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78 Jahre Fortuna: Die Chance auf ein besonderes Geschenk

Wenn der S.C. Fortuna an diesem Samstag (14 Uhr) zur Namensschwester reist, ist es mehr als nur ein weiteres Spiel in der Regionalliga West. Es ist Geburtstag. 78 Jahre Vereinsgeschichte, 78 Jahre Leidenschaft, Aufs und Abs, Tränen und Triumphe. Und mittendrin eine Mannschaft, die in diesem Winter einfach nicht zu stoppen scheint. Fünf Spiele. Fünf Siege. Eine makellose Rückrunde. Die Südstädter marschieren. Im Paul-Janes-Stadion wartet mit Fortuna Düsseldorf II ein Gegner, der um den Klassenerhalt kämpft. Tabellenführer trifft auf Kellerkind. Die Kölner wollen sich selbst beschenken, mit drei Punkten, mit einem weiteren Schritt Richtung Ziel.

„Anlässlich des Geburtstages wünschen wir uns natürlich einen Sieg. Wir sind gewarnt unabhängig von der Tabellensituation, wir wissen, dass ist eine Mannschaft, die ist im Abstiegskampf. Sie werden um jeden Punkt kratzen, beißen, spucken. Ein Derby hat immer besonderen Charakter. Wir wissen um die Schwere der Aufgabe, und gehen es sehr positiv an. Wir sind dieses Jahr nicht nur ungeschlagen, sondern mit den Siegen haben wir ein Statement gesetzt, das wollen wir fortsetzen“, sagt Trainer Matthias Mink.

Dem Traumstart folgte die Ernüchterung. 14 Punkte waren es aus den ersten sieben Spielen. Sieben Punkte nur aus den nächsten 15 Spielen. Die U23 von Fortuna Düsseldorf erlebte in dieser Saison eine Achterbahn der Gefühle. Trainer Jens Langeneke sprach in der Winterpause diesbezüglich von einer „wilden Reise“. Für die Rückrunde kann das Ziel der Reserve nach der ersten Halbserie nur der Klassenerhalt sein. Seit 14 Jahren ist sie ein Mitglied der Regionalliga West. Ein Urgestein wackelt.   

Die Kölner reisen fast in Bestbesetzung an. Torjäger Enzo Wirtz kehrt nach Sperre zurück, Winter-Neuzugang Neo Telle ist wieder dabei. Nur der langzeitverletzte Su Najar fehlt. Eine außergewöhnlich stabile Personallage. „Es ist um diese Jahreszeit sehr außergewöhnlich, dass du so viele Spieler in der Kabine sitzen hast. Das ist nicht selbstverständlich, spricht aber auch für den Charakter der Mannschaft. Wir sind die schlechten Platzbedingungen, den ständigen Wechsel des Bodenbelages gewohnt. Daraus haben wir in den letzten Jahren im Hinblick auf die Trainingssteuerung gelernt. Letzte Woche haben wir hier noch auf einem sehr tiefen Rasen trainiert, diese Woche ging das nicht mehr. Und deswegen sind wir auf dem Kunstrasen geblieben, um nicht jeden Tag wechseln zu müssen“, sagt Matthias Mink und Mittelfeldspieler Luca Majetic ergänzt: „„Ich habe selten erlebt, dass ein Team so verletzungsfrei bleibt. Wir trainieren mit enorm hoher Intensität. Manche sagen, das sei zu viel. Ich glaube: Wenn man den Körper diesen Reizen aussetzt, passt er sich an. Die Jungs leben professionell, keiner ernährt sich täglich von McDonald’s.“

Majetic kennt die andere Seite. Wie auch Kevin Brechmann wechselte er vor der Saison von Fortuna zu Fortuna. Er weiß, dass die Düsseldorfer brennen: „Mit ein paar Jungs habe ich weiterhin Kontakt, auch mit dem Physiotherapeuten. Sie sind richtig heiß. Sie werden alles reinwerfen, schließlich stehen sie unten drin. Wir müssen Intensität und Zweikämpfe annehmen. Ich mag solche Spiele. Die Rivalität zwischen Köln und Düsseldorf ist immer spürbar. Gegen eine Kölner Mannschaft legt man aus Düsseldorfer Sicht automatisch ein paar Prozent mehr drauf.“

Der letzte Heimsieg der Düsseldorfer am 13. September 2025 gegen die SSVg Velbert (2:1) bedeutete gleichzeitig auch das Ende der guten Startserie. Zudem wurden zum selben Zeitpunkt Elias Egouli und Hamza Anhari in den Profikader abgegeben. Eine Schwächung des Kaders. Danach folgten lediglich noch zwei Auswärtserfolge beim Wuppertaler SV (4:2) und beim 1. FC Bocholt (3:0). Der Rest war Tristesse.

Düsseldorf hat im Winter personell nachgelegt, vor allem defensiv. Allen voran mit Moritz Montag. Der 27-jährige Defensivakteur, der bereits von 2013 bis 2021 für den Fortuna-Nachwuchs spielte, spielte nach dem Aufstieg keine Rolle mehr beim MSV Duisburg. Nach 208 Regionalligaspielen wartete er vergeblich auf sein Drittliga-Debüt. Ebenfalls eine Liga tiefer wechselte Abwehrspieler Kaden Amaniampong. Für die Zweite des VfB Stuttgart kam der 21-Jährige in dieser Spielzeit siebenmal zum Einsatz. Hinzu kam der 18 Jahre alte Mittelfeldspieler Chernoh Bah (Kickers Offenbach). 

Marius Zentler verließ die Fortuna hingegen Richtung SF Lotte. Das Trio soll insbesondere die schwache Defensivarbeit verbessern. Denn mit zwei Gegentoren im Schnitt haben nur Wuppertal und Velbert bis dato mehr Treffer kassiert. In der Offensive sorgen zwei Stürmer für viel Schwung. Sowohl Deniz Bindemann (zehn Tore/zwei Vorlagen) als auch Mechak Quiala Tito (acht Tore, vier Vorlagen) entfachen Gefahr vor dem gegnerischen Gehäuse. 

„Mit den Neuzugängen hat Düsseldorf gerade in der Abwehr an Qualität dazu gewonnen. Insbesondere Moritz Montag ist ein sehr erfahrener Spieler. Er hat nicht umsonst im Aufstiegsjahr des MSV eine gute Rolle gespielt. Das Gesicht der Mannschaft hat sich im Vergleich zum Hinspiel schon ein wenig verändert. Auch Kilian Sauck ist im Winter von Mönchengladbach in die Lizenzspielerabteilung von Düsseldorf gewechselt und hat in der U23 gespielt. Unabhängig von den Ergebnissen ist die individuelle Klasse nun höher“, sagt Matthias Mink. 

 

 

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