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Fortuna gegen Aachen: Neuauflage mit offenem Ausgang

Am Donnerstag (19 Uhr) steigt im Südstadion ein echtes K.-o.-Duell mit Vorgeschichte: Fortuna trifft im Viertelfinale des FVM-Pokals erneut auf Alemannia Aachen, genau jenes Team, das die Kölner im vergangenen Jahr aus dem Wettbewerb warf. Nach 120 Minuten stand die stark aufspielende Fortuna mit leeren Händen da. 0:1 nach Verlängerung, das schmerzte. Nun kehrt genau dieser Gegner zurück. Flutlicht. Volle Ränge. K.-o.-Spiel. Alles oder nichts.

„Ich glaube nicht, dass das Spiel aus dem Vorjahr bei den Jungs noch eine Rolle spielt. Wir haben viele Neue, bei denen das Spiel nicht so präsent ist. Vielleicht haben sie sich untereinander ein bisschen ausgetauscht, das weiß ich nicht. Das ist aber auch nicht entscheidend. Wir blicken auf ein K.-o.-Spiel und haben uns einen starken Gegner und ein Heimspiel gewünscht. All das haben wir jetzt. Trotzdem sollte die Grundlage sein, dass wir eine Runde weiterkommen. Es ist nur das Viertelfinale und wir haben uns das Finale als Ziel gesetzt", sagt Matthias Mink, der mit seinem Team am Wochenende zum Zuschauen verdammt war, nachdem die Partie der Regionalliga West bei Fortuna Düsseldorf II ins Wasser gefallen war. „Ich glaube, dass der Mannschaft die unfreiwillige Pause gutgetan hat. Wir mussten in der Vorwoche auf Kunstrasen durchtrainieren. Im Rahmen der Beanspruchung von Muskeln und Gelenken war das schon eine Belastung, und wir waren froh, dass wir den Sonntag auf der Couch verbringen konnten."

Ein Aufwärtstrend herrscht derzeit bei Alemannia Aachen. Seit fünf Spielen sind die Kaiserstädter unbesiegt. Das jüngste 3:1 gegen den SC Verl verschafft der Alemannia Luft im Abstiegskampf. Acht Punkte beträgt aktuell der Abstand zu Platz 17. Aus den letzten fünf Begegnungen sammelte die Elf von Trainer Mersad Selimbegovic elf Punkte. Gegen RW Essen war Aachen lange auf der Siegerstraße, bis zur 85. Minute führten die Hausherren mit 3:1. Am Ende stand es 3:3. Viel besser lief es in Ulm (3:1), bei 1860 München (2:2) und bei Hoffenheim II (3:2). 

Robin Afamefuna, Ex-Aachener und Fortuna-Kapitän, erwartet eine anspruchsvolle Aufgabe: „Ich freue mich sehr auf das Spiel. Für die Mannschaft und die Fans ist es ein besonderes Ereignis, das Stadion wird wieder voll sein. Aachen ist ein starker Gegner, der derzeit in guter Form ist. Sie werden selbstbewusst anreisen, aber wir gehen mit demselben Selbstbewusstsein in die Partie. Der Pokal ist immer etwas anderes als die Liga. Wir wissen sehr genau, wie stark Aachen ist, auch individuell. Es geht darum, zu zeigen, was in uns steckt. Wir müssen konzentriert bleiben und die Energie hochhalten.“ 

Und am vergangenen Samstag wurde sogar der bis dato Tabellenzweite Verl bezwungen und die Heimbilanz ein wenig aufpoliert. Erstaunlicherweise ist Aachen die zweitbeste Auswärtself der Liga mit 22 Punkten aus 13 Spielen. Mau fällt die Bilanz am Tivoli aus. Zweitschlechtestes Team der Liga mit zehn Zählern aus zwölf Begegnungen und einem Torverhältnis von 14:25. In der Offensive ist die Last komplett auf vier Schulten verteilt. Die von Lars Gindorf und Mika Schroers. 27 der 42 Tore gehen auf deren Konto. Insgesamt 42 Scorerpunkte. Ein Duo infernale. 

„Gegen Aachen erwarte ich ein hochklassiges Spiel. Das ist eine Mannschaft mit großer individueller Qualität, die sich zuletzt sehr stabilisiert hat. Aber wir kennen auch unsere eigenen Stärken. Ich denke, wir sind keineswegs chancenlos. Wir gehen die Pokalpartie an wie ein Spitzenspiel in der Liga, und dann werden wir sehen, was am Ende dabei herauskommt“, rechnet Fortuna-Torwart Lennart Winkler, der in der Liga in 22 Partien bereits elf Mal zu Null spielte, mit einem engen Spiel. 

Umtriebig war Aachen in der Winterpause. Insbesondere am Deadline Day folgte ein Abschluss nach dem anderen. Defensiv-Allrounder Gideon Jung (31) stand zuletzt bei Kayserispor in der ersten türkischen Liga unter Vertrag. Insgesamt stehen 83 Bundesliga-Spiele und 125 Zweitliga-Partien in der Vita des U-21-Europameister von 2017. Offensivspieler Jonas Oehmichen (21) kam bis Sommer auf Leihbasis vom Zweitligisten Dynamo Dresden. 

Ebenfalls ausgeliehen wurde Omar Sillah von der SpVgg Greuther Fürth aus der 2. Bundesliga. Der 22-Jährige führte unter anderem bei der U21 des Hamburger SV in der Regionalliga Nord 2024/25 mit 20 Treffern die Torjägerliste an. Zudem gab es ein Torwart-wechsel-dich-Spiel: Jan Olschowsky kehrte zu Borussia Mönchengladbach zurück, dafür wurde der zuletzt vereinslose, erfahrene Manuel Riemann (37) verpflichtet. Mit Fotios Pseftis (22) wurde ein weiterer Keeper vom Schweizer Erstligisten FC Lugano für die Rückrunde ausgeliehen. Zu guter Letzt gab es noch einen neuen Innenverteidiger. Vom griechischen Erstligisten AE Larisa verpflichteten die Schwarz-Gelben Petros Bagalianis (24.). 

„Wir wollen nicht zu sehr über die Aachener sprechen. Wir sind im Südstadion schon lange ungeschlagen und haben gute Spiele abgeliefert. Darauf müssen wir schauen. Ich habe Aachen in den Heimspielen gegen RW Essen und den SC Verl gesehen. Das waren sehr gute Spiele. Wir wissen, was auf uns zukommt. Trotzdem wünschen wir uns natürlich, vor der Kulisse, die hier gegeben sein wird, ein erfolg- und siegreiches Spiel auf den Platz zu bekommen", sagt Mink. 

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