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Mit Offensiv-Power zum Erfolg - Der Chemnitzer FC im Gegnercheck

Am Freitag reist die Fortuna zum Chemnitzer FC an die Gellertstraße. Die Himmelblauen lauern konstant hinter den Aufstiegsplätzen. Die Köhler-Elf zeigt sich bislang stabil und kann sich zumeist auf ihre Offensivqualitäten verlassen.

Aktuelle Lage

Die aktuelle Saison verläuft bislang äußerst komfortabel für den CFC. Man hat aktuell eine Art Verfolgerrolle angenommen. Momentan befindet man sich in der dritten Liga auf Rang sechs, nur zwei Punkte vom Relegationsplatz entfernt. Zudem hat man noch ein Spiel weniger als der Großteil der Mannschaften. Wegen Unbespielbarkeit des Platzes im Frimo Stadion der Sportfreunde Lotte wurde das für vergangenen Samstag angesetzte Spiel abgesagt. Auch ein stattdessen angesetzter Test des CFC gegen den VFB Auerbach konnte kurzfristig nicht stattfinden. So gehen die Sachsen in jedem Fall ausgeruht und mit viel Vorbereitung ins Duell mit der Fortuna. Das letzte Spiel des DDR-Meisters von 1967 ist zwölf Tage her. Dabei will man das letzte Ergebnis ausmerzen: Gegen den VfR Aalen lief man zu Hause einem 0:1-Rückstand hinterher. Zum Anfang des zweiten Spielabschnitts sah Dennis Grote aufgrund einer Beleidigung die rote Karte. Chemnitz agierte daraufhin fast 45 Minuten in Unterzahl. Der Ausgleich blieb aus und damit auch die Möglichkeit, eine gute Ausgangslage in eine noch bessere zu verwandeln.

Eingeschlichene Heimschwäche

Nach der Niederlage gegen Aalen warten die Himmelblauen nun schon seit fünf Spielen auf einen Heimerfolg. Der letzte Sieg in der community4you Arena gelang dem Team von Sven Köhler am 16. Oktober gegen den FSV Mainz 05 II. Davor hatte man allerdings noch drei Heimsiege in Folge feiern dürfen. Die ausbleibenden Punkte im eigenen Stadion kompensiert der Fußballclub aus Chemnitz durch eine starke Auswärtsbilanz: Auf fremden Plätzen holte man in den letzten fünf Begegnungen elf von fünfzehn möglichen Punkten. Das sind Werte eines Aufstiegskandidaten. Mit der Fortuna kommt aus Chemnitzer-Sicht vielleicht ein Lieblingsgegner zur rechten Zeit: Der Fortuna-Sieg im Hinspiel war der erste seit 1999. Davor setzte es eine Serie von sieben sieglosen Spielen. Sechs dieser sieben Begegnungen gewann der CFC sogar. Die beiden Heimspiele in der 3. Liga entschied Chemnitz jeweils mit 3:1 für sich.

Das erfolgreichste Offensiv-Duo der Liga im Sturm

Beschränkt man sich nur auf die Offensive, müsste man den Chemnitzer FC zu den klaren Aufstiegsfavoriten zählen. Die Mannschaft um Kapitän Kevin Conrad stellt zusammen mit dem 1. FC Magdeburg nach Jahn Regensburg das treffsicherste Team der Liga. 36 Tore erzielten die Himmelblauen in der laufenden Saison schon (Regensburg 37). Zudem steht noch die Nachholpartie gegen die Sportfreunde Lotte aus. Wenn die Offensive des CFC ins Rollen kommt, ist sie nur schwer aufzuhalten. Von insgesamt neun Saisonsiegen beendete man sechs mit drei oder mehr geschossenen Toren - eine besondere Statisik in dieser engen Liga. Mit Anton Fink stellt man den aktuell besten Torschützen der Liga, zusammen mit Magdeburgs Christian Beck. Elfmal umspielten die beiden schon den gegnerischen Torwart. Gleichzeitig sind Anton Fink und sein Mitspieler Daniel Frahn das erfolgreichste Offensivduo der 3. Liga. Zusammengerechnet lieferten sie schon neunzehn Tore und zwölf Vorlagen. Trotz der vielen Treffer ist Chemnitz aber das einzige Team der Liga ohne Tor eines Abwehrspielers. Generell präsentiert sich die Verteidigung des CFC zwar überdurchschnittlich gut in der Liga, trotzdem vermittelt die Hintermannschaft von Sven Köhler keinen Eindruck von anhaltender Konstanz. Bislang verpasste man es, zwei aufeinanderfolgende Spiele zu null zu beenden. Zudem stellte man trotz guter Offensive in sechs von sieben Saisonniederlagen keinen eigenen Treffer auf die Beine. Wenn Chemnitz spielt, ist trotzdem meist Spektakel angesagt. Die letzte Nullnummer bei CFC-Beteiligung gab es am ersten Spieltag gegen Sonnenhof Großaspach.

