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Fortuna stolpert in Überzahl über Slapstick-Gegentor

Zweite Saisonniederlage für die Fortuna in der Regionalliga West, und eine, die besonders schmerzt. Trotz über 60 Minuten in Überzahl und guter Möglichkeiten gelang es der Mannschaft von Trainer Matthias Mink am Samstag im Stadion Rote Erde nicht, den Ball im gegnerischen Tor unterzubringen. Stattdessen entschied ein ebenso unglückliches wie unnötiges Gegentor die Partie zugunsten der U23 von Borussia Dortmund vor 1.583 Zuschauern.

„Es war heute sicherlich eine unnötige Niederlage, weil wir trotz allem Eifer und allem Bemühen zu wenig Zwingendes in Überzahl entwickelt haben. In Gleichzahl hatten wir sogar die besseren und klareren Torchancen. Sehr ärgerlich auch, weil wir in der ersten Halbzeit ein gutes Spiel gemacht haben und uns das Gegentor mehr oder weniger selbst reinschießen“, sagte Matthias Mink.

Dabei begann die Fortuna vielversprechend, musste allerdings auf den gesperrten Tom Geerkens sowie den verletzten Kevin Brechmann (Muskelfaserriss) verzichten. Seymour Fünger übernahm dessen Position auf der rechten Abwehrseite, während Adrian Stanilewicz ins Mittelfeld rückte. Schon nach 19 Minuten hätte die Führung fallen müssen. Nach einem weiten Ball von Torhüter Lennart Winkler verschätzte sich Dortmunds Kapitän Tony Reitz komplett, doch Stanilewicz konnte die Einladung nicht nutzen, Silas Ostrzinski verkürzte geschickt den Winkel und parierte mit der Brust. 

Auch wenig später lag die Führung in der Luft: Babis Drakas setzte sich stark über links durch, zielte jedoch knapp am langen Pfosten vorbei. Dann die Szene, die das Spiel eigentlich kippen musste: Nico Thier entwischte Elias Benkara, ein Trikotzupfer, Notbremse, Rote Karte. Über eine Stunde in Überzahl, dazu bereits gute Chancen, alles sprach für die Fortuna. Doch es kam anders.

Kurz vor der Pause fiel das Tor des Tages, und es hätte kaum bitterer sein können. Nach einer eigentlich geklärten Situation prallte der Ball nach dem Befreiungsschlag von Haider Al-Azzawe vom Kopf des 16-jährigen Mathis Albert unglücklich zurück ins eigene Tor. Ein Gegentreffer der Kategorie „Slapstick“, der den Spielverlauf auf den Kopf stellte. 

Nach dem Seitenwechsel übernahm die Fortuna die Kontrolle. Mehr Ballbesitz, mehr Druck, mehr Präsenz, doch echte Durchschlagskraft hatte man zu selten. Ein Fernschuss von Jonas Michelbrink sorgte für Gefahr, doch insgesamt fehlte die letzte Konsequenz im Abschluss. Gleichzeitig blieb Dortmund über Konter gefährlich und hätte bei besserer Chancenverwertung durch Danylo Krevsun (60.) und Drakas (72.) sogar erhöhen können.

Die Fortuna rannte an, spielte sich immer wieder in gute Positionen, doch entweder fehlte die Präzision oder der letzte Pass kam nicht an. Als Hamadi Al Ghaddioui schließlich traf, ging der Jubel ins Leere: Der Schiedsrichter hatte zuvor ein Foul an Ostrzinski gesehen. Und auch ein Tor von Nico Thier wurde wegen Abseitsstellung aberkannt. Fragwürdig. 

In der Nachspielzeit dann noch einmal ein letzter, verzweifelter Moment: Torhüter Winkler war mit nach vorne geeilt und kam tatsächlich zum Kopfball, doch auch hier war Ostrzinski zur Stelle und lenkte den Ball über die Latte.

„Das Ergebnis ist schon enttäuschend. Nach der frühen roten Karte für den Gegner hatten wir uns vorgenommen das Spiel zu ziehen. Das Gegentor war Slapstick, wir hatten danach aber noch ausreichend Möglichkeiten. Die Dortmunder Mannschaft hat sehr gut verteidigt, aber über Flankenläufe und Steckpässe sind wir immer wieder zu Situationen gekommen. Heute hat es nicht sollen sein, aber wir können nicht immer nur gewinnen“, sagte Kapitän Robin Afamefuna.

Fortuna: Winkler, Fünger (76. Galjen), Fischer, Al-Azzawe, Afamefuna, Stanilewicz, Strauch (64. Hekmat), Garcia (46. Michelbrink), Thier (76. Majetic), Wirtz (46. Bornemann), Al Ghaddioui. 

Rote Karte: Benkara (BVB,30.). 

Tor: 1:0 Albert (44.). 

Zuschauer: 1.583.

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