Düsseldorf: XXL-Umbruch und große Aufstiegsambitionen
Nach drei Niederlagen in den ersten drei Pflichtspielen der neuen Saison stand Düsseldorf im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II am vergangenen Freitag entsprechend unter Druck. Mit dem 1:0-Erfolg wurde der Bock zwar noch nicht endgültig umgestoßen, zumindest aber kräftig ins Wanken gebracht.
Trotz des XXL-Umbruchs zählt Düsseldorf gemeinsam mit Hansa Rostock zu den großen Aufstiegsfavoriten. Das liegt nicht nur am für Drittliga-Verhältnisse üppigen Etat von rund 7,5 Millionen Euro. Auch die Euphorie im Umfeld ist ungebrochen: Mit 19.000 verkauften Dauerkarten stellte die Fortuna bereits einen neuen Drittliga-Rekord auf. Zudem dürfte im Laufe der Saison auch die einst selbst aufgestellte Zuschauer-Bestmarke von 50.095 Besuchern fallen.
Rekordverdächtigen 31 Abgängen stehen 19 externe Neuzugänge gegenüber. Hinzu kommen Talente aus der U19 und der zweiten Mannschaft. Besonders viel Erfahrung bringen Dominique Heintz (1. FC Köln), Philipp Förster (VfL Bochum) und Fabian Schleusener (Karlsruher SC) mit. Für das Mittelfeld wurden Jorrit Hendrix, Marcel Benger und Yassine Bouchama aus Münster verpflichtet, wo das Trio bereits mit Ende zusammengearbeitet hatte. In Köln muss Düsseldorf allerdings auf seinen Kapitän Hendrix verzichten. Der Niederländer fehlt nach seiner Roten Karte im Spiel gegen die Zweitvertretung der TSG Hoffenheim.
Personell legte die Fortuna zuletzt noch einmal kräftig nach. Erik Wekesser kam vom 1. FC Kaiserslautern, Andreas Müller vom Karlsruher SC und Filimon Gerezgiher von der SV Elversberg. Als Ersatz für den verletzten Felix Meiser wurde zudem Verteidiger Lukas Bornschein vom VfL Osnabrück ausgeliehen.
Mit Gerezgiher, der zuletzt an den FC Emmen ausgeliehen war, verstärkte der Zweitliga-Absteiger vor allem die offensive Außenbahn. Über 35 km/h soll der 26-Jährige sprinten können. Müller sorgte mit seinem Siegtreffer gegen die VfB-Reserve dann auch gleich für den ersten Dreier der Saison. Wekesser betritt nach sieben Zweitliga-Spielzeiten in Folge und 154 Partien dagegen Neuland in der 3. Liga. Der 29-Jährige bietet Trainer Ende eine weitere Option auf der linken Seite, nachdem Sascha Risch bislang der einzige gelernte Linksverteidiger im Kader war.
Auch Müller verfügt über reichlich Erfahrung. Der 26-Jährige absolvierte 74 Spiele in der 2. Bundesliga und kam für Darmstadt zudem elfmal in der Bundesliga zum Einsatz. Die 3. Liga kennt der Defensivspieler ebenfalls bestens: Für den 1. FC Magdeburg bestritt er 67 Partien.
Entwicklungspotenzial steckt dagegen im Düsseldorfer Torhüter-Duo. Lasse Rieß kam vom FSV Mainz 05, Louis Lord wechselte aus Erzgebirge Aue. Die Besetzung zwischen den Pfosten gehörte zu Saisonbeginn zu den spannendsten Personalfragen. Rieß erhielt in den ersten beiden Pflichtspielen das Vertrauen, wirkte dabei allerdings nicht immer souverän. Im Pokalspiel gegen den SC Freiburg nutzte Lord seine Chance und verhinderte mit starken Paraden eine noch höhere Niederlage. Auch im anschließenden Ligaspiel gegen die VfB-Reserve schenkte Ende dem 22-Jährigen das Vertrauen.