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Velbert glaubt wieder, Fortuna setzt auf Widerstandsfähigkeit

Die Vorzeichen scheinen eindeutig: Die heimschwächste Heimmannschaft der Liga trifft auf die zweitbeste Auswärtsmannschaft. Wenn Tabellenführer S.C. Fortuna am Freitag (19.30 Uhr) bei der SSVg Velbert in der IMS-Arena antritt, spricht auf dem Papier vieles für die Gäste. Doch gerade im Fußball gilt: Statistiken erzählen nur die halbe Wahrheit, entschieden wird alles auf dem Rasen.

Für Velberts Trainer Bogdan Komorowski ist es ein besonderes Spiel. Fast drei Jahre lang arbeitete er bei der Fortuna, betreute die U23 und stand dabei regelmäßig im Austausch mit Cheftrainer Matthias Mink. Die Verbindung ist geblieben, auch wenn sie heute naturgemäß etwas lockerer ist. „Die letzten 14 Tage hatten wir kaum Kontakt, in den Wochen zuvor gab es immer mal wieder ein Telefonat“, erzählt Mink. „Natürlich ist das nicht mehr so ausführlich wie zu seiner Zeit als U23-Trainer. Trotzdem ist eine gewisse Sympathie füreinander vorhanden.“

Auch personell gibt es ein Wiedersehen. Während Nico Westerhoff sicher ausfallen wird, ist der Einsatz von Max Wiese sehr fraglich. Mink verfolgt die Entwicklung seiner ehemaligen Spieler genau. „Ich habe die letzten beiden Heimspiele beobachtet, das war völlig in Ordnung. Wichtig ist, dass Nico Spielpraxis auf dem Niveau bekommt, und das ist aktuell der Fall.“

Mit Rückenwind reist die Fortuna dennoch an. Beim intensiven Auswärtsspiel in Bocholt zeigte die Mannschaft eindrucksvoll, wie widerstandsfähig sie inzwischen geworden ist. Zwei grobe Fehler führten zu Rückständen, Momente, die ein Spiel kippen lassen können. Doch die Fortuna reagierte erneut mit Ruhe, Geduld und Charakter. „Mich beeindruckt schon, dass wir das stringent durchziehen“, sagt Mink. „Du kommst immer wieder in Situationen, in denen mal etwas nicht passt. Jetzt wurden wir dafür bestraft. Aber wie wir uns trotz dieser Nackenschläge präsentiert haben, das war schon sehr gut.“

Doch Velbert ist längst kein einfacher Gegner mehr. Seit Komorowski übernommen hat, hat sich die Mannschaft spürbar verändert. Neue Energie, neue Hoffnung, und plötzlich ist der Klassenerhalt wieder in Reichweite. Velbert ist Vierter der Rückrunden-Tabelle. 16 Punkte aus 14 Spielen zeigen, dass der Abstiegskampf in Velbert mit voller Überzeugung angenommen wird. Bemerkenswert dabei: Nur einmal teilte sich sein Team die Punkte. Auswärts zeigt sich die Mannschaft nervenstark. Vier der fünf Siege wurden in der Fremde eingefahren. 

Der einzige Heimerfolg gelang beim 2:1 gegen den SC Wiedenbrück. Kurios: In Gütersloh, bei Mönchengladbach II, in Wuppertal und zuletzt beim Bonner SC reichte jeweils ein 1:0. Egal, wie diese Saison endet und in welcher Liga Velbert künftig spielt: Der Verein hat bereits ein Zeichen gesetzt. Der Vertrag mit Komorowski wurde vorzeitig verlängert, ein klares Vertrauensvotum und eine Anerkennung seiner Arbeit.

Einen klassischen Torjäger hat Velbert zwar nicht. Spieler wie Stürmer Robin Hilger (fünf Tore) oder Mittelfeldspieler Calvin Mockschan (vier Tore) übernehmen Verantwortung. „Sie bringen viel Leidenschaft, Bereitschaft und Aktionismus mit auf den Platz“, warnt Mink. „Davon lebt diese Mannschaft. Sie glauben an ihre Möglichkeiten. Velbert nimmt den Abstiegskampf total an, und damit können sie manchen Gegner ärgern.“

 

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