Ein traumhafter Tag in Oberhausen: Fortuna zeigt, wer das Maß aller Dinge ist
„Wir sind sehr gut in die Partie reingekommen. Mit einer hohen Effektivität. Nach dem 2:0 hatten wir ein wenig Probleme mit der Variabilität der Oberhausener. In der zweiten Hälfte ging es darum, die Null zu verteidigen. Mit dem 3:0 haben wir den Deckel drauf gemacht. Bei derart vielen Standardsituationen gegen uns ist das 3:1 am Ende ein wenig erklärbar, die Konzentration ließ nach. Wir haben ein Spitzenspiel gewonnen. Die Kulisse und das Wetter waren überragend, alles passte. Ähnlich wie in Bochum haben uns unsere Fans erneut großartig unterstützt, der Block war voll. Ein traumhafter Tag. Wir haben aber noch ein paar Aufgaben zu erfüllen“, sagte Trainer Matthias Mink, der eine Änderung in der Startelf vornahm. Georg Strauch ersetzte im defensiven Mittelfeld Tom Geerkens, der ebenso wie Robin Afamefuna nach Erkrankung ausfiel. Kapitän „Afa“ war aber zumindest als moralische Unterstützung mit im Bus der Mannschaft angereist.
Schon in den Anfangsminuten tanzte die Fortuna förmlich über den Rasen. Mutig, entschlossen, selbstbewusst. Nach fünf Minuten war es dann soweit: Rafael Garcia sah die Lücke, sah den Lauf, sah Adrian Stanilewicz. Sein Pass war Zucker, der Abschluss Improvisation pur, und am Ende pure Ekstase. Fast im Fallen stocherte Stanilewicz den Ball in die lange Ecke. Traumhaft herausgespielt, leidenschaftlich vollendet.
„Ich habe den Raum in die Tiefe erkannt, Rafael Garcia hat mich gesehen und einen super Ball gespielt. Ich habe ihn mit dem ersten Kontakt mitgenommen und dann versucht, meinen Körper zwischen Ball und Gegner zu stellen, dann war es ein bisschen Gestochere und das Ding ist zum Glück reingegangen“, sagte Adrian Stanilewicz zum 1:0.
Es war der zweite Saisontreffers des Mittelfeldspielers. Den ersten hatte er passenderweise im Hinspiel auch gegen RWO erzielt. „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und haben den Gegner gut unter Druck gesetzt. Nach dem 2:0 haben wir umgestellt und dadurch in der Zentrale mehr Bälle gewonnen. Wir hätten das Spiel früher entscheiden können, aber wir sind zufrieden, der Sieg war verdient“, resümierte er später.
Die Fortuna blieb dran, bissig und wach. Zehn Minuten später wieder Garcia als Dirigent, wieder höchste Präzision: Hamadi Al Ghaddioui, Vleron Statovci, zurück zu Al Ghaddioui, Drehung, Abschluss, Tor. 0:2. Kaltschnäuziger geht es kaum. Oberhausen wankte, die Fortuna hatte alles im Griff. Und als RWO doch einmal gefährlich wurde, rettete ausgerechnet Al Ghaddioui nach einer Ecke auf der Linie gegen Timur Kesim mit dem Kopf (21.). Einsatz pur.
Die zweite Hälfte hatte gerade begonnen, da war das nächste Spitzenspiel am Karnevalsfreitag gegen den FC Gütersloh für Enzo Wirtz schon passe. Der Torjäger sah die fünfte gelbe Karte. Ein Wermutstropfen im Kelch der allgemeinen Freude. Nach der Pause ging es weniger um Glanz, mehr um Kontrolle. Die Fortuna verteidigte leidenschaftlich, hielt den Gegner vom eigenen Tor fern und wartete geduldig auf den nächsten Stich. Eine Viertelstunde vor Schluss kam er: Stanilewicz mit dem Dropkick, Joker Timo Bornemann mit der ersten Ballberührung, durchgetankt, abgeschlossen, 0:3. Der Deckel war drauf, der Gästeblock tobte.
„Wir kommen nicht gut rein in die Partie und du liegst dann früh schon mit 0:2 hinten. Ich glaube schon, dass dies der Unterschied war. Aus zwei Chancen fielen zwei Tore. Beide Situationen können wir anders gestalten.In der zweiten Hälfte war klar, dass es sehr kompakt wird. Da spielt auch die Körperlichkeit eine Rolle. Fortuna ist dort sehr präsent und dadurch war es schwierig, zu Chancen zu kommen“, sagte RWO-Coach Sebastian Gunkel.
Der späte Anschlusstreffer der Oberhausener durch den Kopfball von Glody Ngyombo nach einer Ecke von Moritz Stoppelkamp (89.) änderte nichts mehr an diesem Nachmittag. Zu reif, zu souverän, zu entschlossen präsentierte sich die Fortuna. Trainer Matthias Mink genoss den Moment, blieb aber realistisch: ein großer Schritt, ja, aber noch kein Ziel erreicht.
Fortuna: Winkler, Statovci, Fünger, Al-Azzawe, Fischer, Strauch (85. Galjen), Stanilewicz, Thier (72. Majetic), Garcia (60. Brechmann), Wirtz (85. Michelbrink), Al Ghaddioui (72. Bornemann).
Tore: 0:1 Stanilewicz (5.), 0:2 Al Ghaddioui (15.), 0:3 Bornemann (75.), 1:3 Ngyombo (89.).
Zuschauer: 4.627.