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Lennart Winkler: „Alle helfen mit, das Tor zu verteidigen"

Seit zweieinhalb Jahren steht Lennart Winkler bei der Fortuna unter Vertrag. In dieser Saison hat sich der 22-Jährige als Stammkeeper der Kölner Südstädter etabliert. Insgesamt kommt der gebürtige Essener inzwischen auf 37 Einsätze in der Regionalliga West für die Mannschaft von Trainer Matthias Mink. Zuletzt überzeugte der junge Torhüter nicht nur beim Einzug ins Pokalhalbfinale gegen Alemannia Aachen mit starken Leistungen. Wir haben mit ihm über seine rasante Entwicklung gesprochen, und darüber, woran er noch arbeiten möchte.

Lennart, du bist jetzt in deiner dritten Saison bei der Fortuna. In den ersten beiden Jahren wurdest du insgesamt 29-mal in der U23 in der Mittelrheinliga eingesetzt, bevor du in dieser Saison zum Stammkeeper bei den Profis geworden bist. Wie wertvoll war diese Spielpraxis in der Reserve für dich als junger Torwart?

„Die war enorm wertvoll. Ich habe die Zeit in der U23 sehr genossen. Für meine Entwicklung war es wichtig, regelmäßig zu spielen. Ich stand etwas weniger im Fokus und hatte dadurch weniger Druck von außen, auch wenn ich mir selbst immer genug Druck gemacht habe. Ich konnte mich in Ruhe entwickeln und wichtige Erfahrungen sammeln. Das war ein idealer Einstieg in den Männerfußball. Ohne diese Zeit wäre ich heute wahrscheinlich noch nicht so weit.“

In dieser Saison läuft es hervorragend. Die Fortuna stellt die beste Abwehr der Liga, und du hast in 23 Spielen zwölfmal zu Null gespielt. Woran liegt das aus deiner Sicht?

„Das sind natürlich starke Statistiken, aber sie sind definitiv nicht nur mein Verdienst. Ich habe eine hervorragende Mannschaft vor mir. Alle arbeiten mit nach hinten und helfen, das Tor zu verteidigen. Es ist schön zu sehen, wie sich jeder in die Bälle wirft. Außerdem sind die Abwehrreihe und ich sehr gut aufeinander abgestimmt. Ich finde, ich spiele eine gute Saison und bringe konstant meine Leistung.“

Du hast dich stetig weiterentwickelt. Was sind deine Stärken? Und woran kannst du noch arbeiten?

„Ich denke, ich habe einige Stärken. Zum Beispiel meine Raumverteidigung, also das Abfangen hoher Bälle. Auch im Eins-gegen-Eins fühle ich mich sehr sicher. Natürlich kann man sich immer verbessern. Oft sind es Kleinigkeiten, die von außen kaum auffallen. Ich möchte zum Beispiel im Spielaufbau noch ruhiger werden und fußballerisch noch stärker agieren. Aber ich arbeite daran und merke, dass ich mich kontinuierlich verbessere.“

Dein Vater Andreas hat als Mittelfeldspieler unter anderem 101 Spiele in der 2. Bundesliga für BW 90 Berlin, Hannover 96 und RW Essen absolviert und später im Nachwuchs- und Trainerbereich gearbeitet. Er war Co-Trainer bei Huddersfield Town und beim FC Barnsley. Inwiefern hat er deinen Werdegang beeinflusst?

„Fußball war dadurch natürlich immer ein großes Thema bei uns zu Hause. Er war nicht bei jedem meiner Spiele dabei, aber ich hatte in ihm immer einen Ansprechpartner mit großem Fachwissen. Als er das Nachwuchs­zentrum in Essen geleitet hat, war ich dort auch pädagogisch sehr gut aufgehoben. Klar, als sein Sohn spürt man auch einen gewissen Druck, gerade weil er sehr ehrgeizig ist. Aber das war immer in einem gesunden Rahmen. Insgesamt hat mir das sehr geholfen.“

Warum bist du eigentlich Torwart geworden?

„So genau kann ich das gar nicht sagen. Ich habe schon im Kindergarten Fußball gespielt und wollte unbedingt besser werden als Manuel Neuer. Ich bin ständig nach Bällen gehechtet. Früher habe ich aber auch viel draußen gespielt und Fallrückzieher geübt, ganz klassisch eben.“

Torhüter gelten oft als etwas speziell. Wie ‚verrückt‘ bist du?

„Ein bisschen anders bin ich schon, das sagen zumindest meine Mitspieler. Ich ziehe oft mein eigenes Ding durch und habe klare Vorstellungen. Wenn etwas nicht funktioniert, kann ich auch mal schnell sauer werden, aber alles im Rahmen. Ich glaube, in meiner Zeit bei der Fortuna bin ich auch menschlich gereift. Ich bin offener und kommunikativer geworden. Das war am Anfang noch nicht immer so.“

Nach deinen Zielen für diese Saison muss man dich vermutlich nicht mehr fragen …

„Nein, die sind klar: Wir wollen aufsteigen. In den nächsten Wochen wollen wir die nächsten Schritte machen. Ich bin sehr zuversichtlich, dass uns das gelingt.“

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