News

Aufstiegsträume versus Abstiegskampf: Fortuna trifft auf Rödinghausen

Neun Spiele vor Saisonende hat sich die Fortuna ein kleines, aber wertvolles Polster auf die Konkurrenz im Aufstiegsrennen erarbeitet. Um diese ohnehin starke Ausgangsposition weiter zu festigen, wollen die Kölner Südstädter am Samstag (14 Uhr) vor heimischer Kulisse den nächsten Dreier einfahren. Die Rollen scheinen klar verteilt: Während die Fortuna entschlossen die 3. Liga anpeilt, kämpft der SV Rödinghausen um den Verbleib in der Regionalliga West, und will dem Favoriten dennoch ein Bein stellen.

Zuletzt gelang der Mannschaft von Trainer Matthias Mink ein hart erarbeiteter Sieg in Velbert. Mit seinem wuchtigen Kopfball zum 1:0 nach einer Ecke von Robin Afamefuna brachte Hamadi Al Ghaddioui sein Team auf Kurs und ebnete den Weg zum späteren 2:0-Erfolg. Für den 35-Jährigen war es bereits der zehnte Saisontreffer, und einmal mehr der Beweis seiner enormen Bedeutung. „Im Zuge der letzten Wochen haben wir immer wieder betont, dass er ein Führungsspieler ist. Auch in der Kabine wird auf ihn geschaut. Unabhängig davon, dass er jetzt zweistellig ist, ist er ein wichtiger Faktor, das hat er in dem Spiel auch wieder gezeigt“, sagt Matthias Mink über den ehemaligen Bundesliga-Stürmer.

So wichtig die drei Punkte in der IMS-Arena auch waren, ganz ohne Wermutstropfen blieb der Erfolg nicht. Georg Strauch sah als rechter Außenverteidiger seine fünfte Gelbe Karte und wird gegen Rödinghausen fehlen. Gerade in den vergangenen Wochen hatte der Ex-Geißbock immer mehr an Bedeutung gewonnen. „Georg ist eigentlich ein Sechser. Dort hat er sich festgespielt. Es war eine Ausnahme, dass er rechts gespielt hat. In der Rückrunde hat er seine Qualitäten in punkto Torverteidigung, Absicherung und Spieleröffnung gezeigt. Diese fünfte gelbe Karte schmerzt uns. Aber wir haben in den letzten Wochen oft genug bewiesen, dass wir auf Sperren oder Erkrankungen reagieren können. Adrian Stanilewicz hat auch schon einige Spiele auf der Position absolviert und er hat es gut gemacht. Da habe ich keine Bedenken. Wir kriegen es kompensiert“, sagt Matthias Mink, der mit seinem Team diesmal wohl eine deutlich härtere Aufgabe vor sich hat als im Hinspiel, das die Fortuna souverän mit 4:0 gewann.

Auch wenn der neue Besen bislang nur langsam kehrt: Beim SV Rödinghausen hat sich im Winter einiges getan. Lars Fleischer übernahm das Traineramt von seinem glücklosen Vorgänger Dennis da Silva Félix, doch der erhoffte Umschwung ließ zunächst auf sich warten. Die Ostwestfalen fanden sich plötzlich in einer ungewohnten, unangenehmen Situation wieder. Inzwischen gehe es „nur noch um das nackte Überleben“, bringt Fleischer die Lage schonungslos auf den Punkt.

Zu oft geriet Rödinghausen in den vergangenen Wochen unter die Räder. 2:2 in Wiedenbrück, 0:2 bei Bochum II, 0:3 gegen Mönchengladbach II, 2:2 in Oberhausen, 0:1 gegen Gütersloh und 1:3 bei Düsseldorf II, eine ernüchternde Bilanz im Jahr 2026. Doch zuletzt zeigte die Formkurve vorsichtig nach oben: Mit dem knappen 1:0-Heimsieg gegen den Bonner SC wurde der wohl rettende 15. Tabellenplatz zurückerobert, im Nachholspiel gegen den Wuppertaler SV (0:0) blieb man zumindest ungeschlagen.

„Sie haben jetzt zwei gute Ergebnisse erzielt. Langsam kommen sie nach dem Trainerwechsel ans Punkten und Erhalten eine gewisse Festigkeit. Das ist eine individuell gut besetzte Mannschaft, die ihre Qualitäten hat. Vor allem die körperliche Robustheit und Klarheit im Spiel. Es wird nicht einfach, gegen sie Tore zu erzielen. Ich erwarte ein schweres Heimspiel, wir gehen die Partie mit maximaler Konzentration an“, sagt Matthias Mink.

Für den Meister der Saison 2019/20 ist die aktuelle Lage dennoch ungewohnt. In elf Jahren Regionalliga landete der SVR nur einmal schlechter als Rang zehn, nun steckt der Klub mitten im Abstiegskampf. „Klar ist, dass ist eine gestandene Regionalliga-Mannschaft, die für sich selbst auch den Anspruch hat in einer anderen Tabellenregion angesiedelt zu sein. Sie haben mehrere Spieler, die schon höherklassig gespielt haben, das gilt es zu beachten“, sagt Matthias Mink.

Auf dem Transfermarkt blieb es im Winter erstaunlich ruhig. Der langzeitverletzte Niklas Szeleschus kehrte zum SC Wiedenbrück zurück. Vom 1. FC Nürnberg II kam Linksverteidiger Maxim Gresler, außerdem wurde Davis Asante auf Leihbasis vom SSV Jahn Regensburg verpflichtet. Der 22-jährige Offensivspieler sollte wichtige Spielpraxis sammeln, doch sein Pech ließ nicht lange auf sich warten: Beim 0:3 gegen Mönchengladbach II zog sich der ehemalige Junioren-Nationalspieler einen Kreuzbandriss zu, Saison-Aus.

Ein Hoffnungsträger bleibt Eduard Probst. Mit 14 Treffern, allesamt aus dem Spiel heraus, führt der 24-Jährige die Torjägerliste der Regionalliga West an. Eine bemerkenswerte Quote für einen Spieler eines Abstiegskandidaten und ein ständiger Gefahrenherd für jede Defensive.

Inmitten der sportlichen Krise hat der SVR zudem strukturell nachgelegt: Mit Leon Huppert wurde ein neuer Sportdirektor installiert, der seit dem 1. März Sportchef Alexander Müller unterstützt. Zuvor war Huppert sieben Jahre lang für Hansa Rostock tätig und sammelte dort wertvolle Erfahrung im Scouting und in der Kaderplanung. Expertise, die dem Verein langfristig helfen soll, aktuell jedoch sind Punkte deutlich wertvoller.

 

Nächste Begegnung
vs.
Fortuna Köln
SV Rödinghausen
Südstadion