Streich von Strauch und Majetic machts: Pokal-Party, Fortuna steht im Finale
„Geil! Einfach geil. Das hat hier heute in dieser Atmosphäre richtig Bock gemacht. Man kann es sich nicht besser wünschen. Mein Tor hat sich gut angefühlt. In dem Moment dachte ich, ich gehe jetzt volles Risiko und habe einfach draufgehauen. Das er reinging, war umso schöner. Eine Runde weiter und im Südstadion mein erstes Tor für Fortuna erzielt, besser geht es nicht“, sagte Georg Strauch, der zwei Tage nach seinem 25. Geburtstag mit einem satten Volleyschuss mit dem linken Fuß mittig unter die Latte für die 1:0-Pausenführung (31.) sorgte.
Die erste Halbzeit war geprägt von viel Geduld gegen kompakt verteidigende Bonner. Die Fortuna kontrollierte das Spiel, fand aber nur schwer Lücken. Enzo Wirtz verpasste früh knapp (7.), Nico Thier traf aus 14 Metern die Latte (26.). Doch auch die Gäste setzten Nadelstiche und hätten durch Jonas Berg nach einer Flanke von Juljan Popovic mit einem Kopfball an die Latte (37.) beinahe ausgeglichen.
Nach dem Seitenwechsel wurde es zunächst unübersichtlich: Bengalos sorgten für Rauchschwaden und eine vierminütige Unterbrechung. Kaum lief das Spiel wieder, der nächste Rückschlag: Außenverteidiger Kevin Brechmann musste ohne Fremdeinwirkung verletzt vom Feld (55.).
Dann kam die wilde Schlussphase. Aus dem Nichts traf Joker Yannik Schlößer mit einem Flachschuss in die lange Ecke zum 1:1 (78.). Zuvor hatte Jonas Berg den Ball gegen Max Fischer mit dem Rücken zum Tor gut abgeschirmt. Doch die Fortuna zeigte Mentalität. Nur drei Minuten später erzwang sie mit purer Entschlossenheit die erneute Führung. Timo Bornemann spitzelte den Ball Richtung Torlinie. Haris Mesic wehrte mit der Hand in Torwart-Manier ab. Doch die Strafe blieb aus. Denn Luca Majetic drückte den Ball mit links wuchtig zum 2:1 über die Linie.
„Die Jungs spielen eine herausragende Pokal-Serie, so haben wir es uns erträumt. Wir sind im Finale und haben nun ein geiles Derby gegen die Viktoria im Mai. Wir haben das Spiel in der ersten Hälfte gut kontrolliert. Das 1:0 fand ich vom Spielverlauf her etwas zu knapp. Plötzlich stand es 1:1. Das tat uns weh in der Phase. Es war aber eindrucksvoll, wie wir dann den Ball mit der dritten Aktion zum 2:1 über die Linie pressen. In dem Moment war das sehr wichtig. Das Ergebnis ist einen Tick zu hoch. Am Ende haben wir aber auch die Räume gut genutzt“, sagte Matthias Mink.
Als dann auch noch Bogdan Shubin kurz vor Schluss wegen einer Notbremse gegen Adrian Stanilewicz die Rote Karte sah, war der Widerstand der Gäste gebrochen. In Überzahl drehte die Fortuna nochmal richtig auf: Tom Geerkens stellte nach Doppelpass mit Enzo Wirtz auf 3:1 (90.), ehe Vleron Statovci nach kluger Vorarbeit von Strauch den Schlusspunkt setzte (90.+1).
„Kurz und knapp. Glückwunsch an die Fortuna für den Finaleinzug. Viel Erfolg im Finale. Mehr möchte ich gar nicht groß sagen. Ich muss ein paar Sachen erstmal verarbeiten von auf und neben dem Platz. Ich hätte das Spiel gerne mit elf Mann beendet“, sagte Gäste-Coach Björn Mehnert.
Fortuna: Winkler, Afamefuna, Fischer, Al-Azzawe, Brechmann (55. Statovci), Thier (67. Stanilewicz), Geerkens, Garcia, Strauch (67. Majetic), Wirtz (90. Fünger), Al Ghaddioui (75. Bornemann).
Tore: 1:0 Strauch (31.), 1:1 Schlößer (78.), 2:1 Majetic (81.), 3:1 Geerkens (90.), 4:1 Statovci (90.+1).
Zuschauer: 4.994.