Vom Fast-Absteiger zum Spektakel-Klub
Nach sieben Spieltagen steht der FCS mit 13 Punkten auf Platz vier. Vor allem aber steht Saarbrücken für Spektakel. 5:2 gegen Rot-Weiss Essen, 1:0 in Regensburg, 2:4 gegen Rostock, 6:1 in Meppen, 0:1 gegen Ingolstadt, 3:3 in Münster und zuletzt ein 2:1 gegen Großaspach. Macht 31 Tore in den Spielen mit Saarbrücker Beteiligung, Ligaspitze. 19 davon hat der FCS selbst erzielt. Nur Viktoria Köln kommt auf ebenso viele.
Wer Saarbrücken aktuell begegnet, sollte also besser nicht mit einem ruhigen Nachmittag rechnen. Die Mannschaft von Trainer Argirios Giannikis kann Tore schießen, Spiele drehen und offenbar auch in letzter Sekunde zuschlagen. Gegen Essen wurde aus einem 0:2 noch ein 5:2, gegen Großaspach fiel der Siegtreffer in der Nachspielzeit. Dazu kommt eine bemerkenswerte Kaltschnäuzigkeit: Ein paar gute Aktionen reichen den Blau-Schwarzen mitunter, um ein Spiel auf den Kopf zu stellen.
Einer, der dabei besonders gerne den Unterschied macht, ist Kapitän Florian Pick. Der 30-Jährige erlebt derzeit seinen nächsten Frühling und hat sich mit drei Toren und sechs Vorlagen bereits neun Scorerpunkte auf sein Konto geschrieben. Beim 6:1 in Meppen war Pick gleich an vier Treffern beteiligt. Mit Tempo, Zug zum Tor und reichlich Übersicht ist er derzeit der auffälligste Saarbrücker.
Aber Pick ist längst nicht allein. Innenverteidiger Siemen Voet hat beim Kantersieg in Meppen gleich doppelt getroffen und kommt bereits auf vier Saisontore. Der Belgier, der von 1860 München kam, hat eine interessante Vita vorzuweisen, unter anderem wurde er mit Slovan Bratislava dreimal slowakischer Meister.
Kai Brünker (32) gehört ebenfalls zu den Dauerbrennern (drei Tore, vier Assist). Auch die Neuzugänge Kelsey Owusu von RW Essen (zwei Tore, ein Assist) und Christian Kühlwetter (zwei Tore) von Jahn Regensburg strahlen Torgefahr aus. Und dann wäre da noch Daniel Gleiber. Der 21-Jährige kam im Sommer als Leihgabe von Mainz 05 II und war vermutlich nicht jedem 3.-Liga-Beobachter sofort ein Begriff. Inzwischen hat sich das geändert. Im zentralen Mittelfeld gibt Gleiber den Takt vor, seine Standards sorgen regelmäßig für Gefahr. In Meppen legte er gleich zweimal auf.
Der 1. FC Saarbrücken hat den Sommer also offenbar genutzt, um sich neu zu erfinden. Aus dem Fast-Absteiger ist ein Team geworden, das vorne ordentlich Lärm macht und Spiele auf unterschiedlichste Weise gewinnt.