Zwischen Ecuador-Chören und New Yorker Sportbars: Zwei Fortunen auf WM-Reise
Eigentlich war der Plan schlicht: ankommen, Atmosphäre aufsaugen, Fans aus aller Welt erleben. Doch schon am Abflugtag veränderte sich die Reise. Plötzlich gab es bezahlbare Tickets für das Ecuador-Spiel, und aus der Beobachterrolle wurde ein Platz mitten im Geschehen. Im Stadion in New Jersey entfaltete sich eine Atmosphäre, die die beiden so noch nie erlebt hatten. Rund 60.000 leidenschaftliche Ecuador-Fans verwandelten die Arena in ein einziges Tollhaus.
Auch abseits des Spielfelds wurde das Fortuna-Trikot zum Gesprächsöffner, fast zum Reisepass durch die Fanwelt. „Ich wurde ständig angesprochen“, erzählt Uwe. Selbst Düsseldorfer Allesfahrer tauchten plötzlich auf, interessiert an der Kapazität des Südstadions. Die Reaktionen waren überraschend positiv, fast nostalgisch. Fortuna, hieß es immer wieder, stehe für „good old football“. Auch das Vereinsheim wurde erwähnt, als ein Ort, der offenbar längst über lokale Grenzen hinaus bekannt ist. Auf solchen Turnieren, sagt Uwe, treffe man gebündeltes Fachwissen.
Was noch auffiel: Es gab keine Feindseligkeit, keine Eskalation, kein Pyro. Stattdessen ein internationales, friedliches Nebeneinander auf den Rängen. Auch die Stimmung in New Yorks Sportbars war fantastisch.
Aber auch der Kommerz der FIFA zeigte sich deutlich, etwa bei der Anreise zum Stadion in New York, die rund 100 Dollar pro Person kostete. Die Brüder entschieden sich für einen anderen Weg: Mietwagen statt Shuttle, 45 Minuten Fußweg statt überteuerten Transfers. Am Ende standen rund 200 Dollar und 13 Prozent Steuern weniger auf der Rechnung. Was blieb, war ein Kontrast aus großen Emotionen und nüchterner Organisation. Aber vor allem blieb das gesellige Miteinander der Nationen und die Gespräche am Rand des Spiels.
Am 9. Juli geht es nach einem Verwandtenbesuch zurück nach Köln. Dann wartet kein WM-Glanz mehr, aber die Perle der Südstadt.