Erstes Kopfballtor seit Jahren: Nico Thiers besonderer Moment
Dein Treffer zum 2:0 in Velbert war dein erstes Kopfballtor in dieser Saison. Deine anderen neun Tore in Liga und Pokal hast du überwiegend mit dem rechten Fuß erzielt. War dieses Tor deshalb etwas Besonderes für dich?
„Das war nicht nur mein erstes Kopfballtor in dieser Saison, ich kann mich ehrlich gesagt gar nicht daran erinnern, wann ich zuletzt eines erzielt habe. Das muss gefühlt zehn Jahre her sein. Deswegen war es etwas Besonderes. In dem Moment habe ich mich aber vor allem über das Tor an sich und den Zeitpunkt gefreut, weil wir damit den Deckel drauf gemacht haben.“
Du spielst meist im offensiven Mittelfeld. Was gefällt dir besonders an dieser Position?
„Ich komme dadurch immer wieder in gute Abschlusssituationen und kann für Gefahr sorgen. Zum Glück kann ich viele davon auch erfolgreich verwerten.“
Auffällig in deinem Spiel sind deine große Laufbereitschaft und deine Kaltschnäuzigkeit im Torabschluss. Würdest du sagen, dass das auch deine größten Stärken sind?
„Das sind auf jeden Fall Stärken von mir. Ob es meine größten sind, würde ich jetzt nicht unbedingt sagen. Wenn man sich unseren Spielstil anschaut, fällt generell auf, dass wir alle einen großen Aufwand betreiben. Das sieht man Woche für Woche an unseren Laufdaten. Jeder haut sich voll rein. Außerdem waren wir als Mannschaft in der Rückrunde bisher sehr effektiv.“
Fußball hat in deiner Familie eine lange Tradition: Dein Opa Wolfgang bestritt zwischen 1972 und 1975 insgesamt 92 Spiele für die Fortuna, und dein Uropa Willi leitete von 1963 bis 1968 insgesamt 38 Bundesliga-Partien als Schiedsrichter. War dein Weg zum Fußball damit schon früh vorgezeichnet?
„Im Endeffekt hat mich mein Papa zum Fußball gebracht. Bis zu meinem zehnten Lebensjahr war er auch mein Trainer und hat mich gefördert. Klar, wenn man solche Geschichten in der Familie hat, landet man wahrscheinlich eher beim Fußball als bei anderen Sportarten. Aber ich hatte auch einfach immer Spaß daran.“
Du bist jetzt 27 Jahre alt und hast mehrere Jahre in der Westfalenliga und der Oberliga Westfalen gespielt, unter anderem in Wattenscheid, Sodingen und Bövinghausen. Danach folgte eine Saison in der Regionalliga bei Lotte, und nun spielst du bei Fortuna. Wie groß war für dich die Umstellung?
„Die Umstellung war für mich gar nicht so groß. In meinem Jahr bei Lotte habe ich direkt von Anfang an gespielt und mich schnell an die Regionalliga gewöhnt. Natürlich ist das Tempo höher und auch die individuelle Qualität der Spieler. Gerade in den U-Mannschaften sind viele talentierte Spieler unterwegs.“
Die Chancen auf den Aufstieg in die 3. Liga stehen aktuell gut. Wie wäre es für dich, vielleicht noch einmal höherklassig zu spielen?
„Wir haben uns zwar ein kleines Polster erarbeitet, aber es sind noch acht Spiele zu spielen und 24 Punkte zu vergeben. Unsere Verfolger punkten auch. Natürlich glaube ich daran, wir wollen das als Mannschaft unbedingt, und ich persönlich auch. In der 3. Liga zu spielen wäre ein Traum. Ich habe nicht unbedingt damit gerechnet, aber ich habe es mir immer erhofft und gewünscht.“