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Eiskalt. Effektiv. Unaufhaltsam. Fortuna setzt ein Ausrufezeichen

Flutlicht. 3.176 Zuschauer. Erster gegen Zweiten. Und am Ende ein klares, unmissverständliches 3:0. Was sich im Kölner Südstadion abspielte, war mehr als nur ein Sieg, es war eine Machtdemonstration. Eine Ansage. Ein Statement an die gesamte Regionalliga West. Die Fortuna ist nicht einfach Tabellenführer. Sie spielt wie ein Team, das ein Ziel nicht nur formuliert, sondern verinnerlicht hat: Die 3. Liga soll es werden.

„Es war ein Spiel auf hohem Niveau mit rassigen Zweikämpfen. Ich muss der Mannschaft ein großes Kompliment machen, was sie heute an Kilometern abgerissen hat. Das war ein Statement“, sagte Trainer Matthias Mink, der einmal in der Startelf, und zweimal auf der Bank wechselte. Für den gesperrten Enzo Wirtz begann Timo Bornemann. Tom Geerkens und Robin Afamfuna kehrten zurück in den Kader. Dafür waren Neo Telle (krank) und Salim Hadouchi nicht mit unter den nominierten 18 Spielern.

Vor dem Spiel kreiste alles um eine Frage: Kann Timo Bornemann den gesperrten Torjäger Enzo Wirtz ersetzen? Bornemann antwortete. Mit einem Tor. Ein missglückter Klärungsversuch der Gütersloher Innenverteidiger Henke und Winke, ein Moment der Unordnung, und Bornemann schaltete am schnellsten. Er setzte sich durch, zog aus 16 Metern ab. Der Ball rutschte Keeper Peters unter dem Körper hindurch. Haltbar? Sicher. Aber er war drin. Trainer Matthias Mink nannte ihn später den „Dosenöffner“. Ein wenig glücklich, ja. Aber vor allem erzwungen. Weil diese Fortuna Druck macht. Weil sie Fehler provoziert. 

Was dann folgte, war keine Phase des Zurückziehens, sondern ein Lehrstück in Effizienz. Bornemann trieb den Ball durchs Mittelfeld. Max Fischer überlief auf links mit voller Entschlossenheit. Der Pass in den Lauf. Die Flanke butterweich, mit Gefühl geschlagen. Und Rafael Garcia war zur Stelle. Zehn Meter vor dem Tor, eiskalt. 2:0. Karnevalsstimmung in der Südstadt. „Prinz Rafa I.“ hätte man rufen können. Die Tribüne bebte. „Das war hohe Qualität“, sagte Mink. 

Wer dachte, Gütersloh würde im zweiten Durchgang zurückkommen, sah sich getäuscht. Ja, es wurde intensiv. Rassige Zweikämpfe, viele Standards, viel Einsatz. Aber die Fortuna verteidigte mit einer Ruhe, die beeindruckte. 15 Standardsituationen für Gütersloh, keine echte Gefahr. Und dann kam wieder ein Moment, der zeigte, warum dieses Team derzeit so schwer zu stoppen ist. Wieder stach ein Joker. Luca Majetic kam ins Spiel. Erste Aktion. Ecke von Adrian Stanilewicz. Der Ball segelte durch den Strafraum. Majetic stand am langen Pfosten. Schienbein. Tor. 3:0. Entscheidung. Wieder ein Joker-Treffer. Wieder perfekte Wirkung. „Wir haben das sehr konzentriert gelöst, erzielen schnell zwei Tore. Und am Ende legen wir noch ein drittes Tor nach. Wir haben defensiv nichts zugelassen. Das war eine sehr erwachsene Leistung und ein Statement an die Liga“, sagte Majetic später. Und genau das war es.

Selbst Güterslohs Trainer Julian Hesse musste anerkennen, was alle sahen: „Der Sieg ist klar und verdient für die Fortuna. Wir waren sehr bemüht. Die beiden ersten Tore kassieren wir nach eigenen Standardsituationen. Da haben wir Geschenke verteilt. Insgesamt hatten wir 15 Standardsituationen und noch ein paar Einwürfe, aber wir wurden dabei nicht ein einziges Mal gefährlich. Fortuna hat eine brutale Effizienz und eine sehr reife Mannschaft.“ 

Diese Fortuna braucht keine Chancenflut. Sie braucht nur Momente. Und sie nutzt sie. Eiskalt. Sechs Siege in Folge. Die Tabellenführung wurde weiter ausgebaut. Matthias Mink erlaubte seinen Spielern zwei freie Tage. „Sie können es mal krachen lassen.“ Und das haben sie sich verdient. 

Fortuna: Winkler, Statovci (55. Brechmann), Fünger (80. Afamefuna), Al-Azzawe, Fischer, Strauch, Stanilewicz, Thier, Garcia (66. Geerkens), Bornemann (66. Majetic), Al Ghaddioui (80. Hekmat). 

Tore: 1:0 Bornemann (14.), 2:0 Garcia (35.), 3:0 Majetic (67.). 

Zuschauer: 3.176. 

 

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3:0
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