Neuzugänge spielen sich fest

Mit Dennis Grote, Dennis Mast und Björn Jopek konnte man sich in der Sommertransferperiode besonders in der Offensive verstärken. Alle drei haben bereits Einsätze in der zweiten Bundesliga sammeln können, Grote sogar in der ersten. Wegen fehlender Einsatzzeiten landeten Grote, Mast und Jopek im Sommer schließlich in der 3. Liga beim Chemnitzer FC. Mittlwerweile sind alle feste Größen in der Mannschaft. Außerdem konnten sie sich jeweils schon mit Treffern in der Torschützenliste eintragen. Grote wird Sven Köhler aber im Duell mit der Fortuna gesperrt fehlen. Im Winter hat man mit der Verpflichtung von Berkay Dabanli auch im Defensivbereich zugelegt. Der Innenverteidiger wuchs in Frankfurt auf, spielte aber zuletzt für den türkischen Zweitligisten Eskisehirspor. Zuvor kam er auch in der ersten türkischen Liga für Eskisehirspor und Kayserispor zum Einsatz. Des Weiteren lief Dabanli aber auch in der Bundesliga im Trikot des 1. FC Nürnberg auf. Ihm fehlt zwar, wie Grote, Mast und Jopek Spielpraxis, trotzdem könnte er sich für den CFC als Glücksgriff herausstellen. Den Rückrundenstart verpasste Dabanli zunächst noch, da er auf seine Spielberechtigung warten musste. Zuletzt war er aber gegen Aalen und Frankfurt dabei. In diesen Spielen kassierte die Truppe um Dabanli immerhin nur einen Gegentreffer. 

Im Fokus: Anton Fink

Im Angriff hat Chemnitz mit Anton Fink die personifizierte Torgefahr auf dem Platz. Fink steht (zusammen mit Christian Beck) mit elf Saisontoren und sechs Vorlagen auf dem vordersten Platz der Torschützenliste in der dritten Liga. In der ersten Drittligasaison seit dem Aufstieg kam der damals 24-Jährige vom Karlsruher SC zu den Himmelblauen. In Chemnitz wusste er sofort zu überzeugen. So schoss er in seinem ersten halben Jahr gleich zehn Tore für den Aufsteiger. Seit seiner Debut-Saison beim CFC hat Fink in jedem Jahr zweistellig einnetzen können. Mittlerweile befindet er sich in seiner sechsten Chemnitz-Spielzeit und hat die besagte Marke bereits jetzt wieder erreicht. Er steht kurz vor seinem 200. Spiel für den Chemnitzer FC und hat während dieser Zeit schon über hundert Tore verbuchen können. Zudem ist er der allererste Spieler, der die 100-Tore-Marke in der dritten Liga geknackt hat. In der Winterpause 16/17 sprach Anton Fink auf DFB.de über seine persönlichen Ziele. Ein Wunsch kristallisierte sich dabei besonders heraus: "Es ist kein Geheimnis, dass ich noch einmal in der zweiten Bundesliga angreifen will - am liebsten mit dem CFC." Der Wunsch könnte schon bald Realität werden, wenn Chemnitz offensiv an die Leistungen der Hinrunde anknüpfen kann und sich die Defensive weiter stabilisiert.

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