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Interview mit Torwarttrainer Tetsuo Taguchi: „Dieses Auge ist enorm wichtig“

Tetsuo Taguchi gibt seit Beginn dieser Saison seine Erfahrung als Torwarttrainer an Lennart Winkler, Ben Zich und Lennart Stollenwerk weiter. Im Interview erzählt er, worauf es bei der Entwicklung junger Torhüter ankommt, was ihn an der Fortuna besonders beeindruckt und warum er mit seiner Arbeit auch in Japan für ein besseres Verständnis der Torwartposition sorgen möchte.

Tetsuo, du hast bereits viel Erfahrung als Torwarttrainer gesammelt. Was macht aus deiner Sicht einen guten Trainer für diese spezielle Position aus? Worauf kommt es bei der Arbeit mit Torhütern besonders an?

„Ein guter Torwarttrainer muss die Torhüter und ihre Aktionen sehr genau beobachten, um möglichst viel zu erkennen. Es geht darum, Entwicklungspotenziale zu sehen und herauszufinden, was der Torhüter noch verbessern kann. Dieses Auge ist enorm wichtig.“

Du hast in der Jugendakademie des 1. FC Köln unter anderem Timo Horn, Daniel Mesenhöler und Marcel Schuhen trainiert. Alle drei haben später den Sprung zum Profi geschafft. Konnte man ihr Talent damals bereits erkennen? Und was hat sie aus deiner Sicht von anderen Torhütern unterschieden?

„Die drei genannten Torhüter sind zwar unterschiedlich, aber ihre Talente konnte man schon damals erkennen. Allerdings gab es auch andere Torhüter, die vielleicht genauso talentiert waren, aber keine ähnlich erfolgreiche Karriere gemacht haben. Timo, Daniel und Marcel waren auf jeden Fall sehr fleißig und selbstkritisch. Sie hatten den Anspruch, sich immer weiter zu verbessern.“

Zeitweise hast du beim 1. FC Köln auch als Dolmetscher gearbeitet. Für welche Spieler warst du tätig? Und wie hat dir diese Aufgabe gefallen?

„Ich war für Tomoaki Makino, Kazuki Nagasawa und Yuya Osako als Dolmetscher tätig. Die Aufgabe hat mir zwar gefallen, aber ich habe sie immer nur als kleine Unterstützung gesehen. Deshalb war ich froh, dass Kazuki und Yuya schnell Deutsch gelernt haben und direkt mit ihren Teamkollegen kommunizieren konnten.“

Bei Fortuna arbeitest du aktuell mit drei jungen Torhütern: Lennart Winkler, Ben Zich und Lennart Stollenwerk. Was zeichnet jeden der drei besonders aus? Wo liegen ihre jeweiligen Stärken?

„Lennart Winkler hat körperlich sehr gute Voraussetzungen, und das sieht man schon auf dem Platz. Dazu hat er ein sehr gutes Auge, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. In dieser Saison hat er sein Können bereits gut unter Beweis gestellt. Ben Zich ist zwar noch jung, verfügt aber schon über eine gute Erfahrung. Er erkennt Situationen sehr früh und sehr genau. Dadurch findet er zum Beispiel auch mit dem Ball am Fuß sehr gute Lösungen. Außerdem hat er durch seine Größe eine sehr gute Reichweite. Lennart Stollenwerk ist gerade einmal 20 Jahre alt, hat aber in vielen Bereichen sehr gute Fähigkeiten. Das sieht man häufig im Torwarttraining. Jetzt gilt es für ihn, diese Fähigkeiten auch im Mannschaftstraining mit dem hohen Tempo und der Komplexität umzusetzen.“

Du bist nun seit einigen Monaten bei Fortuna. Was gefällt dir hier besonders, sportlich, aber vielleicht auch abseits des Platzes?

„Mir gefallen die Mentalität und die Geschlossenheit der Mannschaft sehr. Jeder ist für den anderen da. Das gilt natürlich auf dem Platz, aber auch neben dem Platz. Die Spieler packen im täglichen Training oder bei Auswärtsfahrten selbst mit an und übernehmen Dinge, die bei anderen Vereinen vielleicht eher von Betreuern oder dem Zeugwart erledigt werden. Als Verein ist Fortuna sehr bodenständig und sympathisch. Das sieht man am Spieltag besonders deutlich.“

Du verfasst monatlich Texte für eine Fachzeitschrift in Japan. Worum geht es dabei genau?

„In Japan galt jahrzehntelang, dass der Torwart eine Schwachstelle ist. Durch Spieler wie Zion Suzuki ist die Situation inzwischen etwas anders geworden. Ich beschäftige mich mit Torwartaktionen aus bestimmten Spielen im europäischen Fußball und erkläre, warum ein Torwart einen Ball halten konnte oder warum nicht. Damit möchte ich dazu beitragen, dass die Position des Torwarts in Japan besser verstanden und vielleicht auch beliebter wird.“

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