Fortuna in Mannheim vom Pech und der Schiedsrichterin verfolgt
„Das Spiel hatte keinen Sieger verdient. Das 1:1 war eine gute, schnelle Reaktion auf den Rückstand. In der ersten Halbzeit hatten wir viele gute Umschaltmomente, daraus müssen wir mehr Ertrag erzielen. Ob der Elfmeter berechtigt war, ist egal. Schon beim 0:1 gab es eine umstrittene Entscheidung. Haider Al-Azzawe und Terence Boyd gehen sich beide an die Wäsche, Haider spielt den Ball, das ist kein Foulspiel. Aus dem Pfiff resultiert der Ballbesitz für den Gegner und dann spielen sie es über die Seite durch. Auf uns prasselt aktuell viel ein. Die Mannschaft hat auch heute wieder nicht alles, aber vieles richtig gemacht“, sagte Trainer Matthias Mink. Erstmals in dieser Saison schickte er gleich sieben Neuzugänge von Beginn an aufs Feld. Im Tor feierte Ben Zich seine Premiere in der 3. Liga. Er vertrat den erkrankten Lennart Winkler.
In einer abwechslungsreichen und unterhaltsamen ersten Halbzeit ging Mannheim nach 29 Minuten in Führung. Lovis Bierschenk umdribbelte auf der rechten Seite Max Fischer und Seymour Fünger und legte auf Julian Rieckmann ab. Dessen scharfe Hereingabe vom rechten Strafraumeck drückte Terence Boyd freistehend aus stark abseitsverdächtiger Position über die Linie.
Die Fortuna ließ sich davon nicht beeindrucken und antwortete prompt. Bennit Bröger startete an der Mittellinie auf der rechten Seite durch, spielte einen Doppelpass mit Jannik Mause und drang in den Strafraum ein. Nahezu von der Torauslinie hatte er das Auge für Romeo Aigbekaen, der aus sieben Metern zum 1:1 einschob (32.).
Wenig später hätte die Fortuna die Partie sogar drehen können. In der 38. Minute konterte sie über Mause. In der Mitte standen gleich mehrere Kölner völlig frei, doch der Stürmer legte den Ball im Strafraum direkt in die Beine von Lukas Klünter. Eine große Möglichkeit blieb damit ungenutzt.
„In der ersten Halbzeit hatte ich eine große Chance, ich muss den Ball nur rüberlegen, das mache ich nicht gut. Ansonsten steht es 2:1 für uns. Es fehlen am Ende immer ein paar Prozent, das ist bitter. Wir spielen uns Chancen heraus, aber die Ausbeute ist nicht gut genug. Wir sind in einer Negativspirale. Für mich ist es kein Strafstoß. Den Elfer kann man geben, wenn man sehr kleinlich pfeift“, ärgerte sich Mause nach dem Spiel.
Neun Minuten nach Wiederbeginn war Rieckmann nach einem Doppelpass auf der rechten Seite durch und legte den Ball an das hintere Fünfmetereck. Boyd rutschte in die Hereingabe, doch Fortuna-Keeper Zich reagierte glänzend und entschärfte die Situation. Ansonsten blieben klare Torchancen auf beiden Seiten Mangelware. Vieles deutete bereits auf eine Punkteteilung hin, ehe die Schiedsrichterin in der Schlussphase ins Zentrum rückte.
Masca kam im Strafraum nach einem leichten Schubser von Haider Al-Azzawe in den Rücken zu Fall. Davina Lutz zeigte zum Entsetzen der Kölner auf den Elfmeterpunkt. Eine Entscheidung, die bei der Fortuna für reichlich Unverständnis sorgte. Julian Ulbricht ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, schickte Zich in die falsche Ecke und verwandelte sicher zum 2:1. In der zweiten Minute der Nachspielzeit war damit die nächste bittere Niederlage für die Fortuna besiegelt.
Fortuna: Zich, Heister, Fünger, Al-Azzawe, Fischer, Strauch (68. Stanilewicz), Krumme, Harenbrock (68. Geerkens), Bröger (90.+3. Thier), Aigbekaen, Mause (77. Bornemann).
Tore: 1:0 Boyd (29.), 1:1 Aigbekaen (32.), 2:1 Ulbricht (90.+2., Foulelfmeter).
Zuschauer: 9.943.