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Tausendsassa Winkler hält in Unterzahl die Punkte fest – 2:1

In Unterzahl feiert die Fortuna beim SC Verl mit dem 2:1 den ersten Sieg in der 3. Liga. Überragender Mann in der Sportclub Arena war Torhüter Lennart Winkler. Insbesondere in der ersten Hälfte bewahrte der 22-Jährige die Kölner mit zahlreichen starken Paraden vor einem Rückstand. Ab der 43. Minute musste die Mannschaft von Trainer Matthias Mink zudem in Unterzahl spielen. Luca Majetic hatte nach einer Grätsche gegen Verls Kapitän Niko Kijewski die Rote Karte gesehen.

„Das war ein sehr glücklicher Sieg, der macht mich aber sehr stolz, weil die Mannschaft alles auf dem Platz gelassen hat. Die Rote Karte verändert den Rhythmus des Spiels. In Unterzahl haben wir noch lebendiger verteidigt. Ich habe der Mannschaft in der Halbzeit gesagt, sie soll weiter dran glauben, dann machen wir tatsächlich das 0:1“, sagte Mink. „Wir freuen uns über unsere ersten drei Drittliga-Punkte. Ein Sieg in Unterzahl ist nicht selbstverständlich. Kompliment an die Mannschaft für einen kämpferischen und leidenschaftlichen Auftritt. Wir fahren jetzt mit einem guten Gefühl nach Hause.“

Zwei Privatduelle prägten die Partie: Fortuna-Stürmer Romeo Aigbekaen gegen Verls Innenverteidiger Felix Vogler und Fortuna-Torhüter Lennart Winkler gegen SCV-Angreifer Tim Heike. Nach sechs Minuten setzte sich Aigbekaen im Strafraum gegen Vogler durch und ging zu Boden, doch der Pfiff des Schiedsrichters blieb aus. In der 22. Minute war Winkler gleich zweimal gefordert. Zunächst parierte er gegen Andre Leipold, anschließend reagierte er auch beim Nachschuss von Heike stark. Nur 120 Sekunden später war der Fortuna-Keeper erneut zur Stelle und fischte einen Schuss von Heike mit den Fingerspitzen aus dem Winkel.

Die beste Kölner Möglichkeit vor der Pause hatte Nico Thier. Vier Minuten vor dem Halbzeitpfiff schickte Adrian Stanilewicz den Angreifer mit einem feinen Pass auf die Reise. Thier lief allein auf Verls Keeper Timo Schlieck zu, setzte den Ball jedoch deutlich neben das Tor. Zwei Minuten später folgte der entscheidende Moment der ersten Hälfte: Majetic traf bei einer Grätsche an der Seitenlinie Kijewski seitlich am Sprunggelenk. Der Schiedsrichter zeigte dem Fortuna-Verteidiger die Rote Karte, eine aus Kölner Sicht harte Entscheidung.

„Verl hatte in der ersten Halbzeit einige gute Chancen. Wir haben uns schwergetan. Die Rote Karte fühlte sich an wie ein Niederschlag. In der Pause haben wir uns gut sortiert und gut eingestellt“, sagte Winkler. „Wir kommen überragend zurück mit dem 0:1. Das 1:2 hat es wieder spannend gemacht. Lob an die Mannschaft. Alle sind ans Limit gegangen, wir haben uns gegenseitig gepusht.“

Und tatsächlich zeigte die Fortuna in Unterzahl eine starke zweite Hälfte. Plötzlich waren die Gäste da. Bennit Bröger fing einen Fehlpass von Nick Seidel ab und trieb den Ball nach vorne. Rechts legte er auf Aigbekaen ab, der in den Strafraum eindrang, Vogler tunnelte und den Ball flach in die linke Ecke setzte, 0:1 (62.).

Verl drängte anschließend auf den Ausgleich, doch immer wieder war Winkler zur Stelle. In der 75. Minute parierte er erneut einen Kopfball von Heike. Die Fortuna verteidigte leidenschaftlich und setzte kurz vor Schluss den nächsten Nadelstich. Eine Minute vor dem Ende vertändelte Vogler einen langen Ball. Timo Bornemann nutzte die Gunst des Moments und erzielte als Joker das 0:2. Doch die Partie war noch nicht entschieden. Direkt im Gegenzug zog Amin Farouk aus 16 Metern ab und traf zum 1:2. Sieben Minuten Nachspielzeit wurden für die Kölner damit noch einmal zur Geduldsprobe.

In der achten Minute der Nachspielzeit schien Heike dann tatsächlich noch den Ausgleich zu erzielen. Sein Treffer zählte jedoch nicht: Vorlagengeber Seidel stand zuvor im Abseits. Kurz darauf war Schluss, und die Fortuna durfte nach einem leidenschaftlichen Kampf ihren ersten Sieg in der 3. Liga feiern.

„Das war ein geiles Gefühl, ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden“, sagte Winkler, der nach dem Abpfiff von den mitgereisten Fortuna-Fans mit Sprechchören gefeiert wurde.

Verls Trainer Orest Shala sah seine Mannschaft trotz der Niederlage lange im Vorteil: „Das Spiel ist eigentlich so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt hatten. Insbesondere in der ersten Halbzeit hatten wir viele Chancen. Der Torhüter hält den Schuss von Heike überragend. Im zweiten Abschnitt haben wir uns schwerer getan, Möglichkeiten herauszuspielen. Wenn du 40 Minuten in Überzahl spielst, musst du ein Tor erzielen. Das zweite Gegentor hat uns extrem wehgetan. Beide Gegentore fallen nach individuellen Fehlern.“

Fortuna: Winkler, Afamefuna, Fischer, Al-Azzawe, Telle (82. Fünger), Strauch, Stanilewicz, Majetic, Bröger (86. Krumme), Thier (59. Heister), Aigbekaen (82. Bornemann).

Tore: 0:1 Aigbekean (62.), 0:2 Bornemann (89.), 1:2 Farouk (90.). 

Rote Karte: Majetic (43.). 

Zuschauer: 1.941.

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1:2
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