Halbfinale im Rücken, Meisterschaft im Blick: Bonn ist zu Gast
„Wir schauen jetzt gespannt auf die Pokal-Auslosung am kommenden Dienstag. Gleichzeitig haben wir am Sonntag ein schweres Spiel gegen den Bonner SC. Das ist eine kurze Erholungsphase. Wir müssen jetzt mal schauen, wer Körner gelassen hat. Der eine oder andere hatte Krämpfe. Die Mannschaft hat alles dafür getan, um erfolgreich zu sein. Und so wollen wir weitermachen“, sagte Trainer Matthias Mink.
Seit dem 13. Spieltag geht es in Bonn bergauf. Nach dem 0:3 zu Hause gegen die Fortuna war der Fehlstart erst einmal komplett. Nur vier Punkte nach dem siebten Spieltag und der vorletzte Tabellenplatz waren eine sehr magere Ausbeute. Schon zwei Spieltage zuvor hatte Björn Mehnert den Aufstiegscoach Sascha Glatzel ersetzt.
Seitdem gab es sieben Siege, vier Remis und nur zwei Niederlagen. Der BSC kletterte fortan auf Tabellenplatz neun und hat trotz dreier nachzuholender Spiele ein beruhigendes Polster von zehn Punkten auf Rang 15, den ersten möglichen Abstiegsplatz. Und das mit dem drittschlechtesten Sturm, aber der fünftbesten Abwehr. Der torgefährlichste Bonner ist der defensive Mittelfeldspieler Tobias Peitz mit vier Treffern. Die meisten Scorer hat Rechtsaußen Robin Bird (drei Tore/drei Vorlagen).
„Gegen Bonn erwarte ich einen etwas anderen Spielverlauf als gegen Aachen. Ich glaube, dass wir mehr Ballbesitz haben werden. Der BSC ist sehr gut in die Rückrunde gestartet, das wird ebenfalls eine schwierige Aufgabe. Über 90 Minuten sollten wir jedoch die bessere Mannschaft sein“, sagt Torhüter Lennart Winkler.
Punktuell verstärkt hat sich Bonn im Winter. Innenverteidiger Tarik Dogan und Stürmer Clinton Williams wurden an den Mittelrheinligisten Eintracht Hohkeppel abgegeben. Dafür wurde mit Daiki Kamo (23) ein Stürmer geholt, der in der Hinserie beim Wuppertaler SV kickte und in 16 Spielen vier Tore erzielte. Leider brach sich der Japaner beim Pokal-Viertelfinale bei Lindenthal-Hohenlind (4:0) das Sprunggelenk, nachdem er zuvor noch getroffen hatte. Auf der Torhüter-Position wurde mit Ron Meyer nachgelegt. Der Ex-Bonner war zuletzt bei den SF Lotte. Der Transfer des 28-Jährigen war eine Reaktion auf die langwierige Verletzung von Kevin Birk. Vom 1. FC Bocholt wurde der 22-jährige defensive Mittelfeldspieler Bogdan Shubin verpflichtet.
Dieser Winterzugang machte sich gleich bezahlt, denn Shubin traf im Kellerduell gegen Fortuna Düsseldorf II in der 89. Minute im Sportpark Nord zum vielumjubelten 1:0. Es war der zweite Sieg der Mehnert-Elf im Jahr 2026. Zuvor hatten die Rheinlöwen bereits mit 2:1 bei der U23 von Borussia Mönchengladbach gewonnen. Am letzten Samstag folgte dann der Dreier beim 1. FC Bocholt nach einem 0:1-Rückstand. Zuvor wehrte Keeper Elias Bördner einen Elfmeter von Arnold Budimbu ab. Innerhalb von drei Minuten traf in der zweiten Halbzeit Lucas Cueto per Elfmeter und per Abstauber zum 2:1. Ausgefallen wegen Unbespielbarkeit der Plätze sind hingegen die Heimspiele gegen Bochum II, RW Oberhausen und beim FC Gütersloh. Den BSC erwarten somit im März mehrere englische Wochen. In Köln werden Innenverteidiger Massaman Keita und der defensive Mittelfeldspieler Haris Mesic gelbgesperrt fehlen.
„Es kommen noch viele verschiedene Spiele auf uns zu und Teams, die um etwas kämpfen, ob oben oder unten. Mannschaften, die für uns aus unterschiedlichen Gründen schwer zu bespielen sein werden: Manche stehen tief, manche pressen früh. Gegen den Bonner SC erwartet uns eine schöne Regionalpartie, sie sind gut in Form und haben zuletzt drei Spiele gewonnen“, sagt Kapitän Robin Afamefuna.