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International aufgestellt, auf der Suche nach Konstanz

Rui Tomás Faustino Pinto da Mota, kurz Rui Mota, heißt der neue Trainer des SV Waldhof Mannheim. Nachdem Luc Holtz den Klub in Richtung FC Metz verlassen hatte, suchten die Verantwortlichen mehrere Wochen nach einem Nachfolger. Fündig wurden sie schließlich beim 47-jährigen Portugiesen, der zuletzt durchaus erfolgreich in Georgien, Armenien und Bulgarien arbeitete. Ungewöhnlich für die 3. Liga: Mota kommuniziert mit seinen Spielern nur auf Englisch.

Mannheim goes international, das gilt auch für die Kaderplanung. Mit Gonçalo Gregório (FC Noah, Armenien), Leroy Mickels (FC Zira, Aserbaidschan), Joey Müller (Roda JC Kerkrade, Niederlande) und Jid Okeke (Stockport County, England) verpflichtete der Waldhof gleich mehrere Spieler aus ausländischen Ligen. Besonders Okeke wusste sich bislang in Szene zu setzen: Der Rechtsverteidiger bereitete bereits vier Treffer vor. In der Kurpfalz möchte man kreativere Wege gehen als so mancher Konkurrent und damit den nächsten sportlichen Schritt machen. Nach drei Jahren zwischen Abstiegskampf und Tabellenmittelfeld wollen die Buwe wieder oben anklopfen.

Insgesamt 13 neue Gesichter stehen in dieser Saison auf dem Trainingsplatz in der Quadratestadt. Sie sollen zehn Abgänge auffangen, darunter mit Felix Lohkemper und Arianit Ferati (beide SV Sandhausen) auch mehrere bisherige Stammkräfte. Als kleiner Transfercoup darf die Verpflichtung von Torjäger Julian Ulbricht gelten. Der Angreifer erzielte in der Vorsaison 27 Treffer für den SV Meppen und steht aktuell bereits bei vier Toren und zwei Vorlagen. Auch von Flügelspieler Noah Sarenren Bazee (Arminia Bielefeld) und Verteidiger Claudio Kammerknecht (Dynamo Dresden) versprechen sich die Verantwortlichen einiges.

Sportlich ist der Tabellenachte allerdings noch auf der Suche nach Konstanz. In den bisherigen zwölf Partien gab es lediglich ein Unentschieden. Siege und Niederlagen wechselten sich bislang in schöner Regelmäßigkeit ab. Im heimischen Carl-Benz-Stadion bezwangen die Mannheimer Fortuna Düsseldorf, Preußen Münster und die TSG Hoffenheim II. Der SC Verl, der FC Ingolstadt und Rot-Weiss Essen hingegen entführten jeweils alle drei Punkte aus der Kurpfalz.

Beim letzten Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim II stand Terrence Boyd im Mittelpunkt. Mit einem Hattrick als Joker hatte der 35-Jährige entscheidenden Anteil daran, dass die Buwe einen 0:1-Pausenrückstand noch in einen Sieg verwandelten. Zum Ende der vergangenen Saison hatte Boyd bereits über ein Karriereende nachgedacht, sich dann aber doch für eine weitere Spielzeit entschieden. Zuvor war er in dieser Saison allerdings erst auf fünf Einsätze mit insgesamt 104 Minuten gekommen, ohne dabei einen Treffer zu erzielen. In der vergangenen Spielzeit hatte der US-Amerikaner noch zwölfmal getroffen. Mit seinem Dreierpack kletterte Boyd zudem in der Drittliga-Historie auf Platz zwei der ältesten Spieler mit einem Hattrick. Nur Sascha Mölders war im Dezember 2020 bei seinem Dreierpack gegen Mannheim noch etwas älter.

Ebenfalls im Blickpunkt steht Lovis Bierschenk. Angeblich 400.000 Euro ließ sich der Waldhof im Januar 2026 die Verpflichtung des Offensivspielers kosten, um ihn vorzeitig aus seinem laufenden Vertrag beim 1. FSV Mainz 05 herauszukaufen. Damit gehört der Linksaußen gemeinsam mit drei weiteren Akteuren zu den teuersten Neuzugängen der Vereinsgeschichte. Sein Vertrag in Mannheim läuft noch bis 2029.

Nächste Begegnung
vs.
Waldhof Mannheim
Fortuna Köln
Carl-Benz-Stadion