Karneval, Flutlicht, Spitzenspiel: Mehr geht nicht
Nach dem umkämpften Auswärtssieg in Oberhausen wartet innerhalb weniger Tage das nächste Spitzenspiel auf die Mannschaft von Trainer Matthias Mink. Und allen ist klar: Das wird ein echter Härtetest. „Uns erwartet eine sehr robuste, intensiv spielende Mannschaft, die stark auf lange Bälle und zweite Bälle setzt. Spielerisch vielleicht weniger spektakulär, aber mit enormem Willen. Sie gehen mit unglaublicher Intensität in jeden Zweikampf, jeder arbeitet für den anderen, und auch verbal wird es hitzig. Das müssen wir annehmen, dagegenhalten und uns eine gute Ausgangsposition für die kommenden Wochen erkämpfen“, sagt Abwehrspieler Max Fischer.
Passend zur närrischen Zeit laufen die Fortunen im Karnevalstrikot auf, mit einer besonderen Note: Statt des Nachnamens ziert ausnahmsweise der Vorname den Rücken. Ein echtes Sammlerstück. Die Matchworn-Trikots werden im Anschluss im Online-Fanshop versteigert. Und auch abseits des Rasens wird es jeck: Für die ersten 200 Besucher auf der Tribüne und auf Stehplatz Mitte gibt es beim Kauf eines Kölsch eine leckere Gulaschsuppe von Caterer Blacky.
Der Gegner reist mit breiter Brust an. Der FC Gütersloh steht für Konstanz wie kaum ein anderes Team der Liga. Mit einem Punkteschnitt von 1,97 waren die Ostwestfalen die beste Mannschaft des Jahres 2025. Fortuna folgt mit 1,53 Punkten, mit Abstand, aber ebenfalls auf starkem Niveau. Neun Punkte liegt Gütersloh aktuell hinter der Fortuna, hat jedoch ein Spiel weniger absolviert, die Schlagdistanz ist also gegeben. Zudem ist die Mannschaft von Trainer Julian Hesse seit zwölf Spielen ungeschlagen und seit 328 Minuten ohne Gegentor. Die jüngsten Ergebnisse: 0:0 gegen Oberhausen, 0:0 in Bocholt und ein 2:0 bei Fortuna Düsseldorf II unterstreichen die defensive Stabilität.
Im Winter sahen die Verantwortlichen wenig Handlungsbedarf. Lediglich der 22-jährige Jakob Korte wurde vom SC Preußen Münster ausgeliehen. Schwerer wiegt da schon der Ausfall von Julius Langfeld. Der Offensivspieler verletzte sich im letzten Testspiel gegen Jeddeloh am hinteren Oberschenkel und fällt vier bis sechs Wochen aus. Mit sechs Treffern und drei Vorlagen ist er der zweitbeste Scorer hinter Patrik Twardzik (zehn Tore, vier Assists). Trotz der beeindruckenden Serie bleibt man in Gütersloh demonstrativ zurückhaltend. „Wir können unsere Möglichkeiten realistisch einordnen und müssen nichts korrigieren“, betont Trainer Hesse. Nach der Vizemeisterschaft im Vorjahr wolle man erneut im oberen Tabellendrittel mitmischen, mehr nicht.
Personell kann Matthias Mink wieder auf die zuletzt erkrankten Tom Geerkens und Robin Afamefuna zurückgreifen. Dafür fehlt wohl Neo Telle krank, Torjäger Enzo Wirtz ist nach seiner fünften Gelben Karte gesperrt, ausgerechnet gegen denselben Gegner, gegen den er im Hinspiel bereits nach einer Ampelkarte zuschauen musste. Eine kuriose Randnotiz.
Stürmer Timo Bornemann könnte nun in die Bresche springen, und bringt es selbstbewusst auf den Punkt: „Gütersloh war in den vergangenen Jahren immer ein unangenehmer Gegner. Nicht umsonst stehen sie oben. Ihre Qualität ist bekannt, aber entscheidend ist, was wir auf den Platz bringen. Wenn wir unsere Stärken zeigen, sind wir für jeden Gegner schwer zu schlagen.“