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Matthias Mink vor Großaspach: „Wir haben allen richtigen Bock auf dieses Spiel“

Am Samstag (16.30 Uhr) beginnt für den S.C. Fortuna Köln nach siebenjähriger Abstinenz das Abenteuer 3. Liga. Die Südstädter sind zum Auftakt beim Mitaufsteiger SG Sonnenhof Großaspach zu Gast. Vor dem ersten Spiel in der Wir-machen-Druck-Arena haben wir mit Trainer Matthias Mink gesprochen.

Eine Frage noch einmal zur Aufstiegssaison: Welcher Moment ist dir bis heute besonders im Gedächtnis geblieben?

„Es gibt nicht diesen einen Moment, sondern viele schöne Momente. Es wäre falsch, jetzt eine einzelne außergewöhnliche Geschichte herauszugreifen.“

Die Generalprobe wurde mit 3:0 gegen die Offenbacher Kickers gewonnen. Wie viel Startelf steckte da schon mit Blick auf den kommenden Samstag drin?

„Das werden wir am Samstagnachmittag sehen. Das Grundgerüst steht. Man sieht aber auch im Verlauf der Trainingswoche, dass alles sehr eng beieinander ist. Es wird Enttäuschungen geben, schon bei der Kadernominierung und auch mit Blick auf Einsatzzeiten. Aber die Saison ist extrem lang. Wir sind sehr froh, dass jeder mitzieht und wir die Trainingsqualität gerade in den vergangenen beiden Wochen noch einmal steigern konnten. Das hat man auch in den Testspielen gesehen. Es gab eine klare Entwicklung, jetzt geht es endlich los.“

Du bist schon lange im Trainergeschäft. Kennt man vor dem ersten Spieltag trotzdem noch Lampenfieber oder Nervosität?

„Nervosität gehört an jedem Spieltag dazu, mal etwas mehr, mal etwas weniger, je nachdem, in welcher Phase der Saison man sich befindet. Mit der Zeit entwickeln sich aber Routinen. Es ist wichtig, dass man sich darin wohlfühlt. Das ist bei Trainern nicht anders als bei Spielern. Sicherheit gibt einem vor allem, wenn die Mannschaft gut arbeitet und die Werkzeuge, die man ihr an die Hand gibt, funktionieren. Das nimmt einem viel von der Nervosität. Wir fiebern diesem Spiel in Großaspach entgegen und haben allen richtigen Bock darauf. Ich bin seit über zwei Jahrzehnten in diesem Geschäft unterwegs, da bringen dich Kleinigkeiten nicht mehr so schnell aus der Ruhe.“

Für viele Spieler ist die Vorbereitung nicht unbedingt die schönste Phase der Saison. Geht dir das ähnlich?

„Die Vorbereitung ist für Trainer, Spieler und Staff eine gute Zeit, weil man vieles ausprobieren kann. Man kann Spielzeiten gut verteilen sowie Entwicklungen beobachten und bewerten. Keine Vorbereitung ist wie die andere. In diesem Jahr hatten wir mehr Testspiele als im vergangenen Sommer. Damals war die Vorbereitung unruhiger, weil der Kader noch nicht komplett war. Diesmal konnten wir weitgehend mit der gesamten Mannschaft arbeiten. Die Vorbereitung dient allen dazu, sich einzufinden. Deshalb glaube ich nicht, dass die Spieler sie als Ballast empfinden. Gerade Neuzugänge können diese Zeit nutzen, um sich zu zeigen. Am Ende zählt immer die Leistung.“

Welche Erkenntnisse hat dir die Vorbereitung gebracht?

„Viele positive. Letztlich geht es um das Thema Mannschaft und Team. Ich glaube, dass wir dort noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht haben. Die Mannschaft muss verstehen, dass ein wichtiger Baustein unseres Erfolgs darin liegt, die Trainingsqualität hochzuhalten und den Konkurrenzkampf zu fördern. Das ist der übergeordnete Eindruck, den ich aus dieser Vorbereitung mitnehme.“

Der Aufstiegskader wurde größtenteils zusammengehalten und mit jungen Talenten sowie Jasper Löffelsend verstärkt. Wird der starke Teamgeist ein Faustpfand in der 3. Liga sein?

„Das wird man sehen, aber ich hoffe es. Das ist zumindest ein wichtiger Ansatz. Ich denke außerdem, dass wir uns auch in der Spitze verstärkt haben. Der eine oder andere Neuzugang wird am Samstag in der Startelf stehen. Junge Spieler sind oft in der Lage, besonders schnell Entwicklungsschritte zu machen. Deshalb bin ich guter Dinge.“

Kannst du die sechs Neuzugänge jeweils in wenigen Worten charakterisieren?

„Mit Jasper haben wir einen erfahrenen Spieler geholt, der Verantwortung übernehmen kann und soll. Die jungen Spieler haben das Potenzial, sich zu echten Qualitätsspielern zu entwickeln. Wir haben bewusst unterschiedliche Spielertypen für verschiedene Mannschaftsteile verpflichtet und genau darauf geachtet, wie sie zu den Spielern passen, die bereits da sind. Es ging darum, eine gute Balance zu finden, die Mannschaft nicht auseinanderzubringen und uns als Team trotzdem weiterzuentwickeln. Das ist uns gelungen. Trotzdem ist die Kaderplanung nicht zwangsläufig abgeschlossen. Es kann noch etwas passieren, abhängig vom Saisonstart oder möglichen Verletzungen.“

Die Spieler der Fortuna haben, nach Großaspach, die wenigsten Einsätze in der 3. Liga vorzuweisen. Ist das ein Nachteil?

„Wie soll ich das letztlich beurteilen? Anhand von Statistiken über Erfahrung oder Ligazugehörigkeit gewinnt oder verliert man keine Spiele. Wir sind davon überzeugt, dass unsere Spieler ihre Qualität auch eine Liga höher auf den Platz bringen können. Das haben wir gegen Aachen im Pokal gezeigt. Aachen hatte damals eine sehr gute Phase und am Ende der Partie stand eine starke Drittligamannschaft auf dem Platz. Auch bei einer guten Viktoria waren wir über 120 Minuten in vielen Phasen auf Augenhöhe. Daran werden wir uns messen lassen.“

Was erwartet euch am Samstag für ein Gegner in Großaspach?

„Ein sehr eingespielter Gegner. Viele Spieler spielen dort seit mehr als zwei Jahren zusammen. Die Mannschaft ist mit zwei Aufstiegen in Folge aus der Oberliga bis in die 3. Liga durchmarschiert. Sie bringt ähnliche Voraussetzungen mit wie wir. Großaspach funktioniert als Team hervorragend und verfügt über hohe fußballerische Qualität, was sich auch in der enormen Torausbeute gezeigt hat. Sie sind am Ende souverän Meister geworden, wenn auch mit zwei Punkten weniger als wir. Ich erwarte ein Duell auf Augenhöhe.“

 

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