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Anrennen ohne Ertrag: Fortuna verzweifelt am Bonner Abwehrbollwerk

90 Minuten Hoffnung. 90 Minuten Anrennen. 90 Minuten vergebliches Warten auf diesen einen Moment. Die Fortuna drückte, rannte, flankte, doch der Ball wollte an diesem Nachmittag einfach nicht ins Netz. Der Bonner SC warf sich in jeden Zweikampf, kratzte, grätschte, verteidigte das 0:0 mit allem, was erlaubt war, und rettete den Punkt vor 3.390 Zuschauern im Südstadion über die Zeit. Für den Tabellenführer der Regionalliga West ein schmerzhafter Dämpfer im Aufstiegsrennen.

„Es war das erwartet schwere Spiel. Bonn hat sehr gut verteidigt und war in den Zweikämpfen äußerst unangenehm. In der ersten Halbzeit haben wir nicht unsere gewohnte Qualität auf den Platz gebracht, auch die Platzverhältnisse haben ihren Teil dazu beigetragen. Wir konnten keinen richtigen Druck aufbauen, entsprechend unzufrieden war die Mannschaft in der Pause. In der zweiten Hälfte haben wir es einfacher gehalten und uns erst in der Schlussphase einige Chancen erarbeitet. Das war insgesamt zu wenig, um die Partie noch zu ziehen. Wir müssen mit dem Punkt und dem 0:0 leben. Mit 50 Punkten steigt man nicht auf, wir haben also noch einige Aufgaben vor uns.“

Trainer Matthias Mink hatte nach dem Pokal-Kraftakt gegen Aachen umgebaut, auch, weil Timo Bornemann im Training auf dem schwer bespielbaren Rasen im Jean-Löring-Sportpark umgeknickt war. Enzo Wirtz rückte in die Startelf, dazu kamen Tom Geerkens und Kevin Brechmann. Frische Kräfte, doch der ersehnte Durchbruch blieb aus.

„Es war ein intensives Spiel mit wenigen klaren Chancen. Wir haben sehr gut verteidigt, dem Gegner einen großen Kampf geliefert und uns verdient einen Punkt gesichert. In der Schlussphase wurde es noch einmal brenzlig. Insgesamt haben wir defensiv eine starke Leistung gezeigt“, sagte Gäste-Trainer Björn Mehnert.

Die erste Halbzeit? Viel Ballbesitz, viel Geduld, viele Flanken, aber kaum echte Gefahr. Fortuna rannte an, Bonn stemmte sich mit Leidenschaft dagegen. Jeder Meter war umkämpft, jeder Zweikampf ein kleines Duell. Und je länger die Partie dauerte, desto spürbarer wurde die Ungeduld auf den Rängen.

Nach der Pause das gleiche Bild: Fortuna suchte die Lücke, Bonn lauerte vergeblich auf Konter. Wenn es brannte, wurde auch einmal resolut zugepackt, sechs Gelbe Karten und eine Gelb-Rote gegen Markus Wipperfürth (90.+5.) zeigten, wie verbissen dieser Abwehrkampf von den Bonnern geführt wurde.

Und dann die letzten zehn Minuten, endlich lag das Tor in der Luft. Nach einer Ecke von Jonas Michelbrink köpfte Dejan Galjen frei drüber (81.). In der 90. Minute klatschte ein Freistoß von Michelbrink an die Latte, Zentimeter fehlten. In der Nachspielzeit kam Max Fischer nach Ecke von Michelbrink und Kopfballverlängerung von Galjen am langen Pfosten frei zum Abschluss, doch der Ball geriet zu harmlos.

„Es war eine zähe Partie, in der wir offensiv nicht richtig durchgekommen sind. Uns haben der letzte Pass und die nötige Entschlossenheit gefehlt, um echte Torgefahr zu entwickeln. Das Pokalspiel gegen Aachen hat zwar Kraft gekostet, darf aber keine Ausrede sein. Auch die Platzverhältnisse waren nicht optimal. In der Schlussphase hatten wir noch ein, zwei Chancen. Insgesamt sind wir mit dem Ergebnis unzufrieden, nehmen den Punkt aber mit und wollen nächste Woche wieder angreifen“, sagte Georg Strauch.

Fortuna: Winkler, Afamefuna, Fischer, Al-Azzawe, Brechmann (90.+1 Majetic), Geerkens, Strauch, Garcia (78. Michelbrink), Thier (68. Stanilewicz), Wirtz, Al Ghaddioui (68. Galjen).

Zuschauer: 3.390. 

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