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Wehen Wiesbaden: Fehlstart und Trainerwechsel

Dass der SV Wehen Wiesbaden nach fünf Spieltagen das Tabellenende ziert, steht im Kontrast zu den Ambitionen des Vereins. Die Hessen sind das einzige noch sieglose Team der 3. Liga. Nach dem 0:1 im Heimspiel gegen Waldhof Mannheim am vergangenen Sonntag zog Sport-Geschäftsführer Uwe Stöver die Reißleine: Daniel Scherning musste gehen, die erste Trainerentlassung der Saison war perfekt. Auch Co-Trainer Andreas Zimmermann wurde verabschiedet. In Köln übernehmen die bisherigen Co-Trainer Frank Steinmetz und Giuliano Modica.

Der Negativtrend zeichnete sich bereits länger ab. Saisonübergreifend konnte der SVWW nur eine seiner vergangenen 15 Partien gewinnen und wartet zudem seit Mitte Januar auf einen Auswärtssieg.

Pünktlich zum 100. Vereinsjubiläum wollte der SVWW eigentlich die Rückkehr in die 2. Liga schaffen. Das Vorhaben scheiterte, zu mittelmäßig verlief die vergangene Saison. Nun will der Klub aus der hessischen Landeshauptstadt im dritten Jahr nach dem Abstieg dem grauen Mittelfeld entfliehen und wieder weiter nach vorne rücken. Die Realität sieht bislang allerdings anders aus: zwei Punkte und 2:9 Tore aus fünf Partien.

Dabei verfügt Wiesbaden durchaus über einen ambitionierten Kader. Sowohl beim Gesamtmarktwert als auch beim durchschnittlichen Marktwert pro Spieler zählen die Hessen zu den wertvollsten Mannschaften der Liga. Die Unentschieden gegen Rot-Weiss Essen (0:0) und Hansa Rostock (1:1) deuten zudem an, dass der SVWW mit vermeintlichen Spitzenteams mithalten kann. Nicht umsonst wurde Wiesbaden vor der Saison als Geheimtipp gehandelt.

Kurz vor dem Ende der Transferperiode legte der SVWW gleich zwei Transfer-Doppelschläge hin. Nach den Verpflichtungen von Marcus Müller und Roberto Massimo wurden auch Raul Paula und Michael Schultz unter Vertrag genommen. Flügelspieler Paula (22) kam vom niederländischen Erstliga-Absteiger NAC Breda, für den er in den vergangenen beiden Spielzeiten insgesamt 39 Partien in der Eredivisie bestritt.

Innenverteidiger Schultz bringt reichlich Erfahrung mit. Der 33-Jährige spielte bereits für den Karlsruher SC, den 1. FC Kaiserslautern, Waldhof Mannheim, Eintracht Braunschweig, Viktoria Köln und zuletzt als Kapitän für Rot-Weiss Essen. Insgesamt absolvierte er mehr als 200 Drittligapartien.

Angreifer Müller (24) wurde bis zum Ende der laufenden Saison von Zweitligist Holstein Kiel ausgeliehen. Gleiches gilt für Roberto Massimo (24), der vom polnischen Erstligisten Górnik Zabrze nach Wiesbaden wechselte. Der Offensivspieler sammelte beim VfB Stuttgart, bei Arminia Bielefeld und bei der SpVgg Greuther Fürth bereits Erfahrung in der 1. und 2. Liga.

Nicht beim langfristig geplanten Angriff auf die Spitze mithelfen kann dagegen Sinan Karweina. Der Neuzugang vom FC Luzern fällt aufgrund einer Muskelverletzung im rechten Oberschenkel mehrere Monate aus. Der 27-Jährige sollte eigentlich den Abgang von Ex-Torschützenkönig Fatih Kaya kompensieren, der zu Samsunspor wechselte.

Verlängert hat Führungsspieler Hübner seinen Vertrag derweil um ein weiteres Jahr bis Sommer 2027. Der 35-jährige Innenverteidiger wurde zudem zum neuen Spielführer ernannt. Hübner ist ein echtes Wiesbadener Eigengewächs: Bereits im Alter von drei Jahren begann er auf dem Halberg mit dem Fußballspielen.

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