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Furiose Viertelstunde, eiserner Wille: Fortuna setzt sich an der Spitze ab

Ein Start wie aus dem Bilderbuch, ein Spiel mit Hitze, Kampf und Herz, und am Ende drei ganz große Punkte für die Fortuna. Vor 2.270 Zuschauern im Südstadion nahm die Mannschaft von Matthias Mink Revanche für die Hinspielniederlage und setzte sich mit einem verdienten 2:1 gegen die U23 von Borussia Mönchengladbach durch. Dank einer furiosen Anfangsphase bauten die Südstädter ihre Tabellenführung in der Regionalliga West auf sechs Punkte aus.

Die Fortuna kam mit voller Wucht aus der Kabine, aggressiv, mutig, gallig. Bereits nach sechs Minuten belohnte sich das Team für seinen forschen Auftritt: Nach einer Ecke von Rafael Garcia stieg ausgerechnet Seymour Fünger, der kurzfristig für den erkrankten Kapitän Robin Afamefuna in die Innenverteidigung gerückt war, am höchsten und köpfte den Ball am langen Pfosten zur frühen Führung ins Netz. Pure Emotionen im Stadion, pure Erleichterung beim Torschützen. „So schnell kann es gehen, der Fußball schreibt seine eigenen Geschichten. Ich bin überglücklich über mein Tor und den Sieg. Das ist ein geiles Gefühl“, sagte Seymour Fünger, der den Erfolg auch als verdient einstufte. „Wir haben sicher nicht unser bestes Spiel gemacht, aber wir haben auch wenig zugelassen. Wir hatten viel Ballbesitz, offensiv aber nicht allzu viele gefährliche Aktionen. Da ist noch Luft nach oben, aber auf die drei Punkte kommt es am Ende an.“

Und Fortuna blieb gnadenlos. Nur zehn Minuten später schlugen die Kölner erneut zu. Vleron Statovci flankte mustergültig, Enzo Wirtz köpfte Richtung Tor, und als Gladbachs Keeper Tiago Cardoso den Ball nicht festhalten konnte, war Nico Thier zur Stelle und drückte das Leder aus kurzer Distanz über die Linie. 2:0, Ekstase im Rund, die Südstadt schien zu beben.

Doch die Partie blieb hitzig. Nur zwei Minuten nach dem zweiten Treffer brachte sich die Fortuna selbst um etwas Ruhe. Nach einem Lupfer von Niklas Swider in den Strafraum entstand ein unglücklicher Moment: Torhüter Lennart Winkler klärte vor Joshua Uwakhonye, legte den Ball dabei aber perfekt für Nico Vidic auf, der aus zwölf Metern zum 2:1 einschob. Gladbach war wieder im Spiel, und die Emotionen kochten über. Der erste Durchgang war geprägt von Zweikämpfen, Protesten und Leidenschaft. Den Höhepunkt bildete die Ampelkarte für Joshua Uwakhonye, der innerhalb weniger Minuten zweimal Gelb sah. Fortuna fortan in Überzahl, doch leichter wurde es für die Hausherren keineswegs.

Nach dem Seitenwechsel zog sich die Borussia tief zurück, verteidigte leidenschaftlich und wartete auf Umschaltmomente. Fortuna verwaltete, arbeitete, kämpfte, spielerisch nicht immer glänzend, aber mit enormer Disziplin. Erst in der Schlussphase wurde es noch einmal wild: Der eingewechselte Timo Bornemann hatte gleich zwei Chancen auf die Entscheidung, auf der Gegenseite musste Lennart Winkler bei einem Distanzschuss von Yannick Michaelis all sein Können aufbieten.

Am Ende blieb es beim knappen, aber verdienten 2:1. Ein Sieg der Mentalität, ein Sieg des Willens, und ein perfekter Start ins neue Jahr. Trainer Matthias Mink sagte: „Die erste Viertelstunde hat die Richtung vorgegeben. Für Seymour hat es mich sehr gefreut, dass er sich gleich als Torschütze auszeichnen konnte. Das Gegentor dürfen wir nicht bekommen, das war sehr dumm. Damit haben wir den Gegner zurück ins Spiel geholt. In der ersten Hälfte war es von beiden Teams emotional ein wenig drüber. Manchmal ist es unangenehmer gegen Zehn zu spielen. Die Umschaltsituationen des Gegners hatten wir aber gut im Griff. Wir sind fußballerisch noch nicht da angekommen, wo wir im Jahr 2025 waren“, und er brachte es letztlich auf den Punkt: „Hintenraus war es ein Arbeitssieg. Für uns zählt das Ergebnis. Das ist ein Traumstart ins Jahr 2026. Wir haben in der Vorrunde in den beiden Spielen einen Punkt geholt, jetzt sind es sechs. Das ist schon sehr gut.“

Fortuna: Winkler, Statovci (46. Strauch), Fünger, Al-Azzawe, Fischer, Garcia (90. Telle), Geerkens (69. Bornemann), Thier (46. Michelbrink), Stanilewicz, Wirtz, Al Ghaddioui (69. Majetic). 

 Tore: 1:0 Fünger (6.), 2:0 Thier (16.), 2:1 Vidic (18.). 

 Zuschauer: 2.270. 

 Gelb-Rote Karte: Joshua Uwakhonye (30.).

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