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Highlight im Südstadion - Fortuna empfängt euphorisierten VfL Osnabrück

Fotograf: Tom Hettinger

In der letzten Saison hat es für Osnabrück mit der zweiten Liga nicht sollen sein. Dieses Jahr könnte sich das jedoch ändern. Osnabrück steht knapp hinter Duisburg auf dem zweiten Platz der Liga und hat bislang stets Kontakt zu den Aufstiegsplätzen. Jetzt kommt mit Halil Savran auch noch die personifizierte Torgefahr zurück.

Aktuelle Lage

Der VfL Osnabrück ist seit drei Spielen ungeschlagen. Nach zwei Punkteteilungen gegen den FSV Frankfurt und den VfR Aalen (beide 1:1) bezwang man zuletzt die Sportfreunde Lotte mit 3:0. Lotte hatte zuvor den SC Paderborn mit 6:0 abgeschossen, weswegen der hohe Sieg der Osnabrücker gegen die Sportfreunde noch höher einzustufen ist. Der wiedergenesene Halil Savran konnte in diesem Spiel erstmals wieder von Anfang an auflaufen und wusste sich sofort mit zwei Treffern einzubringen. Durch den Sieg zieht Osnabrück von den Punkten her mit dem MSV Duisburg gleich. Nur aufgrund der Tordifferenz kommt man am Samstag nicht als Tabellenführer ins Südstadion. Dabei haben die Lila-Weißen bislang einen Sieg mehr als der MSV zu feiern: Acht Siege kann noch kein anderer Drittligist verzeichnen. Gegen die Fortuna könnte Osnabrück nun die Tabellenspitze erobern.

Fortschritt durch Konstanz

Häufig gewinnt der VfL Osnabrück seine Spiele nur knapp. Sechs von acht Siegen erreichte man mit nur einem Tor Unterschied. Vier Spiele endeten mit einem 1:0 für das Team von Trainer Joe Enochs. Die Defensive um Willers und Dercho harmoniert. So gab es lediglich zwei Ausrutscher für Osnabrück, in denen man drei oder mehr Tore kassierte. Insgesamt blieb Keeper Gersbeck aber schon in sechs Begegnungen ohne Gegentor. Fünf Partien beendete man mit nur einem Gegentreffer. Der defensive Trend zeigt an der Bremer Brücke steil nach oben: Kassierte man bis zum fünften Spieltag noch neun Gegentore, waren es in den letzten sechs Partien nur noch vier Gegentreffer.

Erfolgsformel: Abgeklärtheit + Cleverness = Punkte

Die Offensive der Osnabrücker ist schwer auszurechnen. Sie ist nicht von Einzelspielern abhängig. Das spiegelt sich in der Ausgeglichenheit an Treffern wieder. Beim VfL durften sich schon mehrere nominelle Verteidiger, Mittelfeldspieler und Stürmer in die Torschützenliste eintragen. Insgesamt verteilen sich die 23 Tore des VfL auf elf verschiedene Torschützen: Topwert der 3. Liga - kein Team hat mehr verschiedene Torschützen bislang.
Des Weiteren ist man bei der Art der Tore äußerst variabel. Osnabrück erzielt seine Treffer ziemlich ausgeglichen per Kopf, Fuß oder direktem Standard. Mehr als doppelt so traf man dabei in der zweiten Spielhälfte. Trifft Osnabrück erst einmal, wird es ganz schwer: Mit einer Führung im Gepäck präsentiert man sich im Anschluss sehr sicher. Bei zehn Führungen sprangen acht Siege und zwei Unentschieden für die Mannschaft von Enochs heraus. Osnabrück zeigt sich clever und ist sich dann nicht zu schade, auch mal härter zu agieren: Schon 49 gelbe Karten gab es für die Lila-Weißen in der Saison - Kein anderes Team musste mehr hinnehmen. Wie clever und diszipliniert Osnabrück aber als Mannschaft ist, zeigt der Fakt, dass man bislang das einzige Team ist, das noch keinen Platzverweis sah. 

Zweite Liga im Visier

Schon in der letzten Spielzeit war man nicht weit von der zweiten Bundesliga entfernt. Osnabrück fand sich zwar erst langsam in der Saison 15/16 zurecht, kam dann aber ins Rollen. Nach zehn Spieltagen fand man sich nur auf Platz zwölf in der Liga wieder. Die Punkte spiegelten den Tabellenplatz wider. Mit zwölf Zählern befand man sich nur knapp vor den Abstiegsrängen. Spult man aber auf den zwanzigsten Spieltag vor, sucht man den VfL in der unteren Tabellenhälfte vergeblich. Der Verein hatte in die Spur zurückgefunden und stand plötzlich auf Rang vier, mit nur einem Punkt Rückstand auf die Aufstiegsplätze. Eng verbunden damit ist der Name Joe Enochs: Der Trainer beerbte früh den jetzigen Bundesliga-Trainer Maik Walpurgis. Enochs hat es mit viel Authentizität geschafft, die Bremer Brücke wieder zu beleben. Am dreißigsten Spieltag stand man auf dem Relegationsplatz zur zweiten Bundesliga und hatte man sogar nur einen Punkt Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz. Doch dann folgte der Rückschlag und Osnabrück landete am Ende auf Position fünf. Im Sommer verlor man mehrere wichtige Spieler wie Pisot und Schwäbe an die zweite Liga verloren, konnte sich aber auch mit neuem Personal auffrischen. Darunter Namen wie Wriedt, Heider, Schulz, Gersbeck und Ex-Viktoria-Spieler Jules Reimerink, die alle regelmäßig in der Startelf stehen. Marcos Alvarez, der sich zum Ende der letzten Spielzeit einen Kreuzbandriss zuzog und deshalb keinen neuen Vertrag bei Osnabrück bekam, könnte zur Rückrunde sein Comeback in der dritten Liga feiern, vielleicht ja sogar bei seinem Ex-Verein. Zumindest hält sich der Stürmer, der letzte Saison so gut mit Halil Savran harmonierte, an der Bremer Brücke fit.

Im Fokus: Halil Savran

Der Fokus liegt in Osnabrück diese Saison auf dem 31-Jährigen Savran. Der Kapitän musste zwischenzeitlich sieben Spiele aufgrund eines Mittelfußbruches pausieren. Gegen den VfR Aalen konnte er ein kleines Comeback geben. Gegen die Sportfreunde Lotte gab es dann das Große. Savran überzeugte und konnte sich direkt wieder mit einem Doppelpack am Sieg beteiligen. Savran bringt viel Qualität und Erfahrung ins Spiel des VfL ein, schoss in neun Spielen vier Tore und breitete drei vor. Mit ihm hat Osnabrück erst ein Spiel in dieser Saison verloren. Savran ist ein Spieler der besonderen Momente. Das zeigte er am 25. Juli 2008, als er das erste Tor in der Geschichte der neu gegründeten dritten Liga überhaupt erzielte. Damals noch im Trikot von Dynamo Dresden, könnte der Angreifer diese Spielzeit bei und mit Osnabrück eine große Rolle spielen. Mit seiner Mentalität und seinem Willen lebt er das Spiel des VfL als Kapitän vor.

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Südstadion