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Thomas Kraus im Interview: „Es hätte schlechter laufen können"

Der scheidende Co-Trainer Thomas Kraus (r.) vor einer Trainingseinheit mit Henri Matter und Justin Steinkötter (l.).

Nachdem sich Thomas Kraus von der Mannschaft in der Kabine und den Mitarbeitern auf der Geschäftsstelle verabschiedet hatte, gab er uns noch ein Interview, bevor er sich in den Flieger Richtung Wien setzte. Bei SK Rapid wird er, wie bereits vermeldet, unter Robert Klauß als Co-Trainer arbeiten. 

Thomas, dein sofortiger Abschied von der Fortuna kommt überraschend. Ich denke, du gehst mit einem lächelnden und einem weinenden Auge…

„Ich bin im Sommer nach dem Ende meiner aktiven Laufbahn hierher zurückgekehrt. Ich war neu in dem Job und ich habe mich von der ersten Sekunde an wohlgefühlt. Mit dem Eintritt in die Kabine habe ich gespürt, worum es geht. Jeder in diesem Verein, der mich kennt, weiß, dass die Fortuna für mich immer ein Stück weit zu Hause war. Für mich war das als Spieler und als Co-Trainer nie etwas Normales, in der Kölner Südstadt arbeiten zu dürfen. Ich bin vor allem Markus von Ahlen, mit dem ich am meisten zu tun hatte, aber auch Matthias Mink und Hanns-Jörg Westendorf unfassbar dankbar, dass sie mir diese Chance gegeben haben. Die Zusammenarbeit war top. Man kann das gar nicht bemessen, wie dankbar ich dem Verein insgesamt bin.“

Wie hast du dich selbst als Co-Trainer erlebt?

„Ich habe versucht mit meiner Art den Job so auszuführen, dass es für die Jungs passt. Und auch in der Konstellation mit dem Funktionsteam. Ich bin jeden Tag mit einem Lächeln in die Kabine gekommen. Dome Lanius hat mich mehrfach gefragt, wie kann man denn jeden Tag so gut gelaunt sein? Auch wenn man nicht gewonnen hat, gibt es für mich keinen Grund traurig zu sein. Auch als Spieler war es mein Naturell immer weiterzumachen.“

Wie fällt dein Fazit der Hinrunde in der Regionalliga West aus?

„Aus sportlicher Sicht muss ich sagen, es hätte schlechter laufen können. Ich bin happy und stolz, dass wir uns nach einer Vorbereitung, die mit Sicherheit verbesserungswürdig war, jeden Tag gesteigert haben. Wenn ich sehe, wie die Jungs miteinander umgehen und wie großartig die Arbeitsmoral ist. Da knallt es zwar auch mal, da wird es auch mal emotional. Aber solche Charaktere brauchst du, sonst gewinnst du gar nichts. Der Trainer kann diese unterschiedlichen Typen händeln. Das war für mich in meiner ersten Station schon eine gute Schule.“  

Vielleicht hast du für uns zum Abschluss noch eine nette Anekdote parat, die deine Zeit als Co-Trainer bei der Fortuna gut beschreibt?

„Ja, das war ganz witzig. Ich war zu Hause, ich habe mit dem Trainer telefoniert und ihn gefragt, wann geht die Vorbereitung los? Und er sagte das Datum und ergänzte, er wäre schon zwei Tage vorher da. Und ich fragte natürlich, warum das denn? Und Markus sagte, er wolle den Trainingsplatz abmessen mit Eisenstangen und Linien mit Kreide einzeichnen. Dann habe ich mit Markus, unserem Betreuer Wolli und dem Teammanager Simon bei 40 Grad in brütender Hitze vier Stunden lang den Platz bearbeitet. Das kannst du keinem erzählen (lacht). Aber genau solche Momente machen auch den Charme von Fortuna aus.“

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