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Fortuna beißt sich an Rödinghausen die Zähne aus, nur Remis im Südstadion

Die Fortuna ist am Samstag vor 2.434 Zuschauern im Südstadion gegen den SV Rödinghausen nicht über ein 1:1 hinausgekommen. Der Tabellenführer der Regionalliga West biss sich an einer leidenschaftlich verteidigenden, körperlich extrem präsenten Mannschaft die Zähne aus, und fand viel zu selten die zündende Idee, um diesen Abwehrriegel zu knacken.

Währenddessen nutzte Verfolger Oberhausen seine Chance und gewann mit 2:1. Der Vorsprung der Fortuna ist damit auf sechs Punkte geschrumpft, bei weiterhin besserem Torverhältnis, ein Kratzer am komfortablen Polster. „In der ersten Halbzeit haben wir uns schwergetan, den Riegel von Rödinghausen zu bespielen. Gerade im letzten Drittel haben wir viele falsche Entscheidungen getroffen, auch das Spiel zwischen den Linien war nicht gut. Das Flügelspiel hat mir nicht gefallen. Es war klar, dass hier heute viel über Standards gehen wird. In der zweiten Hälfte waren wir sehr drückend, hatten gute Abschlusssituationen. Da musst du dann einen machen, diese Gier, die Präzision und Qualität hatten wir heute nicht. Aber die Mannschaft hat alles probiert. Jedes Pünktchen zählt“, sagte Matthias Mink.

Mink musste seine Startelf leicht umbauen: Georg Strauch fehlte gesperrt, Vleron Statovci rückte in die rechte Abwehrkette. Neo Telle stand krank nicht zur Verfügung. Rödinghausen hingegen setzte von Beginn an auf Wucht, Zweikampfhärte und pure Physis, ein Bollwerk, das sich als äußerst schwer zu knacken erweisen sollte.

Und dennoch hatte die Fortuna ihre Momente: Nach 26 Minuten setzte Hamadi Al Ghaddioui mit einer starken Brustablage Nico Thier in Szene, dessen Distanzschuss Dennis Gorka spektakulär aus dem Winkel kratzte, eine dieser Szenen, die das Stadion kurz aufspringen ließen. Doch dann der Nackenschlag: Immer wieder segelten die weiten Einwürfe von Leon Tia in den Strafraum, bis einer davon hängen blieb. Nach einer unglücklichen Klärung von Seymour Fünger landete der Ball bei Maxim Gresler, der sich gegen Rafael Garcia durchsetzte und entschlossen zum 0:1 vollendete (33.). Plötzlich war es stiller im Südstadion.

Aber diese Fortuna kann antworten, und sie tat es noch vor der Pause. In der Nachspielzeit wurde ein Freistoß zunächst geklärt, doch Nico Thier brachte den Ball noch einmal zurück ins Zentrum. Haider Al-Azzawe köpfte an den langen Pfosten, Enzo Wirtz setzte nach, und dann war Al-Azzawe wieder da: hellwach, entschlossen, eiskalt. Halbvolley, kurze Ecke, Tor. 1:1 (45.+1). Ein Moment der Erlösung.

„Am Ende war es vielleicht qualitativ zu wenig, um uns das zweite Tor zu verdienen. An einem glücklicheren Tag fällt der Treffer eventuell bei einer Standardsituation. Der Platz hat nicht viel hergegeben, dann ist es schwer, das Spiel schnell zu machen. Wir lagen zurück und haben einen Punkt geholt. Das spricht für unsere Moral, keiner lässt den Kopf hängen. Das ist unser Stadion, wir bleiben hier ungeschlagen. Wir wissen, was wir draufhaben“, sagte Haider Al-Azzawe nach dem Schlusspfiff.

Nach der Pause drückte die Fortuna, und wie. Direkt fünf Minuten nach Wiederanpfiff lag die Führung in der Luft: Adrian Stanilewicz auf Kevin Brechmann, weiter zu Hamadi Al Ghaddioui, doch dessen Abschluss strich hauchzart am Pfosten vorbei. Es war die Szene des Spiels. Die Szene, die sinnbildlich für diesen Nachmittag stehen sollte. Die Kölner rannten an, warfen alles hinein, suchten die Lücke mit wachsender Verzweiflung, doch der Ball wollte einfach nicht ein zweites Mal über die Linie. 

Rödinghausen stemmte sich mit allem dagegen, verteidigte mit Herz, Wucht und letzter Konsequenz. „Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit mit einer guten Energie gespielt, gut verteidigt und etwas glücklich mit der ersten Chance das 0:1 gemacht. Kurz nach dem 1:1 treffen wir noch den Pfosten. In der zweiten Halbzeit waren wir nicht mehr so griffig. Am Ende konnten wir uns nicht mehr entlasten und haben uns aber in alles reingeschmissen. Den Punkt beim Spitzenreiter nehmen wir gerne mit“, sagte Gäste-Coach Lars Fleischer.

Fortuna: Winkler, Afamefuna (46. Brechmann), Fünger, Al-Azzawe, Statovci (46. Fischer), Geerkens, Stanilewicz, Thier (87. Bornemann), Garcia (67. Michelbrink), Wirtz (78. Galjen), Al Ghaddioui.

Tore: 0:1 Gresler (33.), 1:1 Al-Azzawe (45.+1).

Zuschauer: 2.434.

 

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