaft für die Profis empfehlen. Schwere Knieverletzungen machten ihm aber immer wieder einen Strich durch die Rechnung, weshalb Gyau in Westfalen nie an seine Leistungsgrenze kam. Nach nur zehn Drittligapartien in über zwei Jahren für den BVB II wechselte Gyau im Januar 2017 an den Fautenhau. Hier zeigt der pfeilschnelle US-Amerikaner immer häufiger, wieso Hoffenheim und der BVB so große Stücke auf ihn hielten.

Fortuna hat die Nase vorn

Schaut man auf die sportliche Bilanz, so führt die Fortuna diese mit drei Siegen aus insgesamt sechs Partien an. Der letzte datiert auf den 28. Spieltag der vergangenen Saison zurück, bei dem die Fortuna mit 2:0 als Sieger vom Platz ging. Der Dorfklub konnte bisher nur eine Partie für sich entscheiden: Am ersten Spieltag der Saison 2014/2015 gewannen die Männer vom Fautenhau in der heimischen Arena mit 2:1. Zwei mal trennten sich die beiden Mannschaften unentschieden.

Organisatorische Infos:

Anpfiff der Begegnung am Samstag ist um 14 Uhr. Das Spiel wird bei Telekom Sport gezeigt. Die Großaspacher spielen in speziell angefertigten "Wasn-Trikots". 

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